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"Handelt!" UN-Generalsekretär appelliert an Vetomächte

26.07.2012 | 06:46 |   (DiePresse.com)

Mit eindringlichen Worten fordert Ban Ki-moon, dass die Staatengemeinschaft das Gemetzel in Syrien beendet. Die USA berichten von weiteren übergelaufenen syrischen Diplomaten.

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UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat die internationale Staatengemeinschaft aufgefordert, das Gemetzel in Syrien endlich zu stoppen. "Schiebt es nicht länger auf! Schließt Euch zusammen! Handelt!", appellierte Ban am Mittwoch in einer Rede vor dem bosnischen Parlament in Sarajevo. Die internationale Gemeinschaft sei verpflichtet, schwere Verstöße gegen die Menschenrechte zu verhindern, sagte Ban. Die UNO-Vetomächte Russland und China haben bisher ein entschiedenes Vorgehen gegen das syrische Regime, das seit knapp eineinhalb Jahren einen Volksaufstand blutig niederschlägt, verhindert.

Der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney, verurteilte erneut die "abscheuliche Gewalt" des syrischen Regimes gegen unbewaffnete Zivilisten. Es gebe glaubhafte Berichte, dass auch Panzer und Kampfflugzeuge eingesetzt würden. Die USA und ihre Partner würden weiterhin Schritte unternehmen, um das Assad-Regime zu isolieren und um mit Sanktionen dessen finanzielle Basis auszutrocknen. Das müsse es für die Regierung in Damaskus immer schwieriger machen, das brutale Vorgehen gegen das eigene Volk zu finanzieren.

Resolution in UNO-Vollversammlung

Die arabischen Staaten wollen in der UNO-Vollversammlung über eine Resolution zur Lage in Syrien abstimmen lassen. Darin soll der Aufbau einer demokratischen Regierung in dem Land gefordert werden. Dies erklärten der saudi-arabische UNO-Botschafter Abdallah al-Muallimi und der katarische Diplomat Abdulrahman al-Hamadi während einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrats am Mittwoch in New York. In der Vollversammlung gibt es im Gegensatz zum Sicherheitsrat keine Veto-Möglichkeit.

Aus diplomatischen Kreisen verlautete, in dem Resolutionsentwurf werde der Annan-Plan unterstützt. Zudem enthalte der Text Richtlinien für den Übergang zur Demokratie, eine Forderung nach freiem Zugang für Hilfsorganisationen und einen Aufruf, sich den Sanktionen der Arabischen Liga gegen Syrien anzuschließen.

Diplomaten laufen über

Dass sich nach der syrischen Geschäftsträgerin in Zypern auch deren Ehemann, der Botschafter in den Vereinigten Arabischen Emiraten, von Damaskus losgesagt habe, mache deutlich, dass "die Tage Assads gezählt sind", erklärte Carney vor Journalisten in der Präsidentenmaschine Air Force One weiter.Vor rund zwei Wochen war bereits der damalige Botschafter im Irak zur Opposition übergelaufen. Er hält sich inzwischen in Katar auf.

Mindestens 2000 syrische Soldaten wurden Rebellenangaben zufolge nach Aleppo in Marsch gesetzt. "Die Schlacht (um Aleppo) wird entscheidend sein und die Rebellen sind bereit dafür", sagte Abu Omar al-Halabi, ein Kommandant der oppositionellen Freien Syrischen Armee in Aleppo, der Nachrichtenagentur dpa. Nach Angaben von Aktivisten sollen sich Rebellen aus dem ganzen Land auf den Weg gemacht haben, um für die "Befreiung Aleppos" zu kämpfen, wie es heißt.

Türkei macht Grenzen dicht

Wegen der eskalierenden Gewalt schloss die Türkei weitgehend ihre Grenze zu Syrien für den Personen- und Güterverkehr. Für Flüchtlinge seien die Grenzen aber nach wie vor offen. Allein am Dienstag kamen bei Kämpfen und Razzien der syrischen Regierungstruppen landesweit mehr als 160 Menschen ums Leben, teilten die syrischen Menschenrechtsbeobachter in London mit. Auch am Mittwoch soll es mehr als 100 Tote gegeben haben.

In den Nachbarländern steigt die Zahl der syrischen Flüchtlinge. Mehr als 120.000 sind laut UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) in Jordanien, im Libanon, in der Türkei und im Irak registriert. Zusätzlich gebe es eine große Dunkelziffer. Viele seien auf humanitäre Hilfe und auf Spenden angewiesen. Drei Viertel von ihnen seien Frauen und Kinder.

Massenflucht nach Jordanien

Syriens Nachbarland Jordanien, in das sich derzeit täglich 1000 Syrer retten, richtet eine Zeltstadt für 130.000 Bewohner in der Nähe der Grenzstadt Mafrak ein. Die ersten Unterkünfte für 10.000 Menschen sollen am kommenden Montag zur Verfügung stehen.

