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Syrien droht bei ausländischer Intervention mit Einsatz von Chemiewaffen

24.07.2012 | 07:08 |   (Die Presse)

Im Westen fürchtet man, das in die Enge getriebene Regime könnte eine Verzweiflungstat begehen. Chemische und biologische Kampfstoffe könnten zudem in die Hände terroristischer Gruppen geraten.

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Damaskus/Reuters/Red. Das syrische Regime drohte am Montag erstmals explizit mit dem Einsatz chemischer und biologischer Waffen: Diese Kampfstoffe würde man zwar nicht gegen die Rebellen einsetzen, versuchte Jihad Makdissi, ein Sprecher des Außenministeriums in Damaskus, eine in den vergangenen Wochen international immer häufiger geäußerte Befürchtung zu zerstreuen.

Die Waffen seien vom syrischen Militär gut geschützt. Man werde sie niemals einsetzen, sagte Makdissi, doch der Nachsatz hatte es in sich: „solange Syrien nicht mit ausländischer Aggression konfrontiert sei“. Ob man die biologischen und chemischen Waffen diesfalls „nur“ gegen ausländische Truppen oder dann doch auch gegen die eigene Bevölkerung einsetzen würde, ging aus den Äußerungen nicht hervor.

Der britische Außenminister, William Hague, nannte die Drohung umgehend „inakzeptabel“. Es sei typisch für die totalen Illusionen diese Regimes, dass es von einer ausländischen Aggression ausgehe, meinte Hague: „In Wirklichkeit ist es so, dass das eigene Volk sich gegen einen brutalen Polizeistaat erhebt.“

Syriens Arsenal an chemischen Waffen ist sicher einer der Gründe für die besondere Zurückhaltung des Westens in Bezug auf eine Intervention. Viel ist über dieses Arsenal, dessen Existenz Syrien auch nie dementiert hat, zwar nicht bekannt. Fachleute gehen jedoch davon aus, dass es zu den größten in der ganzen Region gehört und vor allem Kampfstoffe wie Senfgas, Sarin und das Nervengift VX umfasst. Bei den biologischen Waffen ist die Situation noch unklarer, hier gibt es nur die Befürchtung, die syrische Armee könnte etwa über Bestände des Milzbranderregers Anthrax verfügen.

Weitergabe an Hisbollah möglich

Neben der Befürchtung, dass das in die Enge getriebene Assad-Regime chemische und biologische Kampfstoffe gegen die eigene Bevölkerung einsetzen könnte, tritt noch eine weitere, mindestens so große Sorge: dass Syrien diese Waffen weitergeben könnte, etwa an terroristische Gruppen wie die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah. Oder dass die Rebellen sie in die Hände bekommen, von denen einige zumindest Kontakt mit jihadistischen Gruppen haben.

Solange die Waffen in den Depots der Armee liegen, sind sie sicher. Doch dem Militär ist die Kontrolle über einige Regionen bereits entglitten, mehrfach gelang es den Rebellen, Waffenarsenale der regulären Streitkräfte zu plündern.

Für den Fall, dass das Regime kollabiert, wird daher bereits über einen großangelegten Einsatz zur Sicherung nachgedacht. Dazu seien Bodentruppen im Umfang von bis zu 75.000 Mann nötig, berichtet die „FAZ“ unter Berufung auf westliche Militärkreise.

Diktator Assad gab sich derweil erwartbar unbeeindruckt von den Rücktrittsaufforderungen der Arabischen Liga vom Wochenende und ließ seine Armee in der umkämpften Hauptstadt Damaskus die Gegenoffensive fortsetzen. Die Liga hatte ihm am Sonntag freies Geleit angeboten, sollte er abtreten. Der syrische Außenamts-Sprecher bedauerte diese „Einmischung in interne Angelegenheiten“ und, „dass sich die Arabische Liga auf dieses unmoralische Niveau begeben hat, statt seinem Gründungsmitglied Syrien zu helfen“.

