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Syrien: Entscheidungsschlacht um Aleppo

29.07.2012 | 18:34 |  Von unserem Korrespondenten MARTIN GEHLEN (Die Presse)

Aufständische kämpfen mangels schwerer Waffen ein Rückzugsgefecht. In einem Hilferuf bitten sie um internationale Unterstützung. Der Iran warnt vor einer solchen Einmischung.

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Kairo. Die westlichen und arabischen Staaten befürchten eine humanitäre Katastrophe: Seit dem Wochenende tobt die Schlacht um Aleppo, die zweitgrößte Stadt Syriens. Die blutigen Kämpfe haben bereits eine Massenflucht ausgelöst.

Kampfhubschrauber dröhnten im Tiefflug über die Dächer. MiG-Düsenjets operierten am Himmel über der Wirtschaftsmetropole, wo 2,5 Millionen Menschen leben. Es gebe „viele Opfer“ unter der Zivilbevölkerung vor allem wegen der Luftangriffe, erklärte am Sonntag ein Rebellenkommandant gegenüber einem AFP-Reporter und forderte das westliche Militär auf, eine Flugverbotszone zu errichten.

Ununterbrochen beschossen die aufmarschierten Truppen des Regimes nach Angaben von Menschenrechtlern die südwestlichen Bezirke Salah al-Din, Hamdaniya und Saif al-Dawla mit Artillerie. Auch im nordwestlichen Bezirk Skahur waren schwere Explosionen zu hören. Videos zeigen wilde Schusswechsel, getötete Soldaten in den Vierteln sowie Aufständische, die auf angreifende Hubschrauber feuern. Inzwischen haben die Kämpfe offenbar auch das historische Stadtzentrum erfasst, das zum Unesco-Weltkulturerbe gehört.

Der Chef des Syrischen Nationalrats (SNC), Abdel Basset Sayda, richtete in Abu Dhabi einen dramatischen Appell an die arabischen Staaten, den Rebellen mehr schwere Waffen gegen Panzer und Kampfflugzeuge zu liefern. Präsident Bashar al-Assad müsse wegen der Massaker vor Gericht gestellt werden und dürfe in keinem Land Asyl erhalten, forderte er. Nach seinen Worten braucht die „Freie Syrische Armee“ pro Monat eine Finanzhilfe von rund 120 Millionen Euro, habe aber bisher höchstens ein Zehntel dieser Summe erhalten.

Geheimdienstzentrale erobert

Am Sonntag gelang es den Aufständischen immerhin, in der Kleinstadt al-Bab nahe Aleppo die örtliche Zentrale des Militärgeheimdienstes zu erobern und ein Dutzend Verhörbeamte und Folterer festzunehmen.

Sowohl Russland als auch der Iran stellten sich indessen erneut hinter das Regime von Bashar al-Assad. Die russische Regierung sprach von einer „heraufziehenden Tragödie“, zeigte aber als langjähriger Verbündeter Verständnis für das Vorgehen der syrischen Führung. Es sei unrealistisch zu glauben, eine Regierung könne akzeptieren, „wenn bewaffnete oppositionelle Gruppen eine Stadt wie Aleppo besetzen“, erklärte Moskaus Außenminister Sergej Lawrow und bestritt jegliche Vereinbarung mit Damaskus, Assad Asyl zu gewähren. „Wir denken noch nicht einmal darüber nach“, sagte er. Sein syrischer Amtskollege Walid al-Muallem reiste am Sonntag in den Iran, den zweiten engen Verbündeten des Regimes.

Nach den Gesprächen bezeichnete Irans Außenminister al-Akbar Salehi einen Machtwechsel in Syrien als „Illusion“. Und er warnte Katar, Saudiarabien sowie die Türkei davor, sich in den Konflikt zwischen Regierung und Rebellen einzumischen. „Die Länder sollten sich der gefährlichen Folgen einer solchen Politik für die gesamte Region bewusst sein.“

Derweil geht der Exodus von Flüchtlingen aus Syrien weiter. Zwischen 1000 und 2000 kommen jeden Tag nach Jordanien, das am Wochenende ein Zeltlager mit einer Kapazität von 110.000 Plätzen in Betrieb genommen hat. Algerien meldete die Aufnahme von 12.000 Flüchtlingen, ähnlich viele haben auch in Ägypten Zuflucht gefunden. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR ließen sich bisher rund 120.000 Syrer in den Nachbarländern Libanon, Irak, Türkei und Jordanien offiziell registrieren. Die wirkliche Zahl der ins Ausland Geflohenen dürfte jedoch inzwischen bei über 500.000 liegen. Im Inneren Syriens irren weitere 1,5Millionen Menschen herum, die versuchen, sich aus den Kampfgebieten in ruhigere Regionen zu retten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.07.2012)

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24 Kommentare
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Wenn sich das Gesindel in Wohngegenden verschanzt,

gehen die Opfer eindeutig auf seine Kosten.