Einige prominente Mitglieder der Assad-Familie glauben offensichtlich nicht mehr an ein Überleben des Regimes. Wie die Nachrichtenagentur dpa in Istanbul aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, sollen Assads Onkel Mohammed Machluf und dessen Söhne versucht haben, Kontakte im Ausland zu knüpfen. Sie suchten Schutz, falls Assad untergehen sollte.

(APA/dpa/AFP/sda)

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34 Kommentare
 
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Gast: Humpelstilzchen
26.07.2012 14:01
5 0

UN-Generalsekretär anscheinend nur eine US-Marionette

Traurig, traurig. Bin gespannt wie lange China noch zuschaut bei dem was die USA so treibt.


Der TaliBan-Ki-moon lebt wohl am Mond -

was wurde ihm wohl versprochen?

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Interessant

wie die PRESSE alle Berichte westlicher Agenturen übernimmt, ohne sie zu hinterfragen. Der ZDF-Korrespondent Dietmar Ossenberg brachte gester im "heute-journal" einen Bericht aus Damaskus. Dort geht das Leben seinen normalen Gang. Alle Schulen, Banken und Geschäfte sind geöffnet. Und er sprach mit Leuten auf der Straße. Dabei stellte sich heraus, dass sowohl die Alawiten als auch die Christen zu Assad stehen. Assad akzeptiert alle Religionen und deren Volllzug. Die Rebellen hingegen werden ausgerechnet von jenen radkikal religiösen Staaten wie Saudi Arabien, Katar, Türkei u.a. , die angeblich eine Demokratie in Syrien wollen, unterstützt. Ein syrischer Kollege erzählte ihm, dass er in Flüchtlingscamps mit Sunniten gesprochen habe und diese ihm erklärten, dass ihr Ziel es sei, nach der Vertreibung Assads allen Alawiten und Christen "die Kehle durch zu schneiden". Das ist ein Religionskrieg und die USA, vor allem Hillary Clinton, unterstützen noch dazu die Radikalen. Fazit: Ich glaube keinen Mainstream-Medien, incl. Die PRESSE auch nur ein Wort. Für mich ist Dietmar Ossenberg der einzige, der neutral berichtet. Man kann seinen Bericht auf ZDF-Mediathek anschauen, es lohnt sich.

Antworten Gast: Markus Trullus
26.07.2012 12:44
2 0

Re: Interessant

dieser Vermutung bin ich schon lange... die "Demokraten" sind alles andere als Demokraten. Und bei dem Religionswirrwarr - so die westliche Presse - kennt sich ohnedies kein Schwein mehr aus...

Re: Interessant

Kann man hier den Link posten?

Re: Re: Interessant

Versuchen Sie es hier. Das kleine Fenster rechts zeigt das "heute-journal" von gestern. Das Bild kann vergrößert werden. http://www.heute.de/ZDF/zdfportal/web/heute-Nachrichten/4672/3998/f9101d/ZDFheute--Nachrichten---Startseite.htm

Antworten Antworten Antworten Gast: Markus Trullus
26.07.2012 12:47
1 0

Re: Re: Re: Interessant

Aha, wurde schon abgedreht. Wer hat insistiert, das zu tun? Das macht man, um Menschen von ihrer Suche nach ein bisschen mehr Objektivität abzuhalten...


Re: Interessant

Habe den Bericht auch gesehen und war entzückt, dass es noch Länder mit freier Presse gibt!

Re: Re: Interessant

Dazu muss man aber auch sagen, dass das ZDF halbwegs neutral berichtet. Die ARD hingegen berichtet im Sinn der Rebellen. Die Nachrichten des ZDF sind kritischer als jene der ARD. Diese scheint ähnlich dem ORF politisch unterwandert zu sein.

Gast: Wahrheit statt Propaganda
26.07.2012 09:33
15 1

Frage an die Presse-Leute: gefällt Euch Euer Beruf...

... wenn Ihr nur im Sinne der größeren Macht schreibt - unabhängig vom Wahrheitsgehalt?

Ist eine Charakterfrage...

Aber wer Journalisten kennt...


Antworten Gast: betrachtender Leser
26.07.2012 11:11
4 0

Die Menschen mit oberflächlichen einseiten Teilaspektinformationen, die nur eine gewollte Sicht transportieren, zu informieren, dass diese die sachlichen und wichtigen Zusammenhänge nicht erkennen.

Dies ist ja bewusste Strategie der Massenmedien:
Die Menschen mit oberflächlichen einseiten Teilaspektinformationen, die nur eine gewollte Sicht transportieren, zu informieren, dass diese die sachlichen und wichtigen Zusammenhänge nicht erkennen. Wichtig ist in einseitigen Massenmedien bei Kriegskonflikten immer das Gut-Böse-Spiel: Der politisch gewollte Gegner muss dämonisiert werden.

