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Armee auf Vormarsch, 200.000 Syrer auf der Flucht

30.07.2012 | 13:49 |   (DiePresse.com)

Die Armee bombardiert die Stadt Aleppo aus der Luft und rühmt sich erster Erfolge. Die Rebellen wollen vier Panzer zerstört haben. US-Verteidigungsminister Panetta ortet den "Sargnagel" des Regimes.

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Am Montag geht der Kampf um die syrische Wirtschaftsmetropole Aleppo weiter. Schauplatz der Feuergefechte dürfte vor allem das südwestliche Viertel Salaheddin sein. Die Sicherheitskräfte brachten es nach eigenen Angaben am Sonntagabend unter ihre Kontrolle, doch von Rebellen heißt es, sie wären weiter in dem Stadtteil präsent und der Kampf gehe weiter. Ein BBC-Journalist vor Ort berichtet, die Aufständischen würden einen Guerilla-Krieg gegen die Regierungstruppen in der Stadt führen. Über Verluste gab es Montag zunächst keine Angaben.

Nach Schätzungen des Roten Kreuz und des Roten Halbmond sind in den vergangenen Tagen mehr als 200.000 Menschen aus der Stadt geflohen. Aber noch viele der knapp zwei Millionen Einwohner dürften sich in der Stadt aufhalten. "Niemand weiß, wie viele Menschen an Orten gefangen sind, an denen die Kämpfe weitergehen", erklärte die UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos am Sonntagabend in New York. Die humanitäre Lage ist weiterhin schwierig. Die Einwohner litten unter Nahrungsmangel und Stromausfällen, berichtet die BBC.

Rebellen sichern Nachschubroute

Die Rebellen sicherten unterdessen nach eigenen Angaben eine wichtige Nachschubroute von Aleppo zur nahe gelegenen türkischen Grenze. Nach stundenlangen Kämpfen nahmen sie am Montag den strategisch wichtigen Checkpoint Anadan mehrere Kilometer nördlich von Aleppo ein. Damit dürfte es ihnen leichter fallen, sich aus der Türkei mit Lebensmitteln und Waffen zu versorgen.

Türkei schickt Truppen an die Grenze

Aus Furcht vor einer Eskalation der Lage in Aleppo schickte die Türkei am Montag Truppen und schweres Gerät an die syrische Grenze unweit der Millionenstadt. Ein Konvoi aus rund rund 20 Truppentransportern sowie Fahrzeugen beladen mit Flugabwehrbatterien und Panzerfahrzeuge seien in der Nähe der Stadt Kilis an der Grenze stationiert worden, berichteten staatliche Medien und Augenzeugen am Montag. Die Gegend auf syrischer Seite soll teils von kurdischen Kämpfern kontrolliert werden, die mit der Arbeiterpartei Kurdistan (PKK) verbündet sind. Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan drohte vergangene Woche, kurdische "Terroristen" auch auf dem Staatsgebiet Syriens zu verfolgen.

Nach türkischen Angaben desertierte zuvor der stellvertretende Sicherheitschef der Mittelmeer-Stadt Latakia, ein Brigadegeneral, gemeinsam mit elf anderen Offizieren in die Türkei. In den vergangenen 24 Stunden seien insgesamt 600 Syrer in die Türkei geflohen, die Gesamtzahl liege damit bei 43.500 Menschen.

Die syrische Armee vereitelte inzwischen nach eigenen Angaben den Grenzübertritt bewaffneter Gruppen aus Jordanien und dem Libanon. Dabei sei es in der Nähe der Städte Homs und Daraa zu Kämpfen gekommen, bei denen Dutzende Eindringlinge getötet und verwundet wurden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Montag. Überlebende seien zurück in die jeweiligen Länder geflüchtet.

