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US-Außenpolitik: Romney würde wenig anders machen

25.07.2012 | 18:18 |  HELMAR DUMBS (Die Presse)

Der republikanische Herausforderer Barack Obamas bemüht sich, Differenzen zu finden. Bei Lichte betrachtet liegen diese mehr im Stil als in der Substanz. Eine Analyse.

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Diesmal hat Mitt Romney versprochen, sich ans Fair play zu halten: Er, der Herausforderer, werde während seiner Reise nach Großbritannien, Polen und Israel davon absehen, die Außenpolitik von Amtsinhaber Barack Obama zu kritisieren. Das ist eine ungeschriebene Benimmregel, so wie jene, die Romney im Februar brach, als er während des Besuchs von Chinas Vizepräsidenten in Washington nicht nur Obamas China-Politik geißelte, sondern gleich auch gegen Peking und also den Staatsgast vom Leder zog.

Dafür sparte Romney in der Nacht auf Mittwoch vor seinem Abflug nicht mit der rhetorischen Keule: „Verräterisch“, „verachtenswert“, „schäbig“ sind nur drei Adjektive, mit denen er in einer Grundsatzrede die Außenpolitik Obamas klassifizierte. Wenn er vor allem den Kritiker gab und wenig darüber sprach, was er anders machen würde, hat das einen guten Grund: Er würde wenig anders machen. Ob in der Neuausrichtung auf Asien oder in der Iran-Politik: In der Substanz trennt die Kontrahenten wenig, der Unterschied liegt vor allem im Stil. Das zeigt sich deutlich im Verhältnis zu Peking.
•China: Erneut kritisierte Romney am Dienstag Pekings Währungspolitik und Handelsrestriktionen. Obama könnte diese Passage von Romneys Rede umstandslos unterschreiben. Nicht allerdings, was dieser im Februar sagte: „Wenn ich Präsident bin, werde ich mir China zur Brust nehmen und sagen: ,Jungs, ich werde auch Währungsmanipulatoren nennen und Zölle einheben, bis ihr mit diesen Praktiken aufhört.‘“ Diese Rhetorik kann sich nur ein Herausforderer leisten.


•Iran: Im Atomstreit mit Teheran ergibt sich ein ganz ähnliches Bild. Obamas Regierung hat ein ums andere Mal klargemacht, dass sie einen nuklear bewaffneten Iran nicht akzeptieren würde und dass die militärische Option auf dem Tisch liegt. Nichts anderes sagte sein Vorgänger George W. Bush, nichts anderes sagt Romney. Was diesen nicht davon abhielt, in einer TV-Debatte der damals vier republikanischen Kandidaten zu behaupten: Wenn Obama Präsident bleibe, werde der Iran Atomwaffen bekommen, wenn er, Romney Präsident werde, würde das nicht passieren. Eine Nebenfront eröffnete Romney am Dienstag, indem er Obama vorwarf, Irans demokratische Opposition (Stichwort: „Grüne Bewegung“ 2009) zu wenig zu unterstützen.


•Nahost-Konflikt: Hier bemüht sich Romney besonders, die Differenzen herauszustreichen: Wenn er nun sagte, Obama habe „das Vertrauen von Amerikas engsten Verbündeten verraten“, meint er damit vor allem Israel, „dessen Führung Obama so gerne schulmeistert“. Noch mehr: Obama habe Israels Position geschwächt. Das ist wohl weniger eine Botschaft an die Wähler, sondern an die mächtige amerikanisch-israelische Lobby-Organisation AIPAC.

Tatsächlich hat Obama die israelische Regierung und die ihr nahestehende AIPAC massiv verärgert durch sein Bestehen auf einem Siedlungsstopp in den besetzten Gebieten. Schon sein Vorgänger Bush hat die Siedlungen wiederholt ein „Hindernis für den Frieden“ genannt, Obama hat das Thema zu Beginn seiner Amtszeit aber stark in den Fokus gerückt – und biss sich an Premier Benjamin Netanjahu die Zähne aus. Israel kann sich freilich nicht beklagen, dass Obama nicht alles getan hätte, einen palästinensischen Antrag auf staatliche Anerkennung in der UNO zu torpedieren – so wie es jeder US-Präsident gemacht hätte.

