Der Hamburger Rechtsextremist Christian Worch will die politische Landschaft in Deutschland neu aufmischen. Dazu gründete er die Partei "Die Rechte", für die er nun beim Bundeswahlleiter die offizielle Registrierung beantragt hat. Der Zweck: Die Schaffung einer Alternative für die am äußersten rechten Rand führende NPD. Das berichtete "Spiegel Online" am Freitag.
Er habe lange darauf gewartet, dass sich irgendeine Partei "in die Richtung entwickeln würde, die ich für richtig halte", wird Worch zitiert. Nun sei der Punkt gekommen, an dem ihm nichts anderes bleibe, "als es selbst zu machen". So sollen sich rechtsextreme Gesinnungsgenossen bereits am Pfingstsonntag in Hamburg zu einem ersten Parteitag getroffen haben. Neben Worch zogen laut "Spiegel Online" zwei ehemalige Kräfte der "Deutschen Volksunion" (DVU) in den Vorstand ein.
Die rechtsextreme DVU war im Jänner 2011 mit der NPD fusioniert - gegen den Widerstand einiger damaliger DVU-Führungsleute. Einige von ihnen dürften nun bei "Die Rechte" eine neue politische Heimat gefunden haben. Dieser Schluss liegt umso näher, betrachtet man die Gründungserklärung der neuen Partei. Darin wird betont, dass diese "nicht unwesentlich auf den Trümmern der DVU aufbaut". Man habe das Programm aber "in etlichen Punkten sprachlich wie inhaltlich modernisiert und ergänzt".
"Weniger radikal als die NPD"
Eine exakte Ausrichtung existiert aber noch nicht: Einerseits sieht Worch nach der Auflösung der DVU eine "Marktlücke" zwischen der NPD und einem sich anbahnenden Bündnis zwischen der rechtspopulistischen Pro-Bewegung und den Republikanern. Andererseits zielt er klar und offen auf alle, die sich rechts von der Union verorten.
Fest steht für Worch allerdings, dass seine Partei "weniger radikal als die NPD" sein werde. Eine Ansage, die bei einem Blick auf seine Vergangenheit schwer nachvollziehbar ist. Immerhin gründete Worch 1989 die "Nationale Liste" mit, die 1995 verboten wurde. Die 1983 verbotene Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationaler Aktivisten hatte er 1977 gemeinsam mit dem bereits verstorbenen Neonazi Michael Kühnen aufgebaut. Mehrere Jahre saß er wegen seiner Aktivitäten in Haft.
"Die Biografie von Christian Worch steht für eine nationalsozialistische Ausrichtung", sagte auch der Düsseldorfer Rechtsextremismusforscher Martin Langebach der "tageszeitung".
Die NPD, die derzeit mit akutem Mitgliederschwund und schwachen Wahlergebnissen zu kämpfen hat, beobachtet Worchs Aktivitäten indes gelassen. "Die Rechte" sei eine "Ein-Mann-Veranstaltung" und keine ernsthafte Konkurrenz, meinte NPD-Sprecher Frank Franz: "Worch tingelt seit Jahren von einer Organisation zur nächsten. Wie lange diese neue Partei Bestand haben wird, bleibt abzuwarten."
(Red.)
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