Die Angaben der syrischen Armee und der Rebellen können größtenteils nicht aus unabhängiger Quelle bestätigt werden, da das Regime die Einreise ausländischer Journalisten in das Land soweit als möglich verhindert. Nur vereinzelt ist eine Verifizierung von Ereignissen im Kriegsablauf möglich.

Syrische Golanhöhen: Lage entspannt sich

Während sich die Situation an mehreren Grenzenpassagen offenbar verschärft, blieb die Lage in den zuletzt umkämpften Golanhöhen nach Angabe des österreichischen Bundesheeres vergleichsweise ruhig. Das syrische Militär und die Rebellen hätten sich weitgehend aus dem umliegenden Gebiet zurückgezogen. Auch einen großen Ansturm von Flüchtlingen aus dem Bürgerkriegsland, wie er von Israel - das die Golanhöhe besetzt - befürchtet wird, sei nicht zu beobachten, hieß es aus dem Verteidigungsministerium in Wien.

Syrischer Diplomat in London quittiert Dienst

Der hochrangigste Diplomat Syriens in Großbritannien hat seinen Dienst eigenen Angaben nach aus Protest gegen die Regierung in Damaskus quittiert. Der Geschäftsträger der Botschaft, Khalid al Ayoubi, wolle nicht länger für ein Regime arbeiten, dass solch "gewalttätige Akte gegen seine eigene Bevölkerung" verübe, teilte das britische Außenamt am Montag mit.

(APA/dpa/Reuters)

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113 Kommentare
 
12 3
Gast: Quesada
31.07.2012 16:01
7 0

Freiheitskämpfer oder Terroristen

Langsam kommt die Wahrheit ans Tageslicht, nicht das syrische Volk sondern eine Terrororganisatin will das Regime stürzen. Und der Westen ist so blöd und hilft denen noch dabei. Irgendwann weht über allen arabischen Ländern die Flagge der al-Qaida und was machen wir dann?

Gast: Gesichtschirurg
31.07.2012 12:44
6 2

Sekektive Formulierung

- Die syrische Armee bombardiert eine Stadt.
- Die NATO bombardiert militärische Ziele in einer Stadt.

Es ist so durchschaubar!!

Antworten Gast: Nasenzwerg
31.07.2012 16:03
5 0

Re: Sekektive Formulierung

genau wie Berichterstattung
2011: .....der syrische Präsident Assad ...

2012: ..... der syrische Diktator .....

war bei Gadaffi genauo, zuerst Revolutionsführer, dann Diktator.

wie es halt gerade politisch medial passt. Würde gern wissen wer diese Propagandarethorik vorgibt.

Antworten Antworten Gast: Matthias Matthäus
05.08.2012 20:38
0 0

Re: Re: Sekektive Formulierung

Oder Beispiel aus Standard:

"Die Regierung des Emirats Katar hat..."

http://derstandard.at/1342947963380/Katar-will-bis-zu-200-deutsche-Leopard-Panzer-kaufen

und bei Syrien:

" Das Regime hat..."

http://derstandard.at/1343743954576/Rebellen-in-Aleppo-setzen-auf-die-Zitadelle

Zitat aus Wikipedia:

"Der Emir (Katars) ist zugleich Staatsoberhaupt und oberster Inhaber der exekutiven und legislativen Gewalt; auch die Regierung ist ihm allein verantwortlich. Ein Parlament oder politische Parteien existieren nicht"

http://de.wikipedia.org/wiki/Katar#Politisches_System

Bedeutet, daß die totalitäre Führung Katars "Regierung" genannt wird, während die - halbdemokratische - Führung Syriens (dort gibt es wenigstens noch Wahlen und ein Parlament) als "Regime" bezeichnet wird.

Aber erst seit neuerdings, seit sie gegen die Putschisten der NATO vorgeht.

Vor wenige Jahren war Assad noch ein "Präsident":

STANDARD von 2009:

"Präsident Assad besucht Österreich"

"Der syrische Staatspräsident Bashar al-Assad..."

http://derstandard.at/1237229952965/Praesident-Assad-besucht-Oesterreich


0 0

Man muss sich klar sein...

