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USA: Barack Obama treibt Mitt Romney vor sich her

18.07.2012 | 18:36 |  von THOMAS VIEREGGE (Die Presse)

Der Wahlkampf wird immer giftiger. Die Demokraten haben den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney als "Raubtierkapitalisten" ins Visier genommen und in die Defensive gedrängt.

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Washington. Als Sänger gibt Mitt Romney eine eher klägliche Figur ab. Doch was tut man nicht alles im Wahlkampf, um sich als Patriot zu gerieren? Bei den Vorwahlen in Florida vor einem halben Jahr forderte er seine Anhänger im sonnigen Pensionistenparadies The Villages auf, mit ihm in den Chorus von „America, the Beautiful“ einzustimmen – der heimlichen US-Hymne. Dünn und brüchig klang die Stimme, und die Satiriker trieben ihren Spott mit dem hölzernen Kandidaten.

Die Gesangseinlage pickten die Demokraten nun heraus, um Romneys Image als Vorzeigemanager zu konterkarieren. In einer Videomontage attackieren sie ihn als „Outsourcing-Pionier“, als einen Kapitalisten, dessen Firmen um des Profits willen Jobs ins Ausland verlagerten – nach China, Indien und Mexiko. Romneys Investmentfirma Bain Capital wurde solchermaßen als Pionier gerühmt. Zu jener Zeit, behauptet der republikanische Präsidentschaftskandidat aber, habe er als Vorstandschef keine aktive Rolle mehr in dem Unternehmen gespielt. 1999 hatte er Bain Capital verlassen, weil er den Job als Krisenmanager der Olympischen Winterspiele in Salt Lake City übernahm. Eine Korruptionsaffäre überschattete damals die Spiele im Mormonenstaat Utah, sie waren von einer Pleite bedroht.

 

„Schämen Sie sich, Mr. Obama“

Entrüstet pochte Romney auf eine offizielle Entschuldigung von Präsident Obama. In einem TV-Spot konterten die Republikaner mit einem Satz Hillary Clintons aus dem Wahlkampf vor vier Jahren: „Schämen Sie sich, Mr. Obama.“ In der Hitze des unerbittlichen Duells hatte sie ihrem Gegenkandidaten vorgeworfen, Unwahrheiten unters Wahlvolk zu streuen.

Mit ungebrochener Intensität spritzen auch heuer wieder die Giftschleudern, zwischen den Lagern fliegen die Pfeile hin und her. Das Obama-Camp denkt nämlich nicht daran, vor Romney in die Knie zu gehen. Unablässig treibt es den Gegner vor sich her. Romney habe den Vorstandsjob bei Bain Capital pro forma nie aufgegeben, er habe sogar weiterhin eine Gage bezogen, trommeln die Obama-Leute. Dies entspricht dem Naturell und dem Sicherheitsdenken Romneys, der kaum je ein Risiko einging. Auch ein Präsident Romney würde vor allem Jobs im Ausland schaffen, kritisierte Obama bei Kundgebungen landauf, landab. Denn dessen Konzept sehe Steuerfreiheit für Auslandsprofite von US-Unternehmen vor.

Paradoxerweise folgt die Obama-Kampagne der Strategie George W. Bushs, die da lautet: Den Gegner frühzeitig in eine Schlammschlacht verwickeln und brandmarken. Mit wüsten Attacken hatten die Republikaner 2004 die Glaubwürdigkeit des demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry als Vietnam-Veteran unterminiert und seinen Patriotismus infrage gestellt.

Das Romney-Team musste indessen gewappnet sein. Ausgerechnet die republikanischen Gegenkandidaten lieferten den Demokraten die Munition. Newt Gingrich und Rick Perry hatten Romney im Vorwahlkampf als „Aasgeier“ und „Raubtierkapitalisten“ angeprangert – eine Punzierung, die in Zeiten, in denen die Reputation der Wall Street schwer ramponiert ist, eine Grundstimmung trifft. Schon vor vier Jahren höhnte Mike Huckabee in Anspielung auf seinen Rivalen Romney: „Ich will ein Präsident sein, der euch nicht an den Typen erinnert, der euch gefeuert hat.“ Und auch Ted Kennedy hatte bei der Senatswahl in Massachusetts 1994 die Rolle Romneys als Finanzmanager weidlich ausgeschlachtet.

