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Syrien: Geheime Waffenlieferungen an Rebellen

27.07.2012 | 17:02 |   (DiePresse.com)

Die Türkei, Saudi-Arabien und Katar sollen einen geheimen Stützpunkt unterhalten, von dem sie die Rebellen mit Waffen versorgen.

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Die Türkei, Saudi-Arabien und Katar versorgen die syrischen Rebellen nach Angaben von Insidern in den Golfstaaten heimlich mit Waffen. Demnach haben die drei Staaten in der südtürkischen Stadt Adana einen geheimen Stützpunkt für die Gegner von Präsident Bashar al-Assad aufgebaut. "Es sind die Türken, die das Sagen in dem Stützpunkt haben", sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person in der katarschen Hauptstadt Doha. In ihren Händen liege hauptsächlich Koordination und Versorgung.

Die türkische Regierung bestritt, die Rebellen mit Waffen auszurüsten. Die saudi-arabische Regierung war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Adana liegt rund 100 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. Auf syrischer Seite ist es nicht weit bis zur Wirtschaftsmetropole Aleppo, dem Ort der derzeit schwersten Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen. In Adana liegt auch der US-türkische Luftwaffenstützpunkt Incirlik. Nach den Angaben war es zunächst unklar, ob der Rebellen-Stützpunkt auf dem Gelände der Luftwaffen-Basis oder woanders im Stadtgebiet liegt.

"Alle Waffen vom Schwarzmarkt"

Alle Waffen für die Rebellen stammen aus russischer Produktion, sagte die Quelle in Doha. Grund sei, dass die Aufständischen damit umgehen könnten. Viele von ihnen sind aus der syrischen Armee desertiert, die seit Jahrzehnten vor allem von Russland und davor von der ehemaligen Sowjetunion ausgerüstet wird. "Alle Waffen stammen vom Schwarzmarkt", sagte der Insider weiter. Eine Schlüsselrolle im Stützpunkt spielten Spezialisten aus Katar. Diese hätten beim Sturz des libyschen Herrschers Muammar Gaddafi Erfahrung gesammelt.

Die Errichtung des Stützpunktes wurde nach Angaben aus Kreisen in Katar vom Staatssekretär im saudi-arabischen Außenministerium, Prinz Abdulasis bin Abdullah al-Saud, bei einem Türkei-Besuch angeregt. Nach Angaben von früheren Mitarbeitern der US-Sicherheitskräfte soll auch der Abschuss eines türkischen Kampfjets durch das syrische Militär vergangenen Monat eine Rolle gespielt haben. Nach dieser Darstellung haben die Türken ihre Hilfen für Rebellen daraufhin verstärkt.

Die USA hätten mit dem Stützpunkt nichts zu tun, sagte der Insider in Doha. Der amerikanische Geheimdienst trete nur indirekt über Hintermänner in Erscheinung. Offiziell wollen weder die USA noch seine westlichen Verbündeten trotz der entschiedenen Ablehnung von Assad die Rebellen militärisch unterstützen.

Allerdings hat US-Außenministerin Hillary Clinton diese Woche signalisiert, die USA wollten die Hilfen für die Aufständischen ausweiten. Nach Informationen von Reuters bereiten die Mitarbeiter von Präsident Barack Obama einen Entwurf vor, nach dem die verdeckte Unterstützung der Rebellen verstärkt werden soll. Allerdings soll dies nicht deren Bewaffnung umfassen. Im UNO-Sicherheitsrat sind die USA und andere Westmächte wiederholt am Veto Russlands mit dem Versuch gescheitert, die Maßnahmen gegen die Regierung in Damaskus zu verschärfen.

Ein Grund für die Zurückhaltung der USA und der westlichen Verbündeten bei der Aufrüstung der Oppositionellen ist die Furcht, High-Tech-Waffen könnten in die Hände radikaler Islamisten fallen. Gewarnt wird davor, leichte, panzerbrechende Waffen oder Boden-Luft-Raketen könnten von Al-Kaida oder ähnlichen Gruppen gegen westliche Ziele eingesetzt werden.

Unklar ist, ob die zunehmende Schlagkraft der Rebellen in Zusammenhang mit einer wachsenden Hilfe jenseits der Landesgrenzen steht. Zwei ehemalige hochrangige Mitarbeiter der US-Sicherheitsdienste sagten, die Türkei spiele eine wachsende Rolle für die militärische Ausbildung der Aufständischen. Einer dieser Ex-Mitarbeiter sagte, in der Türkei würden sich derzeit 20 desertierte syrische Generäle aufhalten. Diese würden beim Aufbau der Rebellen-Armee helfen.

