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Atomstreit geht in Istanbul in die nächste Runde

24.07.2012 | 07:32 |   (DiePresse.com)

Mit wenig Optimismus gehen heute die Gespräche zwischen dem Iran und der 5+1 Gruppe weiter. Sie waren im Juni auf Eis gelegt worden. Beide Seiten wollten von ihren Positionen nicht abrücken.

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Wieder einmal ist Istanbul am heutigen Dienstag Schauplatz einer Verhandlungsrunde im festgefahrenen Atomstreit um die umstrittene Urananreicherung des Iran. Die Erwartungshaltung des Treffens auf technischer Ebene ist gering.

Denn die Gespräche zwischen dem Iran und der sogenannten 5+1 Gruppe - China, Frankreich, Großbritannien, Russland, die USA und Deutschland - waren Mitte Juni nach einem Treffen in Moskau auf Eis gelegt worden. Beide Seiten wollten von ihren Positionen nicht abrücken und konnten sich daher nicht einigen. Die beiden Chefverhandler, die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und der iranische Atom-Chefunterhändler Saeed Jalili, einigten sich nur darauf, die Verhandlungen vorläufig auf Experten-Niveau, sprich auf Ebene ihrer Stellvertreter, fortzusetzen.

Helga Schmid für Ashton und Ali Bagheri für Jalili, wollen bei den heutigen Verhandlungen also nur erreichen, dass Ashton und Jalili einander wieder treffen. Im Idealfall könnten die beiden Vizes in Istanbul eine Agenda für das kommende Treffen avisieren. Die Türkei ist sehr daran interessiert, dass bei dem Treffen konkrete Ergebnisse präsentiert werden können, zumal sie sich als Mediatorin im Konflikt immer wieder ins Spiel gebracht hat.

Iran beharrt auf "friedlicher Nutzung"

Allerdings fehlt es beiden Seiten an der Bereitschaft, die Positionen wenigstens zu überdenken. So berichteten Medien, dass die iranische Führung nicht darüber nachdenken würde, auf "ihr Recht der friedlichen Nutzung der Nukleartechnologie" zu verzichten. Der Chef des iranischen Schlichtungsrates, Ex-Präsident Akbar Hashemi-Rafsanjani, attackierte den Westen: "Bedauerlicherweise befindet sich Europa mit seinen Sticheleien gegenüber dem Iran in Bezug auf die Atomfrage auf dem internationalen Parkett auf einem Irrweg. Wir haben keinerlei Interesse daran, Atomwaffen zu bauen. Hingegen werden wir auf unsere Rechte der friedlichen Nutzung nicht verzichten", so der zweitmächtigste Mann des Iran.

Doch der Westen verlangt weiter eine sofortige Suspendierung der kompletten Urananreicherung und die Schließung der neuen Anreicherungsanlage Fordo südlich der Hauptstadt Teheran. Die Perser hingegen lehnen beide Ansinnen strikt ab und bleiben bei ihrer Hauptforderung: Der Westen müsse Teheran seine Rechte als Mitglied des Atomwaffensperrvertrages, also ein ziviles Atomprogramm,0 zugestehen und sämtliche Sanktionen aufheben. Erst dann könne man über Kompromisse verhandeln.

Der Westen verdächtigt Teheran, unter dem Deckmantel eines friedlichen Atomprogrammes heimlich an Atomwaffen zu arbeiten, was von der iranischen Führung heftig dementiert wird.

(APA)

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2 Kommentare
Gast: Iran hat auch Rechte
24.07.2012 08:01
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Rafsanjani hat Recht

Ja na klar darf der Iran die Atomtechnologie nutzen, warum auch nicht, er ist Mitglied beim NPT. Also Rafsanjani spricht 75 Mio Persern aus der Seele. Was ist mit Israel? die haben so viele Atombomben und keiner fühlt sich bedroht. Und der Iran ist noch weit entfernt von der Bombe. Ich verabscheue die Haltung des Regimes von Teheran zu Menschenrechten und die heuchlerische Auslegung des Islam auf barbarischer und tyrannischer Ebene, aber die Perser haben schon seitjeher einen enormen Stolz und den lassen wir uns durch den lächerlichen Westen (USA; Israel,...) nicht nehmen.

Re: Rafsanjani hat Recht

aber die Perser haben schon seitjeher einen enormen Stolz und den lassen wir uns durch den lächerlichen Westen (USA; Israel,...) nicht nehmen.

Der Stolz darf aber nicht so groß sein um andere Länder zu zerstören.

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