Nach der Mitteilung Nordkoreas, dass Machthaber Kim Jung-un verheiratet ist, veröffentlichen südkoreanische Zeitungen Details über das Leben der Frau an seiner Seite. Ri Sol-ju sei als Sängerin mit dem Unhasu-Orchester aufgetreten, und ihr heutiger Mann sei bei einem Auftritt auf sie aufmerksam geworden. Ihre Ausbildung als Sängerin habe sie in China absolviert. Die Ehe soll bereits 2009 oder 2010 geschlossen worden sein. Auch ein Kind soll bereits existieren. Auf ihre Rolle im Staat sei sie in einem sechsmonatigen Spezialkurs vorbereitet worden.
Nordkorea ist hermetisch von seinen Nachbarstaaten abgeriegelt, so dass nur wenige Informationen nach außen dringen. Allein die Tatsache, dass Kim Jong-un mit seiner Frau in der Öffentlichkeit auftrat, ist ungewöhnlich. Seine Vorgänger - der Vater Kim Jong-il und der Großvater, Staatsgründer Kim Il-sung - erschienen nie in Begleitung ihrer Frauen in der Öffentlichkeit.
Keine Entschärfung des Konflikts mit Südkorea
Trotz dieses Auftritts gibt es keine Anzeichen darauf, dass der neue Machthaber einen politischen Kurswechsel verfolgt. Die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea haben sich seit dem Machtwechsel im Dezember des Vorjahres nicht verbessert. Heute Donnerstag teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit, dass erstmals seit zwölf Jahren wieder tausende Flugblätter mit Kritik an der südkoreanischen Staatsführung vom Norden aus mit Luftballons in den Süden geschickt wurden.
Die beiden Staaten befinden sich auch mehr als fünf Jahrzehnte nach dem Korea-Krieg offiziell noch immer im Kriegszustand. Zwischen der Regierung in Pjöngjang und den USA gibt es keine diplomatischen Beziehungen. Dennoch reagierte Washington auf die Berichte über die Ehe Kim Jong-uns. "Wir würden Frischverheirateten immer alles Gute wünschen", sagte Außenamtssprecherin Victoria Nuland, die sogleich eine kritische Bemerkung anfügte: "Unsere wichtigste Sorge gilt der nordkoreanischen Bevölkerung". Washington hoffe für die Nordkoreaner auf "bessere Lebensbedingungen".
(APA)
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