Kairo/Wien/Ag. Es waren zwei Treffen mit vielen höflichen, aber auch mahnenden Worten: Nach ihrem Antrittsbesuch bei Ägyptens Präsident Mohammed Mursi am Samstag stattete US-Außenministerin Hillary Clinton gestern in Kairo auch Mohammed Hussein Tantawi, Chef des Obersten Militärrates, einen Besuch ab. Der Feldmarschall gilt wegen seiner großen Machtfülle als zweiter Herrscher in Ägypten.
Clinton hatte zuvor dem Militär nahegelegt, den Übergang zur Demokratie nicht zu behindern und sich ausschließlich auf die nationale Sicherheit des Landes zu konzentrieren. Beim Treffen mit Mursi sprach sich die US-Außenministerin für eine „Fortsetzung des demokratischen Wandels“ in dem Land aus.
Heute, Montag, trifft Clinton in Jerusalem mit Israels Staatspräsident Shimon Peres, Regierungschef Benjamin Netanyahu, Außenminister Avigdor Lieberman sowie Verteidigungsminister Ehud Barak zusammen.
Im Vorfeld von Clintons Besuch in Israel sendete die ägyptische Führung beruhigende Botschaften nach Jerusalem. Kairo habe über US-Vermittler betont, es sei dem Friedensvertrag von 1979 mit Israel weiter verpflichtet, berichtete das israelische Radio am Sonntag. Nach dem Wahlsieg der Islamisten in Ägypten war in Israel die Sorge aufgekommen, Kairo könnte von dem im Jahr 1979 geschlossenen Friedensvertrag abrücken.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.07.2012)
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