 

Vorbild George Romney

Die Forderung nach Veröffentlichung weiter zurückliegender Steuererklärungen bringt Romney zusätzlich in die Bredouille. Inzwischen hat sich eine Reihe prominenter Republikaner dem Ruf angeschlossen. Romney wiegelte vorerst ab. Dies würde den Gegnern noch mehr Angriffspunkte bieten und von der miserablen Bilanz Obamas ablenken. Eine Offenlegung würde die ausländischen Konten und Fondsanteile des Kandidaten in der Schweiz und den Cayman Islands zutage fördern. Just sein Vater George Romney hatte völlige Transparenz vorexerziert, als er im Präsidentschaftswahlkampf 1968 seine Finanzlage lückenlos darlegte. Nur die Nominierung des Vizepräsidentschaftskandidaten könnte seinem Sohn derzeit aus der Defensive helfen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.07.2012)

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11 Kommentare

4 more years

Obama wird's schwieriger haben die Wähler zu mobilisieren als noch 2008.
Seine Mottos Change und yes we can zählen nicht mehr.
Jetzt heißt es Forward!!
Aber ich hoffe er wird Mitt Romney schlagen, wenn auch knapper als damals gegen John McCain.
Aber natürlich kann er auch die Wahl verlieren, wenn die Wirtschaft weiter an Fahrt verliert.
Denn ist da noch die hohe Arbeitslosenquote von 8,2%.
Wenn diese bis zur Quote bis zur Wahl nicht spürbar sinkt, befürchte ich dass Obama die Wahl verliert.
Und dann geht's den USA mit einem Wendehals US-Präsidenten Mitt Romney viel schlechter als jetzt.
Dieser Mann meint,
er könne ein Jobwunder schaffen.
Wie man bei Bain Capital gesehen hat wurden bestimmt viele Jobs ins Ausland verlagert.
For more Years für Barack Obama!! :)


obama vs romney

es gibt keinen wesentlichen unterschied zwischen romney und obama, ausser dass obama sozial-leistungen auf pump will und romney das militaer auf pump verdoppeln will

2 irre, die am selben ast sitzen, naemlich mehr staat weniger freiheit

romney hat uebrigens noch immer nicht die nominierung als republikanischer kandidat - die wird sich im august beim republikanischen kongress in florida entscheiden. romney hofft, dass alle seine delegates auch wirklich fuer ihn waehlen und nicht etwa fuer ron paul (der noch immer im rennen ist) - es gibt geruechte wo einige ron-paul supporter auf den listen romneys stehen als "delegates", die dann beim republikanischen kongress abstimmen

aber selbst wenn diese fuer ron paul stimmen wuerden, wird wieder einmal (wie schon geschehen) das licht im saal kurz abgedreht und dann romney kurzerhand als der gewinner erklaert.

laecherlicher gehts wohl kaum noch

Gast: Hans im Glück
19.07.2012 10:45
1 1

Obama der Friedensnobelpreisträger mit seinem Change...

Den Amerikanern ist wirklich nur "change" geblieben.

Mit dem Kleingeld können sie nicht einmal ihre Häuser behalten.

Gast: Old Comrade
19.07.2012 10:22
0 0

Nicht repräsentative Umfrage

Nach der Meinung meiner Freunde (Reps&Dems) in New Jersey würden die momentan alles außer Obama wählen.

Giftschleudern

:-(

typisch Linke

Romney wird besser als Obama je sein könnte!

Gast: ein neuer gast
17.07.2012 17:04
5 0

ein wenig unreflektierte propaganda?

- für den mainstreammessias und allerweltsheilbringer.

och nee ... wie süß! und die paar mordbefehl´tscharl, die er jeden dienstag unterschreibt sind ja nur halb so wild ... so wie die hunderten kollateralschadenskinder - was sind die schon gegen a busserl!

Gast: Boulevardblätterbeobachter
17.07.2012 13:39
5 1

Und wen interessiert das?

???

Re: Und wen interessiert das?

Den Herrn Vieregge. Der muß dann vor Rührung fast weinen.

Gast: b754
17.07.2012 12:24
2 1

:-/

"This is how they spend most of their time, lounging around, sometimes grooming one another. Sometimes they even allow others to join in"

- Sir David Attenborough

Gast: Hamdudeldei
17.07.2012 11:53
4 0

Und das im Wahlkampf

Was fuer ein ruehrender Zufall.