Der frühere liberianische Staatschef Charles Taylor hat Berufung gegen seine Verurteilung zu 50 Jahren Haft wegen Kriegsverbrechen eingelegt. Taylor fechte sowohl den Schuldspruch gegen ihn als auch das festgelegte Strafmaß an, teilte das Sondertribunal zu Sierra Leone im niederländischen Leidschendam bei Den Haag am Donnerstag mit. Mit dem Fall soll sich nun die Berufungskammer des Tribunals auseinandersetzen.
Taylor war am 26. April für schuldig befunden worden, als Präsident Liberias während des Bürgerkriegs im benachbarten Sierra Leone die Rebellen der Revolutionären Vereinten Front unterstützt zu haben. Einen Monat später wurde das Strafmaß gegen ihn verkündet. Taylor bewaffnete nach Überzeugung des Gerichts die Rebellen, die Kindersoldaten rekrutierten und Gräueltaten an Zivilisten begingen, und ließ seine Truppen an deren Seite kämpfen. Im Gegenzug soll sich Taylor sogenannte Blutdiamanten beschafft haben. Während des Kriegs wurden in den Jahren 1991 bis 2001 etwa 120.000 Menschen getötet.
Taylors Verteidiger werfen dem Gericht "systematische Fehler" vor, wie es in dem Berufungsdokument heißt. So seien "unbewiesene Gerüchte" als einzige Grundlage für einige Vorwürfe gegen Taylor verwendet worden. Auch die Staatsanwaltschaft, die 80 Jahre Haft gegen Taylor gefordert hatte, legte Rechtsmittel gegen das Urteil des Tribunals ein, wie das Gericht mitteilte.
(APA/AFP)
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