Blutigste Woche seit 16 Monaten

Seit Freitag gelang es der Armee, einige Bezirke von Damaskus, wo sich kurzzeitig die Aufständischen festgesetzt hatten, wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Am Rand des Staatsgebiets das entgegengesetzte Bild: Dort gelang es Rebellen, vier weitere Übergänge an der Grenze zum Irak und zur Türkei unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Flaggen des Regimes wurden ebenso heruntergerissen wie die Bilder von Assad.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2012)

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132 Kommentare
 
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Verantwortung

Die USA-, EU-unis haben uns chemische u biologische Waffen beschert - und zur "Belohnung" stecken wir immer mehr Steuergeld genau in diese Unis, schreien alle Politiker nach wie vor unreflektiert nach "Bildung" ...

Interessant finde ich, dass die Flüchtlinge wieder aus der Türkei zurückkehren,

diese Nachricht kommt mit der Nachricht, dass die Regierung in Damaskus und anderen Landesteilen wieder Oberhand gewinnt!

Was sagt uns das?

Aus der Türkei???? - Wo liest du das????

Tausende Flüchtlinge aus dem IRAK kehren dieser Tage aus dem benachbarten Syrien in ihre keineswegs sichere Heimat zurück.

Gast: Niemals vergessen!
25.07.2012 08:54
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Beschämend, dass unser Aussenministerium

unter der Führung Spindeleggers den bewaffneten Regierungssturz durch die Opposition unterstützt, auch wenn es nur verbal sein sollte. Mehr Bedacht wäre dem Aussenministerium sehr gut gestanden statt syrische Christen ans Messer zu liefern!

Spindelegger (O-Ton): "Wir müssen versuchen, auch Syriens Christen dafür zu gewinnen, dass sie sich der Opposition anschließen"

Die Presse berichtete: http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/742772/Tuerkische-Warnung-an-Assad_Regime-kann-nicht-ueberleben

Gast: Initiativen
25.07.2012 08:44
10 0

300 Kämpfer bereit Waffen niederzulegen!

Hauptproblem sind rund 100 *ausländische* bewaffnete Rebellen, die weder die Absicht noch die Möglichkeit haben ...

http://www.fides.org/aree/news/newsdet.php?idnews=30567&lan=deu

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Es handelt sich um eine radikal*lamische Invasion -

ein beinhart kalkuliernder Westen sieht zu.
Medien&Presse sind gleichgeschaltet.
Wer will, kann ja dann im kommenden Sch*ria-Staat Urlaub machen.

Gast: zweivorzwölf
24.07.2012 23:19
5 0

Das kleine Licht

Da regen sich alle über das kleine Licht Assad auf. Dabei gibt es Land, dass seit Jahrzehnten die Erde mit Kriegen überzieht und dabei mehrere Millionen Menschen ermordet und verstümmelt hat. Dieses Land liegt schon wieder in Lauerstellung um weiter zu morden. Aber alle regen sich über das kleine Licht Assad auf.

Gast: Rater
24.07.2012 22:22
4 0

Syrien: Washingtons Angst vor einem "failed state"

Schon blöd dass die alle zurückin den Irak fliehen, und nicht nach Europa um dort zu unfreiwilligen Werkzeugen im US-Europäischen Wirtschaftskrieg zu werden.

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Aleppo ?

Da gibt es doch diese Zitadelle. Da war ich auch oben. Ist recht nett da -- gewesen.


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Vorschlag - Operation Mole Cricket 19 reloaded

dann ist das Drama in 2 Tagen gelaufen ...


Wenn man keine Wort glaubt,


Gast: Hamdudeldei
24.07.2012 14:29
24 6

nicht müde wird, die Rebellion als "vom Ausland gesteuert" zu brandmarken

Ja was denn sonst, mittlerweile bruesten sich ja schon diverse Anglo-Soeldnerfirmen in den Medien mit ihren "Erfolgen". Freilich hat aber jeder mit ein bisschen Hirn von Anfang an erkannt, dass es sich hier um einen weiteren schmutzigen NATO-Krieg handelt.

