23.05.2013 16:32 Merkliste 0

Syrien: UN-Beobachter in Tremseh eingelangt

14.07.2012 | 16:44 |   (DiePresse.com)

In Tremseh sollen bei einem Massaker bis zu 250 Menschen getötet worden sein. Mittlerweile kursieren Berichte über Chemiewaffen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Zwei Tage nach dem verheerenden Blutbad im syrischen Tremseh sind UN-Beobachter in dem Dorf angelangt. "Die UN-Fahrzeuge sind nun innerhalb von Tremseh, und das Team macht Fotos", sagte ein Aktivist am Samstag.  Neue Berichte über Transporte von Chemiewaffen in Rebellenhochburgen alarmieren Beobachter.

Das Massaker in Tremseh, bei dem nach Angaben von Aktivisten am Donnerstag bis zu 250 Menschen getötet worden waren, hatte weltweit Entsetzen ausgelöst und die Diskussion über ein Eingreifen der internationalen Staatengemeinschaft angeheizt. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon warnte, sollte die internationale Staatengemeinschaft jetzt nicht handeln, käme dies einer "Lizenz für weitere Massaker" gleich.

"Russische Waffen"

Einwohner aus der Umgebung von Tremseh zeigten den Beobachtern blutgetränkte Kleidung und Überreste von Granaten. "Das sind russische Waffen", rief ein wütender Mann. Russland ist der wichtigste Verbündete und Waffenlieferant des Regimes von Machthaber Bashar al-Assad. Die Veto-Macht blockiert im UN-Sicherheitsrat alle Resolutionen, die ein schärferes Vorgehen gegen Damaskus ermöglichen würden.

Explosion von Christen bewohnten Ort

Bei einer Explosion in dem vorwiegend christlichen Ort Mahradeh kamen nach Angaben des oppositionellen Syrischen Beobachtungszentrums für Menschenrechte vom Samstag mindestens vier Menschen ums Leben. Unter den Toten seien zwei Frauen und ein 13 Jahre alter Bub, das andere Opfer sei ein Mitglied der Sicherheitskräfte gewesen. Der Sprengsatz detonierte den Angaben zufolge vor einem Gebäude des Militärgeheimdienstes. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA berichtete, ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen sei explodiert.

Mahradeh gehört zur gleichen Region wie das sunnitische Dorf Tremseh in der Unruheprovinz Hama. Wenn die Angaben der syrischen Regimegegner stimmen, ist das Massaker von Tremseh das schlimmste seit Beginn des Aufstandes gegen das Assad-Regime im März 2011.

19 Tote in Homs

In der Rebellenhochburg Homs töteten Regierungstruppen am Samstag mindestens 19 Menschen, darunter eine schwangere Frau, wie Aktivisten berichteten. In der Unruheprovinz Daraa hätten Hunderte Soldaten, begleitet von Kampfhubschraubern und gepanzerten Fahrzeugen, die Rebellenhochburg Khirbet Ghasaleh angegriffen. Auch aus Hama wurden Explosionen und Feuergefechte gemeldet.

Der britische Sender Sky News berichtete unter Berufung auf britische Geheimdienstmitarbeiter, syrische Streitkräfte hätten Chemiewaffen nach Homs transportiert, das zu weiten Teilen von Rebellen kontrolliert wird. Nach früheren Angaben des "Wall Street Journal" wurde in Syrien damit begonnen, Chemiewaffen aus den Lagern zu holen. Damaskus besitze größere Mengen des Nervenkampfstoffes Sarin und Senfgas.

Ban verurteilt Vorgehen

UN-Generalsekretär Ban verurteilte "in schärfster Form den rücksichtslosen Einsatz schwerer Waffen und den Beschuss bewohnter Gebiete, darunter auch durch Kampfhubschrauber". Auch die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sieht in dem Einsatz schwerer Waffen und von Helikoptern einen "eklatanten Verstoß" des Regimes gegen die Vereinbarungen des Friedensplans von Sondervermittler Kofi Annan.

US-Außenministerin Hillary Clinton warf dem syrischen Regime vor, absichtlich Zivilisten zu ermorden. Dafür gebe es "unbestreitbare Beweise", erklärte Clinton. Auch sie forderte die Weltgemeinschaft zum Handeln auf.

Tremseh mit Artillerie beschossen

Syrische Aktivisten hatten berichtetet, dass die Armee Tremseh erst mit Artillerie beschossen und dann Truppen in den Ort geschickt habe. Die Soldaten hätten Kämpfer der Opposition erschossen und Zivilisten massakriert. Außerhalb des Dorfes seien Fliehende getötet worden. Auch Exekutionen habe es gegeben. Die meisten Einwohner des nun zerstörten Dorfes hätten mit der Opposition sympathisiert. Seit Freitagabend herrsche "relative Ruhe" in und um Tremseh.

