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Syrien: "Präsidentenmaschine gestartet"

18.07.2012 | 18:55 |   (DiePresse.com)

Das Flugzeug von Syriens Machthaber ist laut Aktivisten am Vormittag in Damaskus gestartet. Noch ist nicht bekannt, wer sich an Bord der Maschine befunden hat.

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Das Flugzeug von Präsident Bashar al-Assad soll am Vormittag auf dem Flughafen Messe in Damaskus gestartet sein. Das berichteten syrische Aktivisten unter Berufung auf Offiziere auf dem Militärflughafen. Über die Passagiere an Bord und das Ziel der Maschine machten sie keine Angaben. Eine Bestätigung von unabhängiger Seite lag für diesen Bericht aus einem internen Forum der Regimegegner nicht vor. Die Gerüchteküche brodelt aber: Es wird spekuliert, dass ein Teil der Assad-Familie außer Landes geflohen sein könnte.

Bei der Explosion in Damaskus war zuvor Daoud Rajha, der Verteidigungsminister und enge Vertraute des syrischen Machthabers Bashar al-Assad, getötet worden. Mittlerweile bestätigte das Staatsfernsehen auch, dass General Hassan Turkmani seinen Verletzungen erlegen ist. Der ehemalige Verteidigungsminister hatte zuletzt den Rang eines Assistenten des Vizepräsidenten. Auch der stellvertretende Kommandant der Streitkräfte und Schwager von Assad, Assef Shawkat, befindet sich unter den Toten.

Auch General getötet

Aus Sicherheitskreisen in Syrien hieß es, Shawkat sei im Krankenhaus in Damaskus gestorben, in das er nach dem Anschlag gebracht worden sei. Laut staatlichen Medien handelte es sich um ein Selbstmordattentat auf eine Versammlung von Kabinettsmitgliedern und ranghohen Vertretern der Sicherheitsdienste. Wie die Nachrichtenagentur AFP erfuhr, soll ein Attentäter im Versammlungssaal einen Sprengstoffgürtel gezündet haben. Regimegegner sprachen dagegen von einer Autobombe.

Das Staatsfernsehen berichtete zudem, dass auch der syrische Innenminister Mohammed Ibrahim verletzt wurde. Er befinde sich im Krankenhaus, sein Zustand sei aber stabil. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete weiters, dass auch der frühere Verteidigungsminister General Hassan Turkmani ums Leben kam, der Geheimdienstchef Hisham Bekhtyar soll demnach verletzt worden sein.

Zwei Rebellengruppen bekennen sich

"Der Selbstmordanschlag ist der erfolgreichste direkte Angriff auf das Regime, den wir bisher hatten", sagte der syrische Analyst Gala Riani. Immerhin sei der innerste Kreis um Präsident Assad hart getroffen worden. Auch die syrische Armee bezog zu dem Vorfall Stellung: Sie sei jetzt "noch entschlossener als je zuvor", gegen alle Formen des Terrors vorzugehen. Die Streitkräfte würden ab sofort alles daran setzen, die Verantwortlichen für das Attentat zur Rechenschaft zu ziehen.

Zu dem Anschlag bekannten sich gleich zwei Gruppen: Die islamistische Rebellen-Organistation Liwa al-Islam erklärte auf ihrer Facebook-Seite, man habe das Krisenkontrollzentrum in Damaskus angegriffen. Die Erklärung wurde von einem Sprecher der Gruppen bestätigt. Die Freie Syrische Armee, in der Rebellen lose zusammengeschlossen sind, bekannte sich über einen Sprecher ebenfalls zu dem Anschlag. "Das ist der Vulkan, von dem wir gesprochen haben. Wir haben gerade erst begonnen", sagte der Vertreter.

Fünf weitere Explosionen

(c) Reuters/KHALED AL-HARIRI

(c) Reuters/KHALED AL-HARIRI

Nach dem Bombenanschlag auf den innersten Machtzirkel von Assad soll es am Nachmittag im nordwestlichen Hauptstadtbezirk Muhajireen fünf weitere Explosionen gegeben haben. Betroffen soll eine Militärbasis sein, die von einer Division genutzt wird und von Assads Bruder Maher geführt wird. Zunächst war unklar, ob diese Einheiten Ziel eines Angriffs waren.

UN-Sitzung verschoben

Der UN-Sicherheitsrat hat eine für Mittwoch geplante Abstimmung über einen westlichen Resolutionsentwurf zu Syrien um einen Tag verschoben. Dies gab der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin nach einem Treffen der fünf Ständigen Mitglieder des Rates bekannt. Die Diskussionen über den Entwurf sollten am Mittwoch fortgesetzt werden. Der internationale Syrien-Gesandte Kofi Annan hatte um die Verschiebung gebeten. Der Entwurf würde Sanktionen gegen die Regierung von Präsident Bashar al-Assad ermöglichen. Russland lehnt entsprechende Maßnahmen ab.