Antworten Gast: werbistdu
24.07.2012 17:37
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Re: nicht müde wird, die Rebellion als "vom Ausland gesteuert" zu brandmarken

Ach nein, ich dachte immer, die Tiroler Schützenkompanie steht dahinter, jetzt bin ich dank deiner Hilfe aufgeklärt

Antworten Gast: Kiebitz
24.07.2012 16:07
3 2

"mittlerweile bruesten sich ja schon"

wer?
wann?
wo?
Quellen?

Re: nicht müde wird, die Rebellion als "vom Ausland gesteuert" zu brandmarken

Hirn einschalten...da krepieren keine Statisten...ist euch das echt wurst?

Antworten Antworten Gast: Hamdudeldei
24.07.2012 17:00
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Re: Re: nicht müde wird, die Rebellion als "vom Ausland gesteuert" zu brandmarken

Das ist mir gar nicht wurscht, allerdings habe ich kapiert, dass die gleichen Drahtzieher, die skrupellos zehntausende Libyer und Syrer opfern wie nix, das Gleiche ohne Gewissensbisse auch bei uns anzetteln wuerden, wenn es ihnen nur dienlich erschiene.

Antworten Antworten Antworten Gast: B i n g o
25.07.2012 09:11
8 0

die gleichen Drahtzieher ... das auch bei uns anzetteln

"die gleichen Drahtzieher, die skrupellos zehntausende Libyer und Syrer opfern wie nix, das Gleiche ohne Gewissensbisse auch bei uns anzetteln wuerden, wenn es ihnen nur dienlich erschiene."

Das kann man doppelt unterstreichen!!

Re: Re: Re: nicht müde wird, die Rebellion als "vom Ausland gesteuert" zu brandmarken

Aber wir haben ja nur Wasser - Moment mal - Au weia Wasser könnte auch noch einmal interessant werden! Bitte die Tiroler Schützenkompanie dringend modernisieren!

Re: Re: Re: Re: nicht müde wird, die Rebellion als "vom Ausland gesteuert" zu brandmarken

Nicht notwendig, sobald die EU zu einem gemeinsamen Staat geworden ist und die europäischen Staaten zu EU-Bundesländern, gehört das Wasser nicht mehr uns, sondern Brüssel.

reinste propaganda

zum syrien thema !

bin gespannt ob jemals rauskommt wer da am meisten in diesen konflikt mitgemischt hat...: usa?...engländer ?.....israelis ??????


Re: Christen fliehen

das ist doch der nato egal, es geht um den ungehinderten zugriff auf das öl in kurdistan und die pipeline ans mittelmeer.

die andere route werden sie nie kontrollieren können bzw. ist sie viel zu teuer, ums sie dauerhaft kontrollieren zu können!

syrien können sie vielleicht einmal konrtrollieren, aber kurdistan ... auch wenn chevron und exxon sehr viel geld reinstecken, das wird nicht laufen!

siehe wsj.com, da steht die hintergrundinfo!

asia times hat ausgezeichnete info über den hintergrund des konfliktes!

demokratie, nö, fürn arxxx, hier gehts um planspiele die pearl, wolfowitz und die anderen falken schon vor jahren ausgearbeitet haben!

;-)

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Re: Re: Christen fliehen

Was ist Kurdistan? Meinen Sie die Bergtürken?

Antworten Antworten Gast: werbistdu
24.07.2012 17:38
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Re: Re: Christen fliehen

Ja, Ja, wenn man die Hintergründe für einen Konflikt zu wenig kennt, kommt man halt mit der ÖL-Masche.
Wo haben den die Serben ihre Ölfelder?

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Re: Re: Re: Christen fliehen

Ausserdem haben die oeltheoretiker die shaleoel und erdgasrevolution in den usa verschlafen welche die usa zum gasreichsten land der welt und moeglicherweise in einigen jahren zum erdoelhauptproduzenten macht.

 
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