Die Annahme eines von mehreren westlichen Staaten im Weltsicherheitsrat eingebrachten Resolutionsentwurfs zu Syrien scheitert bisher am Widerstand Russlands, da er Sanktionen für den Fall enthält, dass sich die Konfliktparteien nicht an die Beschlüsse der Weltgemeinschaft halten. Moskau lehnt eine Resolution nach Kapitel VII der UN-Charta, das notfalls auch deren militärische Durchsetzung beinhaltet, strikt ab.

(APA/dpa)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

20 Kommentare

Geisteskrank

Ich habe gar nicht gewußt, daß so viele Geisteskranke die Presse lesen und die Bestie Assad anbeten !! H....r . schau Obi !!!

Jetzt wird mit der Propaganda breit angefahren

und gleich Chemiewaffen. Klar, besonders effizient, da man gleich die Unterstützer auch mit tötet.

Das mit den Brutkästen hattet ihr schon?

2 0

Re: Jetzt wird mit der Propaganda breit angefahren

Ich stell' schon mal den Wecker für das syrische Atomprogramm ...

Antworten Gast: G.W. - sry ich meinte Obama
14.07.2012 22:20
1 0

Re: Jetzt wird mit der Propaganda breit angefahren

Nein, aber wir wissen aus sicherer Quelle das Assad im Keller mit nem Physikkasten Atombomben baut um Europa und die USA anzugreifen, wobei er von heimtückischen Aliens unterstützt wird!

Gast: richter ab
14.07.2012 21:19
1 0

Die wahre Achse des Bösen

Was in Syrien vor sich geht, ist eine herzzerreißende Tragödie. Eine positive Sache jedoch, die sich vor dem Leiden abzeichnet, ist die leuchtende für die Welt erkennbare Wahrheit darüber, wer wirklich die „Achse des Bösen“ bildet. Die Worte eines amerikanischen Präsidenten kommen zurück und geistern herum in einer Weise, die er sich nie vorgestellt hat. Denn was die Welt in Syrien beobachtet, ist die amerikanische Achse des Bösen. Diese Wahrheit zwingt uns, zurückzublicken auf die letzten Jahrzehnte und die letztliche Ursache von Gewalt, Konflikt und Kriegen in der jüngsten Geschichte zu erkennen.

Diese Wahrheit zwingt uns, die Gegenwart zu betrachten mit offenen Augen dafür, warum Armut, sozialer Verfall und Elend Hand in Hand gehen mit unermesslichem Reichtum der Elite, mit Macht und Kriegstreiberei. Die Achse der Mächte unter Führung der Vereinigten Staaten von Amerika, die einer globalen Elite dienen, plündern ihre eigenen Gesellschaften und alle anderen, die ihren Herrschaftsansprüchen im Weg stehen.

Morde werden fälschlich den syrischen Regierungstruppen angelastet - ein typisches false flag Szenario.

Gast: Und WAS GENAU muss man dort noch beobachten???
14.07.2012 21:19
0 0

Syrien: UN-Beobachter in Tremseh eingelangt......

....den Menschen die dort ermordet werden, gehts gleich besser, wenn die Mörder von "Fachleuten" beobachtet werden!
The military dictatorship must end, not tomorrow....YESTERDAY!

Gast: deeki
14.07.2012 18:59
5 8

Ein Diktator der sein eigens Volk vernichtet muss weg


da gibt es nichts schön zu rede, aber auch rein gar nix.

assad ist ein diktator der mit militärischer gewalt regiert und sein eigens volk vernichtet.

assad ist ein kriegsverbrecher und gehört vor ein internationales gericht.

Antworten Gast: adabei 666
14.07.2012 21:33
0 0

Re: Ein Diktator der sein eigens Volk vernichtet muss weg

So naiv kann niemand sein; offensichtlich ein gekaufter Meinungsmacher.

Re: Ein Diktator der sein eigens Volk vernichtet muss weg

sie sind auch einer der alles glaubt was die Medien bringen.

Re: Re: Ein Diktator der sein eigens Volk vernichtet muss weg

unabsichtlich rot ;(

Re: Re: Re: Ein Diktator der sein eigens Volk vernichtet muss weg

absichtlich rot

"Nach früheren Angaben des "Wall Street Journal" wurde in Syrien damit begonnen, Chemiewaffen aus den Lagern zu holen."