Damaskus wird seit Sonntag von heftigen Kämpfen zwischen Soldaten und Aufständischen erschüttert. Die
Rebellen kündigten am Dienstagabend eine "Schlacht für die Befreiung" von Damaskus an.

(Red./APA/AFP/dpa/Reuters)

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85 Kommentare
 
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Gast: E.T.
19.07.2012 10:03
3 0

Ist das nicht pervers

Die ganze Welt sieht zu, wie sich die Menschen dort abschlachten.
Ich kann nicht beurteilen, warum, wieso, wer, was, dazu haben ich persönlich zu wenig Kenntnisse über Syrien, aber das die täglichen Bilder, die man uns ins Haus liefert, verrückt sind, kann ich beurteilen.
Es kann doch nicht sein, dass wir zusehen, wie ein Land vor die Hunde geht und im Endeffekt ein islamischer Staat entsteht.

Gast: r-tiroch@t-online.de
19.07.2012 08:58
1 1

Taschengeld

die werden sich 500 mrd an Taschengeld für alle Fälle mitgenommen haben und landen vielleicht in Nordkorea, gell?

Antworten Gast: Brestide
19.07.2012 09:30
1 2

Re: Taschengeld

Was hast du mit N-Korea? Bist schon ein Vogel.

4 0

Es kommt nichts besseres nach...

Assad und seine Clique sind mit Sicherheit ein Greul für das Land...

...aber wer glaubt, dass nun Freiheit und Demokratie Einzug halten, wird eines besseren belehrt werden.

Ich schätze es wird auch nach dem Sturz von Assad zu Massenhinrichtungen kommen.

Die "Rebellen" haben ja schon bewiesen was sie mit Christen und Alawiten vorhaben - siehe Vertreibung der Christen in Homs!

Gast: Na und?
19.07.2012 07:20
9 1

Was zu kritisieren ist:

Töten Regierungtruppen Unschuldige, wird das zurecht angeprangert.

Töten die Rebellen Unschuldige, ist das egal.

Scheinheiligkeit nennt man so ein Verhalten. Man könnte auch "verlogen" dazu sagen.

Re: Was zu kritisieren ist:

Der Unterschied ist meiner Meinung nach, dass die Regierung das Problem von Anfanf an anders hätte lösen können und alles in der Hand hatte. Die Rebellen/Unterdrückten alleine (ohne externen Eingriff, Verhandlungen, ...) haben kein anderes Mittel, um sich zu wehren und REagieren entsprechend auf die Gewalttaten der letzten Wochen/Monate ...

Antworten Antworten Gast: Na und?
19.07.2012 08:34
4 1

Re: Re: Was zu kritisieren ist:

Jetzt verraten Sie mir doch bitte, von woher die Rebellen ihre Waffen und den Sprengstoff haben?

Ich nehme denen ganz einfach nicht ab, nach der Revolution Frieden zu halten. Eher werden sich verschiedene Milizen das Land aufteilen, wie im Irak.

Folge: riesige Vertreibungen, neue Krisenherde auf ewig...

Da ist mir Assad lieber!

Antworten Antworten Antworten Gast: Und na?
19.07.2012 09:31
1 2

Re: Re: Re: Und du meinst, es interessiert jemanden, wer dir lieber ist?


Komiker.

Das sind die gleichen Profis am Werk

wie in Libyen.

Gast: HerrvonderInnerenStadt
19.07.2012 00:34
1 1

Ich ahne nichts Gutes!

Ich habe Sorge, dass sich alles noch zu einem schlechteren wandelt.

Staat und Kirche gehören getrennt!

Der Westen hat sein Interesse - aber es gibt die Zivilbevölkerung und diese wird leiden und leidet....

Gast: netter gast
18.07.2012 23:41
4 2

Kriegspropaganda ?

Wie kann man einen Terroranschlag mit :

"Schlag ins Herz des Assad-Regimes"

übertiteln ?

Hat die Kriegspropaganda jeden Rest an Humaninsmus weggebrannt ?

Antworten Gast: Watchdog2012
19.07.2012 07:40
2 1

Re: Kriegspropaganda ?

Der Unterschied zwischen einem Terroranschlag und einem Attentat im Rahmen einer Revolution besteht darin, dass letzterer sich nicht auf Zivilisten bezieht sondern auf politische oder militärische Schlüsselpersonen des Regimes.

Ohne irgendeine Seite zu beziehen, nur durch die Ähnlichkeit der Methode ist dies keinesfalls mit systematischen Selbstmordattentaten gegen Zivilisten im nahen Osten zu vergleichen.

Tooooooooooooooooooooooooooor !