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auch die taliban waren freiheitskaempfer als

es gegen den russischen einfluss in Afghanistan Ginger.

.....

jeden tag kommt propaganda über syrien..... wieso wird nichts über myanmar berichtet??dort wurden schon 50.000 muslime getötet! wenn die usa wirklich frieden wollten dann hätte man über myanmar berichtet

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Badetag

Foto:
Sieht wohl eher nach einem Badetag in Aleppo aus. Sein Schuhwerk hat er jedenfalls danach ausgerichtet.

Gast: Abd El Hai
29.07.2012 22:41
0 2

Schwerverbrecher

Wer auf sein eigenes Volk schießt ist ein Schwerverbrecher und verdient die härteste Strafe= Lebenslänglich !!

Übrigens: Aleppo hat sich NICHT erhoben

"Ein BETRÄCHTLICHER Bevölkerungsteil der Wirtschaftsmetropole steht aufseiten des Regimes, wie sich an den im Vergleich zu anderen Orten seltenen Protesten gezeigt hat. Mit dem Einsickern der aufständischen Kämpfer hat sich die Stadt auch NICHT gegen das Regime erhoben."

Soweit das Märchen vom syrischen Volksaufstand.

NZZ http://www.nzz.ch/aktuell/international/erbitterter-kampf-um-aleppo-1.17415548

Wie es aussieht, verlieren die Terroristen.

Und das ist gut so! Unfassbar, dass wir im Westen Assad so schamlos im Stich gelassen haben. An vielen Hundert Toten, die auf das Konto des randalierenden Mobs gehen, sind die westlichen Mächte mitschuldig. Da verstehe einer die dummdreisten Kommentare gegen Assad.

Gast: Opportunist Spindelegger
29.07.2012 20:53
2 0

Gerade dem österreichischen Aussenministerium

wäre es sehr gut angestanden sich bedacht und vor allem neutral zu verhalten und nicht einseitig Partei zu ergreifen!

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Die westlichen und arabischen Staaten befürchten eine humanitäre Katastrophe:

die ausländischen, islamischen Terroristen nehmen die Zivilbevölkerung als Geisel.

Gast: werbistdu
29.07.2012 19:18
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Die russische Führung hält immer noch

zu Assad, obwohl kein normal denkender Mensch noch glaubt, daß die syrische Regierung überleben wird.
Ist auch logisch, den die Regierungen der beiden Staaten haben allerhöchste Angst, daß auch ihre Bevölkerung plötzlich den Drang auf Freiheit spürt.
Besonders Putin erlebt zur Zeit einen sehr starken Sinkflug auf der Beliebtheitsskala.
Jedes Regime hat ein Ablaufdatum, Syrien ist nicht der letzte Staat

Gast: Wasserlaeufer
29.07.2012 17:43
9 3

In Wirklichkeit geht es wieder einmal

um eine Containment-Policy (Einkreisung)
von Russland.

Syrien wird nur jetzt gebraucht
um eine Angriffsplatform gegen den Iran zu bilden.

Die Forderung nach einer Flugverbotszone
wurden ausserdem schon mit dem Veto der
Russen erfuellt.

Nur ist es halt diesmal eine Flugverbotszone
gegen die Nato.

In Yalta wurde damals die Welt zwischen den
drei groessten Kriegsverbrechern aufgeteilt und
diese Abmachungen gelten eben immer noch.
Sonst wuerde ja das alte Preussen und
Schlesien und und und wieder auferstehen.

Gast: Mit einer Prise Humor
29.07.2012 17:39
7 1

Gaddafi told Arab leaders in Damascus

that US would abandon them. Bedenke: Das werden sie mit jedem Staat machen, wenn es nur nützlich erscheint.

http://www.youtube.com/watch?v=SGwHOWUPKuo

Langsam muss man darüber nachdenken was an den Anschuldigungen gegen den Iran stimmt

Bei der Vorgehensweise der Amerikaner und ihrer Helfer, einschließlich der Propagandamedien, könnte auch das ein Fake sein.

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Die Organisationen der internationalen Staatengemeinschaft kosten nur Geld, sind aber sonst zu nichts gut

Was ist die Solidarität der internationalen Gemeinschaft wert, wenn sie sich sogar außerstande sieht, das Wüten eines wild gewordenen Psychopathen gegen sein eigenes Volk zu beenden? Denn es steht außer Zweifel, dass man Assad, den Diktator von Syrien, in einem Atemzug mit Adolf Hitler nennen muss.
Es ist daher auch die Frage zu stellen, ob die Russen und Chinesen noch als vollwertige Mitglieder der internationalen Staatengemeinschaft zu sehen sind, wenn sie aus durchsichtigen Gründen nichts unversucht lassen, um dieses Morden zu verhindern. In ihrer Macht läge es nämlich.
Deshalb muss auch jeder zivilisierte Mensch diesen Politikern jeden Respekt verweigern. Schluss sollte es auch endlich sein mit der diplomatischen Rücksichtnahme diesen Ländern gegenüber, statt deren Vertretern die volle Wahrheit ins Gesicht zu sagen und sie auch das zu nennen, was sie tatsächlich sind, nämlich ganz brutale Mörder.