Verlässt man sich also noch immer auf die Machwerke vom Kriegstreiber Rupert Murdoch.

Hat er vom Völkerrechtswidrigen Angriffskrieg im Irak noch nicht genug profitiert?!

Gast: Gustav Gunkel
14.07.2012 18:28
5 2

"UN-Generalsekretär Ban verurteilte "in schärfster Form den rücksichtslosen Einsatz schwerer Waffen und den Beschuss bewohnter Gebiete"

Die FSA-Terroristen wissen schon genau, warum sie sich in zivilen Wohngebieten verstecken.

Nämlich um die Regierungstruppen daran zu hindern, die FSA-Terroristen anzugreifen und wenn sie es doch tun, dann gibt es fast unweigerlich getötete Zivilisten, die dann alle den Regierungstruppen in die Schuhe geschoben werden.


einfach viel behaupten

und sich auf verlässliche Quellen wie HRW und die friedlichen Aktivisten stützen...die von den Rotschilds gesponserte Agentur Reuters versorgt brav alle wichtigen Medien mit Disinformation, sodass wir alle jeden Tag mit diesem BS zugemüllt werden!

Gast: Black Water 001
14.07.2012 16:26
1 1

Agieren diese Söldner noch immer nach dem Herren welcher bezahlt ?

Na klar waren es die Chemischen Waffen aus Russland.

Wieso wird die Executive nicht mit den Aufständischen überhaupt fertig?

Haben Sie keine Einheiten der Spezialpolizei? Welche gegen feindlichen Kräfte (Terroristen) der Bundesregierung vorgehen?
Oder ist die Opposition zu gut bewaffnet? Wer beliefert Sie mit Waffen?

Antworten Gast: Infoverbinder
15.07.2012 02:05
0 0

Privatisierung des Krieges: "Noch nie ist ein Söldner tatsächlich nach den Konventionen verurteilt worden."

Guter, lesenswerter Artikel über die Privatisierung des Krieges:

Kriegs-Dienstleister bzw. "Contractors", dem neuen Begriff für Söldner, näher betrachtet:

Artikelausschnitt:
"Zwar existieren Konventionen und Richtlinien, etwa die UN-Söldnerkonvention oder das erste Zusatzprotokoll der Genfer Konvention, doch agieren die privaten Militärfirmen in der Praxis in einer Grauzone. Gilt für sie das Kriegsrecht wie für normale Soldaten? "

Politikwissenschaftler Herbert Wulf:
"Die internationalen Richtlinien sind wachsweich formuliert. Noch nie ist ein Söldner tatsächlich nach den Konventionen verurteilt worden."

http://www.sueddeutsche.de/politik/serie-privatisierung-des-militaers-die-kriegs-dienstleister-1.793276-2

10 2

"Mittlerweile kursieren Berichte über Chemiewaffen"

Ah, der nächste Propaganda-Level. Könnten die Märchenonkel jetzt vielleicht mal eine Woche den Rand halten? Danke, ganz lieb.

Außerdem wäre es interessant, zu erfahren, wie der Deal aussieht, dem folgend der Westen es gar nicht erwarten kann, in der gesamten arabischen Welt die Islamisten an die Macht gebombt zu haben. Aber nachdem Journalismus ja durch Propaganda ersetzt wurde, wird man das wohl nicht so bald erfahren.

Antworten Gast: Infoverbinder
15.07.2012 02:16
0 0

Zwischen Propaganda und Kompetenzmangel: Wie steht es um die Qualität und Seriosität des Medienjournalismus?

betreff "nachdem Journalismus ja durch Propaganda ersetzt wurde"
-> Zwischen Propaganda und Kompetenzmangel:
Wie steht es um die Qualität und Seriosität des Medienjournalismus?

http://tinyurl.com/d844glv
Rechts oben: Der Radio gibt das Gespräch wieder (Klick auf Play)

Re: "Mittlerweile kursieren Berichte über Chemiewaffen"

...dieses fanatisch dumme Geschwätz wird unerträglich: Wer hat denn in Syrien Panzer und Hubschrauber? Doch wohl nur die verkommene Assad-Clique! Die weiß sich von Russland gedeckt und schert sich keinen Deut um Widerstand, Proteste und Resolutionen! UND - DIESER WIDERSTAND WAR LANGE GENUG FRIEDLICH - also nix mit ''Rand halten'', gell?

1 1

Re: Re: "Mittlerweile kursieren Berichte über Chemiewaffen"

Sind wohl auch einer von der Fraktion, die glaubt daß wer nur lange genug randalliert, im Recht ist.