Alles wird linear dargestellt, sodass man über die Komplexität der Schnittpunkte nicht die wirklichen Zusammenhänge erkennt.
Es wirkt zB, als ob bei Kriegen immer nur ein Land gegen das andere kämpft. Oder im Land Rebellen gegen Machthaber. A gegen B. Dass es gar ein C darüber geben kann, wäre dieser Logik schon zu komplex. Dass es gar zwischen A und B Schnittstellen geben kann, ebenso. Dass A und B nur Puzzlesteine eines grösseren Zusammenhanges (zB Neue Weltordnung) sein können, ebenso. Alles möglichst oberflächlich einfach und klein linear erklären, dass möglichst viele die gewollte Sicht nachkauen können: Jede(r) glaubt dann zu wisssen, wer "böse" sei.

Eine der wichtigsten Schlüsselfragen wäre ohnehin immer, wer das Ganze finanziert bzw. wem ein Konflikt eigentlich etwas bringt.
Mit der Frage: "Wer profitiert eigentlich?" (finanziell, wirtschaftlich, politisch, in Bezug auf Macht, Religion...) könnte man auf Dutzende an Profiteuren(und auch Hauptprofituere im Hintergrund)kommen.
Aber man muss stets wissen, dass dies von Massenmedien nicht gewollt ist.
Daher: selbst fragen und denken

Gast: haudraufbert
26.07.2012 09:15
1 0

ich bin mir sicher

das bosnische parlament in sarajevo hat sich im anschluss an diese rede zusammengeschlossen und gehandelt.

Was weiss der Banki, was wir nicht wissen?

Und drängt ausgerechnet jetzt, wo die Regierungstruppen offensichtlich effizient zurückschlagen.

Der scheint mir wohl auch eindeutig mit den "Aktivisten" zu sympathisieren. Aber wäre eh neu, wenn die Uno nicht USA-Linie fahren würde.

Gast: philantrop1
26.07.2012 08:47
7 0

irgendwie originell...

das gemetzel in afghanistan, in israel Gaza, westjordanland), irak, etc. stört herrn ban anscheinend nicht....

Gast: kibitz
26.07.2012 08:42
6 0

Ja - durch Trockenlegung der Geldquellen der Mörderbanden

Eine Armee, die aus den schlimmsten religiösen Fanatikern, Banditen und dem Abschaum aller arabischen Länder zusammengesetzt ist, gekauft mit dem Geld der Ölscheichs aus Katar und Saudi-Arabien. Zudem konnte sie uns auch von Militärhubschraubern aus einen Überblick über das unwegsame Gelände an der 900 km langen Grenze zur Türkei verschaffen. 900 km – das ist einmal quer durch Deutschland. Dies wäre die wichtigste Aufgabe zur Beendigung des Blutbades: Hermetische Abriegelung der Grenzen. Doch das ist fast unmöglich, denn hinzu kommen die Grenzen zu Irak und Jordanien, die auch durchlässig wie ein Sieb sind.

Gast: walter g
26.07.2012 07:53
15 1

Wirtschafts Pleite = Krieg .

Viele Pleite Staaten warten schon ungeduldig in den Startlöchenr um zuzuschlagen.

Und es war immer so.
Wer hat Lybien überfallen und ausgeraubt oder Irak usw.
Mein Wunsch wäre ,dass die USA zerfällt ,denn auch das amerikanische Volk leidet gewaltig unter der Politik der kriegsgeilen Wirtschaft.
44 Millionen Amerikaner können sich ohne den Hilfsorganisationen nicht mehr ernähren.

Re: Wirtschafts Pleite = Krieg .

nur so als info aus den USA.... der leidensdruck hier hält sich in grenzen, es regiert die erleichterung nicht im sozialistischen europa zu sein!

Re: Wirtschafts Pleite = Krieg .

sind glaube ich schon mehr als 50Mio. - Hauptsache der Banken, Öl + Rüstungsindustrie geht es prächtig!Da kann man dann auch ein paar Scharlatane wie Ban Ki Moon vorschicken, die den Leuten von Menschenrechten und einer besseren Welt erzählen!

Handelt!

Unterbindet jede weitere Waffenlieferung an den rabiaten Mob und helft Assad endlich, in seinem Land die Ordnung wieder herzustellen!

Antworten Gast: Gegen globale Ausbeutung
26.07.2012 07:53
12 1

Re: Handelt!

Das widerspräche aber dem US-Masterplan und ist somit böse :-)

Antworten Antworten Gast: gregor127
26.07.2012 08:40
6 0

Re: Re: Handelt!

Und trotzdem wäre es gut. Klar das Ki-Moon so redet. Wahrscheinlich ist die USA wieder mit gewaltigen Summen im Rückstand bei der UNO und mit seinen schönen Reden wird er doch denken, das die in den nächsten Tagen überweisen werden. Oder sehe ich das nur zu kommerziell??

Gast: Gegen globale Ausbeutung
26.07.2012 07:44
15 5

schwere Verstöße gegen die Menschenrechte verhindern

1) Guantanamo
2) Vorgehen der Israelis gegen die Palästinenser
3) Ausbeuten unzähliger Staaten durch die westliche Finanzmafia
4) Kriegstreiberer der USA
5) ...

Die USA + Mitläufer haben alleine im Irak weit über 100.000 Menschen ermordet.

 
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