Re: Die Organisationen der internationalen Staatengemeinschaft kosten nur Geld, sind aber sonst zu nichts gut

wieviel Zivilisten sind denn in Afghanistan, Irak,lybien gestorben?
wieviel Kinder und Frauen sind bei den Bombardements getötet worden?
wer hat diese Angriffe angeordnet?
sind das eigentlich auch Mörder?
aja stimmt Mörder ist nur der, der für die falsche Seite jemanden umbringt!
der andere mordet ja für den Frieden!
auffallend ist, dass bei jeder Kriegserklärung das Wort Frieden fällt...

Re: Re: Die Organisationen der internationalen Staatengemeinschaft kosten nur Geld, sind aber sonst zu nichts gut

Einfälltiger kann Ihre Argumentation gar nicht ausfallen. Denn jedr Tote ist einer zu viel,, der in kriegerischen Auseinandersetzungen sein Leben lassen muss.
Ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, dass ich auch Bush jr. für einen Kriegsberbrecher halte. Nur sind eben die Politiker der Gegenwart einfach zu feige dazu, das auch offen auszusprechen, nur weil ihnen das diplomatische Gepflogenheiten verbieten.
Rückgrat und der aufrechte Gang waren eben zu keiner Zeit die auffallendsten Merkmale von Politikern und Staatenlenkern.

Antworten Gast: werbistdu
29.07.2012 17:40
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Re: Die Organisationen der internationalen Staatengemeinschaft kosten nur Geld, sind aber sonst zu nichts gut

Russland und China kommt ja gleich nach solchen Regime`s wie Syrien.
Was soll man sich von solchen Strolchen auch erwarten?
Assad ist am Boden, und Russland hält noch immer seine schützende Hand über den Massenmörder

Antworten Gast: schonwiedereingast (dauerzensuriert)
29.07.2012 15:36
4 0

Re: Die Organisationen der internationalen Staatengemeinschaft kosten nur Geld, sind aber sonst zu nichts gut

ts ts, dass sowas bei der zensur durchgeht?
:)


Gast: ditidauerzensiert
29.07.2012 14:51
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Hamburger Abendblatt von heute .....wem gehört wohl dieses Schmierblatt

DAMASKUS/BEIRUT . Angesichts eines Großangriffs syrischer Regierungstruppen auf die Wirtschaftsmetropole Aleppo mehren sich internationale Appelle, die Gewalt zu beenden.

Wer soll der Empfänger dieser haarsträubenden Verzerrungen sein ..??? Wieviel Geld erhalten diese Typen von Herausgebern für diese Schmierereien..????

Gast: Gastkommentar
29.07.2012 13:10
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Terroristen in den Knast, Unterstützer mit dazu!


Antworten Gast: Paragraph § 278
29.07.2012 17:12
6 0

Da werden aber plötzlich einige Stellen frei

bei den Qualitätsmedien und im Aussenministerium inkl. Ministerposten. Oh, das gilt nur für Tierschützer?

Beobachtungsstelle

"Nach Darstellung der Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London ...."

Die sogenannte "Beobachtungsstelle" in London ist nichts anderes als eine Ein-Mann-Bühne. Inhaber ist ein seit vielen Jahren in London lebender Syrer.
Er hat weder eine journalistische Ausbildung noch verfügt dieser Mann über eine Schulbildung, die über das Mindestmaß einer Pflichtschulausbildung hinausragt. Diese sogenannte "Beobachtungsstelle" wird jedoch, ungemach der bekannten Tatsache, dass sie von einem zur syrischen Opposition zu zählenden Person geführt wird, von unkritischen Medien als verlässliche Quelle zitiert.

Genauso gut könnte sich die Presse auf Aussagen eines Orakels in London beziehen.

Damit richtet sich die Qualität jener Medien, die derartige Berichte übernehmen, von selbst.
Die Redaktion von : "Die Presse" gehört dazu.

Antworten Gast: Frontschwein (pic)
29.07.2012 14:17
12 0

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR)

http://de.wikipedia.org/wiki/Syrische_Beobachtungsstelle_f%C3%BCr_Menschenrechte

Auch die Einzelnachweise zu diesem Beitrag sind lesenswert.

Re: Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR)

"Die Beobachtungsstelle subsumiert bewaffnete Aufständische unter der Rubrik Zivilisten."
Wenn das stimmt, ist es kein Wunder woher die "Massaker an Zivilisten" kommen!