In einem „normalen“ Jahr gilt die Außenpolitik nicht als wahlentscheidend, siehe George Bush senior. Trotz erfolgreicher „Operation Wüstensturm“ im Irak wurde der versierte Außenpolitiker nicht wiedergewählt und verlor gegen einen unerfahrenen Südstaaten-Gouverneur namens Bill Clinton. Den Wählern ging es um die Wirtschaft, und um die geht es ihnen 2012 umso mehr. Da nützt es Obama vermutlich auch nicht viel, dass er al-Qaida-Chef Osama bin Laden zur Strecke gebracht hat.

 

Angriff auf Iran als großes Risiko

Ein außenpolitisches Ereignis gibt es freilich, das die Wahl massiv beeinflussen könnte: ein Militärschlag Israels gegen den Iran. Ein Angriff kurz vor der US-Wahl könnte der Regierung Netanjahu als idealer Termin erscheinen. Obama stünde dann vor einem Dilemma, wie das Magazin „Foreign Policy“ analysierte: Stellt er sich nicht bedingungslos an die Seite Israels, würde er die Flanke für seinen republikanischen Herausforderer weit öffnen. Doch ein Angriff, da sind sich die Analysten einig, würde die Öl- und Benzinpreise in ungeahnte Höhen schießen lassen. Und dann kann Obama die Wiederwahl wohl abschreiben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.07.2012)

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69 Kommentare
 
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Gast: modskue
27.07.2012 10:29
1 0

Einer wie der andere!

Die die Parteien der Amis unterscheiden sich, wenn überhaupt, nur in Nuancen.
Alle sind sie erzkonservative, weltfremd und eingebildet.

Schon allein wie sie immer von "Amerika" reden. Als gäbe es nur einen Staat in Amerika! Die Kanadier, Mexikaner, Brasilianer usw. gehören da scheinbar nicht dazu.

Da passt es, dass so eine Ex-Heuschrecke wie Romney einfach loslabert ohne Sinn und Verstand.
Obama wäre das wohl nicht passiert, dafür kann der aber nur Reden halten solange der Teleprompter funktioniert!

Allein was man da zur Zeit in Polen und Tschechien abzieht mit dem "Raketenschirm"!
Als wären die 2 Länder potenzielle iranische Ziele von möglichen Nuklearraketen! Lächerlich!
Und die anderen? Die muss man als Ami ja nicht fragen! Amiland hat immer recht!

So gesehen ist Obama wohl das kleinere Übel für die Welt. Also hoffen wir mal, das die Amis uns keinen G.W. Bush 2.0 (aka Mitt Romney) bescheren...

Gast: Welcome to Ösistan
27.07.2012 09:41
0 0

Österreich

Viele der Kommentare sind sehr amerikakritisch. Dabei bekommt mich das Gefühl von die Probleme der Politik in Österreich nicht wahrnehmen zu wollen. Die Amis sind vielleicht ein bißchen kurzsichtig, wir Österreicher sind durch und durch korrupt.

Im letzten Satz sind Verallgemeinerungen, die von den Politikern auf die Bevölkerung schließen, für Mitdenker: Eine oder zwei??

Romney erinnert mich an George Bush jun.

Die Amerikaner werden doch nicht noch mal so blöd sein?

Antworten Gast: Gast: Leser
27.07.2012 11:09
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Re: Romney erinnert mich an George Bush jun.

Nachdem Obama zwar großartige Reden halten und großspurige Versprechen abgeben kann, ohne irgend etwas zu halten, wäre Romney vielleicht sogar das kleinere Übel, jedenfalls für den amerikanischen Wähler.

Da haben die Amerikaner Elite-Unis, Denkfabriken etc.

Aber immer die mit Abstand dümmsten Präsidenten. Außer George W. Bush der hatte Stil!

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Re: Da haben die Amerikaner Elite-Unis, Denkfabriken etc.

da fehlt aber ein " e ".

Antworten Antworten Gast: H .
26.07.2012 23:17
3 0

Re: Re: Da haben die Amerikaner Elite-Unis, Denkfabriken etc.

Wo?

Re: Re: Re: Da haben die Amerikaner Elite-Unis, Denkfabriken etc.

hahaha.. der war gut!

die zweiparteiige Diktatur...

wann begreifen die Menschen, dass die Politik nicht mehr von den Marionetten die die Leute bei Laune halten sollen gemacht wird, sondern von dessen einflussreichen Financiers und Lobbyisten!