7 1

und noch eine Demokratie

Auf dem Weg zur besten Regierungsform.
Wenn auch nun die Ismlamisten an die Macht kommen sollten und was zu vermuten ist nichts bessert sich, dann im nächsten Schritt wird auch diesen Menschen klar, das religiöser Fanatismus nie der Weg sein wird ein friedliches Zusammenleben im Wohlstand zu ermöglichen.
Resultat? ne bessere Welt.

3 0

Re: und noch eine Demokratie

Genau den religiösen Fanatismus gibt es ja bislang nicht in Syrien. Der soll eben erst installiert werden. Zumindest bekommen sie dann eine unabhängige Nationalbank. Die Libyer sind auch ganz begeistert davon, dass ihnen ihre Bodenschätze nicht mehr zugute kommen und das Wasserprojekt, das Afrika unabhängig gemacht hätte zerstört ist. Dafür dürfen sie jetzt auch aus vorausgewählten Politikern wählen.

Gott sei dank ist die österr botschaft noch offen

dann kann UHBP einem verdienten antifaschisten asyl anbieten

5 8

Syrien

Braucht man eigentlich das Landgebiet Syrien, falls man bei einem US Angriff auf den Iran Israel schützen will? Es grenzt zwar nicht direkt an, konnte aber für die Raketenabwehr bedeutend sein?

5 2

Re: Syrien

Nein

Gast: Grünschild
18.07.2012 21:15
20 4

Der Sturz des Regimes wird genau NICHTS in der Welt besser machen

Ich befürchte eher das Gegenteil. Die größten internationalen Schädlinge werden einen weiteren Etappensieg eingefahren haben.

Antworten Gast: Leon Walras
19.07.2012 06:21
0 1

Re: Naja ...

... das wird zumindest die Bevölkerung von Syrien ganz anders sehen. Wieder muss einer der menschenverachtenden Diktatoren die Segel streichen, der die Zeichen der Zeit weder verstanden noch richtig ausgelegt hat. Dialoge sind ihm fremd, da lässt er lieber auf das eigene Volk schießen.
Assad sollte möglichst rasch in Syrien vor Gericht gestellt werden, auf dass die Bevölkerung dieses traurige Kapitel ihrer Geschichte endgültig abhaken kann ...

Re: Der Sturz des Regimes wird genau NICHTS in der Welt besser machen

So what? Wird der Aufstand niedergeschlagen, ist es (vom Blutzoll ganz abgesehen) ein Etappensieg für Russland und den Iran. Und sogar der größte Antiamerikaner muss zugeben, dass die zumindest nicht nicht besser sind. Zu glauben, irgendeine Großmacht wäre „moralischer“ als irgendeine eine andere, ist sehr idealistisch (aber ich respektiere es, so war ich auch mal). Alle morden, lassen morden und unterstützen ihre „Freunde“ , völlig egal, wie diese handeln. Allen geht es um Machtakkumulation. Die Frage ist einzig und allein, wessen Werte man eher teile, in einer einer von wem dominierten Welt man eher leben würde. Das musst jeder selbst wissen, aber ich lebe unter der US-Hegemonie bis jetzt ganz gut.

19 3

Wundert sich niemand

wie und von wem die Aufständischen bewaffnet wurden?
War doch in Libyen nicht anders.
Mich dünkt dieser 'arabische Frühling' ist viel eher ein 'islamistischer Morgengrauen'.

Antworten Gast: Säkularistin
18.07.2012 21:26
11 3

Re: Wundert sich niemand

sehe ich ähnlich.

das Morgengrauen hasttest Du aber falsch geschrieben.

Morgen Grauen wäre besser gewesen;-)

So eine widerliche feige Mörderbande!

Man kann sich gut vorstellen, wie es den Alawiten, Christen; Juden, Driusen, Aleviten und auch den sunnitischen säkularen Menschen geht, wenn diese Typen die Macht vollends an sich gerissen haben werden.

Arme Syrer!

Gast: Picgirl
18.07.2012 20:10
4 1

...

Irgendwie schaut das Bild nach Photoshop aus, als ob Assad reingeschnitten worden wäre.
Er steht voll unrealistisch am Boden, die ganze Szene wirkt unrealistisch. Was stellt das aufgeklappte Teil in der Mitte dar? - eine Pyramide?

Das Foto vom Standard zeigt gar eine Deix artige Szene mit dem Bruder von Homer Simpson ganz links
http://images.derstandard.at/t/12/2012/07/18/1342156268010.jpg

Gast: mostsaat
18.07.2012 20:08
6 2

Zu dem Anschlag bekannte sich

sieht mir von den logistischen anforderungen her, eher nach geheimdienst aus.

Gast: Sltn
18.07.2012 19:59
1 8

nicht Lugen

Na ja , das letzte Wort aus der Turkei war - es war nicht FlaK , und Sie werden von uns horen ,was sagen Sie daruber Hr Assad.

 
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