100 regierungstreue Soldaten verhaftet?

Syrische Rebellen haben unterdessen nach eigenen Angaben in der umkämpften Stadt Aleppo rund einhundert Soldaten und regierungstreue Milizionäre gefangen genommen. In einem am Freitag im Internet veröffentlichten Video waren etwa einhundert in Zivil gekleidete Menschen zu sehen, die von einem Mann gefilmt wurden, der sich selbst als Mitglied der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) bezeichnete. Die meisten sagten von sich, sie gehörten zu den Regierungstruppen oder regierungstreuen Milizen und seien in Aleppo gefangen worden.

(APA)

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10 Kommentare
Gast: langsam aber sicher
28.07.2012 00:12
7 0

ZDF ungewöhnlich: ausländische Kämpfer

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/228#/beitrag/video/1693670/ZDF-heute-journal-vom-26-Juli-2012

Wie empfiehlt der kommende Oppositionsführer Spindelegger im Name der Republik Österreich: Christen sollen sich den Aktivisten anschliessen.

Und die Russen und die Chinesen schauen zu ....

..wenn die Christen und Alaviten in Syrien von den "Rebellen" und ihren "Verbündeten" (Das sind übrigens wir !!!!) abgeschlachtet werden ...

Gute Nacht Freunde .....

Gast: werni
27.07.2012 18:55
9 0

Sagen kann jeder etwas


... alles relativ.
Dass die USA, England, Frankreich und viele andere Staaten die Freie Syrische Armee ausgebildet haben (mit vielen europäischen Armeeangehörigen) ist doch auch schon seit Monaten bekannt.

Antworten Gast: Anfrage an das Aussenministerium
28.07.2012 07:42
6 0

Deutsche Bundesregierung lässt Rebellen schulen

"Das deutsche Außenministerium helfen mit Geld, Visa und Logistik." - Und wie ist das in Österreich?

http://www.zeit.de/2012/31/Syrien-Bundesregierung" target="_blank">http://www.zeit.de/2012/31/Syrien-Bundesregierung

Gast: Überlauf
27.07.2012 18:43
11 0

Merken Reuters, APA und Die Presse denn nicht,

dass mit diesem Propagandastrom das Gegenteil erreicht wird? Die öffentlich Meinung wendet sich langsam aber sicher gegen die anti-syrischen Kräfte, die unterstützt werden durch USA, Türkei, Katar sowie das österreichische Aussenministerium unter dem Opportunisten Spindelegger.

Gast: Es war einmal vor langer Zeit
27.07.2012 18:25
9 0

Geheime Waffenlieferungen an Rebellen

"Wau was für Schlagzeilen"
Wir haben uns alle gedacht dass die Waffen der liebe Storch gebracht hat genau wie er uns die Kinder bringt!
Also gibt es das Schneewitchen und das Rotkäpchen auch nicht?
Jetzt sind wir aber alle traurig.. :-(

Aber dafür gibt es den ESM Schutzschirm und dieser wird uns alle vor dem Elend und der Kriese retten! Genau wie der Superman im Fernsehen!

Sarkasmus *off


Gast: Gast27072012
27.07.2012 18:11
13 1

Satelittenfotos

vielleicht könnte Russland oder China mit ein paar Satellitenfotos helfen der int. Staatengemeinschaft gegen das (diese?) Lager vorzugehen. Über
besagte Staaten - Türkei, Saudi Arabien, Katar - desweilen mit einem teilweises Handelsebargo verhängen.

... Als Zeichen der Solidarität läßt jeder der ein Auto hat dieses für 2 Wochen stehen ....

Gast: Hamdudeldei
27.07.2012 18:11
10 0

"Spezialisten aus Katar. Diese hätten beim Sturz des libyschen Herrschers Muammar Gaddafi Erfahrung gesammelt."

Ach. Waren das nicht "unbewaffnete Demonstranten"? Mit dieser Meldung sollte sich gleich einmal der Sicherheitsrat befassen.

Gast: Gesichtschirurg
27.07.2012 17:37
18 0

Was für ein Geheimnis soll das denn sein...

...wenn schon seit Monaten über die Legitimität dieses Söldnerkrieges gegen die Souveränität des Staates Syrien gezweifelt wird ?

Jeder einigermaßen Intelligente Mensch hat dies bereits beim Libyen-Konflikt gemerkt. Wozu das Theater ?

Re: Was für ein Geheimnis soll das denn sein...

Na weil es eigentlich ein "Verbrechen" ist, aber die Regeln sind nun mal da, um von den Türken und der NATO gebrochen zu werden!

;-)