Antworten Gast: alex46
26.07.2012 10:56
2 2

Re: die zweiparteiige Diktatur...

meinst du jetzt SPÖ und die Grünen?

was ist der Unterschied zwischen einer zweiparteiige Diktatur in den USA und eine mehrparteiige Diktatur in Österreich??? ich sehe keinen...

Außer in den USA protestieren die Leute, wenn etwas nicht passt. In Österreich wird alles akzeptiert....

Re: Re: die zweiparteiige Diktatur...

habe nicht behauptet, dass es in Ö. viel anders wäre!

1 0

Re: Re: die zweiparteiige Diktatur...

Bin Ihrer Meinung bis auf den Umstand, daß die Menschen in den USA sehr wohl und das nicht zu knapp von ihrem Demonstrations- und Protestrecht Gebrauch machen!

zwischen obama und romney gibt es fundamental keine unterschiede

beide praeferieren einen "maechtigen" staat und weniger freiheit, mit dem unterschied dass romney das militaer verdoppeln will auf pump und obama die sozial-leistungen verdoppeln will - ebenfalls auf pump.

mal abwarten ob im august bei der republican convention in florida auch alle von mitt-romney's delegates fuer ihn waehlen ;-)))

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A hero is born...



RUN MITT RUN! WE LOVE YOU!

MAKE THE REAL CHANGE!

Antworten Gast: I geißel mi...
27.07.2012 08:53
1 1

Re: A hero is born...

Sie haben "MAKE THE REAL WAR" vergessen

Gast: b754
25.07.2012 16:27
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man kann sich vorstellen was israel und die republikaner anrichten werden wenn sie an die macht kommen

die glauben die welt gehört ihnen führt eure kriege daheim

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Re: man kann sich vorstellen was israel und die republikaner anrichten werden wenn sie an die macht kommen

Was hat das mit Israel zu tun?! So ein dummer Kommentar!

Antworten Antworten Gast: wd
26.07.2012 22:40
1 0

Re: Re: man kann sich vorstellen was israel und die republikaner anrichten werden wenn sie an die macht kommen

na, wenn er verkündet, Obama tue zuwenig für Israel, ist da einiges drin, wenn Herr Liebermann wieder mal eine gute Idee hat.

Gast: wwe
25.07.2012 15:26
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Was will er?

Will er, dass die USA so einen schlechten Ruf wie unter GWB hat?

Antworten Gast: Gast: Leser
27.07.2012 11:16
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Re: Was will er?

Dieser Ruf hat sich unter Obama ja kaum wesentlich verbessert. Obama kann halt besser reden als George W., tut aber in Wirklichkeit nichts Neues und ist womöglich noch paranoider was "Terrorismus" und Ähnliches betrifft.

Gast: Waffenexport Nachfrage erhöhen
25.07.2012 14:38
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mehr Härte ?

""""Dieses Jahrhundert muss ein amerikanisches Jahrhundert sein"

"Ich werde die amerikanische Führerschaft in der Welt nicht aufgeben"

Ob gegenüber dem Iran, Russland oder China - Romney mahnte mehr Härte ein..
"""""
Der Typ geht ja voll auf eine Konfrontation und einen weiteren Krieg zu.
Handelt es sich nur um schäbige Aussagen oder entsprechen seine Aussagen der kommenden US Außenpolitik?

Wenn ja, na dann gute nacht Welt.


Gast: b754
25.07.2012 13:56
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zumindestens weiß man jetzt wen die juden unterstützen


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Re: zumindestens weiß man jetzt wen die juden unterstützen

Sie gehören offensichtlich dem in Österreich linken und damit seit Generationen tendentiell anstisemitischen Lager an. Anders kann man ihr Posting nicht einordnen (...wen die Juden unterstützen...). Amerikanische Bürger jüdischer Konfession wählen und wählten nie ausschließlich Republikaner.

Re: zumindestens weiß man jetzt wen die juden unterstützen

Und? Und wen unterstützen sie? Europäische Diletanten...?

Gast: estoc
25.07.2012 12:11
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es wäre an der zeit, ...

... dass die amis mal zur abwechslung einen krieg auf eigenem boden führen. ob sie dann auch noch so kriegsgeil sind?

Antworten Gast: tjatjatja
25.07.2012 13:37
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Re: es wäre an der zeit, ...

wenn du ihn einem kriegsgebiet leben würdest, wo du bedroht wirst, würdest auch lieber von den amis beschützt werden als von china oder russland.

 
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Im Fadenkreuz der Terroristen