Dass es Konflikte gibt wo keine Seite die sog. Guten sind.

In Syrien gehts letztlich auch um einen Machtkampf zwischen dem Iran und den Wahabiten aus Saudistan und Katar.
Gerade letztere haben massiv durch den Arab. Frühling an Einfluss gewonnen, und ihn teilweise auch finanziert.
Aus naheliegenden Gründen glauben viele westl. Politiker, es wäre sinnvoll antiiranische Kräfte zu unterstützen.
In Wahrheit ist es aber wohl realpolitisch für uns am besten, wenn sich beide radikale Seiten in einem langen Konflikt aufreiben.
Schön ist natürlich was anderes.

Gast: NPT
31.07.2012 09:54
11 0

:(

Die Naivität und die Blödheit der westlichen Politiker ist nicht mehr zu überbieten. Selbst arabische Medien warnten von Anfang an, dass all diese "Revolutionen" von radikaleren Elementen gesteuert werden, wobei die Al-Qaida auch beim Namen genannt wurde. Trotzdem wurde und wird im Westen dauernd von einem "arabischen Frühling" geredet - wie verbohrt kann man sein! Aber wer nicht hören will, muss fühlen und das wird für Europa sehr schmerzhaft werden!

Gast: >ROR
31.07.2012 09:45
12 0

MAINSTREAMLÜGEN enttarnt

Von der Kronen Zeitung über die Zitronenpresse bis hin zum grünen Bilderberger-Magazin.

http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2012/07/wie-die-krone-zeitung-bilder-uber.html

Gast: verwunderter
31.07.2012 09:42
5 1

würde mich nicht wundern, wenn die amis diese flaggen verteilen um einen berechtigten grund zu haben, um einzumaschieren


Assad ist zwar nicht der richtige Mann

Aber immer noch besser als die Rrbellen

Antworten Gast: Er
31.07.2012 17:19
1 4

Re: Assad ist zwar nicht der richtige Mann

wirklich?

8 1

Oh? Steht es schon so schlecht um die Terrorhorden,

daß plötzlich auch das ans Licht kommt?

6 0

Re: Oh? Steht es schon so schlecht um die Terrorhorden,

War ja in Libyen auch nicht anders. Nach dem "Sieg" wehte am Regierungsgebäude die Al-Kaida-Flagge. Deutlicher geht es wohl nicht.

Die Al-Kaida arbeitet im Auftrag der "Guten". Ganz offensichtlich.

raffinierterweise gibt es keine namentliche zeichnung für diesen artikel.

denn sonst müsste sich der autor fragen lassen:

diesselbe panikmache gab es in ägypten: wo ist die ägyptische al kaida heute?

detto libyen: wo ist die libysche al kaida heute?

eigentlich taucht die al kaida laut braver, ins system 'embedded' journalisten praktisch überall auf der welt auf: wo ist die weltweite al kaida?

panikmache durch leute, denen im hirn ganz fürchterlich fad sein muss!

Re: raffinierterweise gibt es keine namentliche zeichnung für diesen artikel.

...und outet sich hiermit eindeutig als Sympathisant Al Kaidas und islamischer sunnitischer -Terroristen ...!!!

Re: Re: raffinierterweise gibt es keine namentliche zeichnung für diesen artikel.

er ist sozialist, da ist das gang und gäbe!

Re: Re: raffinierterweise gibt es keine namentliche zeichnung für diesen artikel.

und sie outen sich als....???

aber sie könnten mir eine ganz einfache frage beantworten, die ich oben gestellt habe: wo ist die al-kaida in all diesen ländern? wo ist die bedrohung durch sie (ausser auf billigen zeitungsseiten für einfältige leser)?

Gast: kukuko
31.07.2012 07:16
9 2

islam

Ja ja der fridliche Islam und die fridlichen musleme?

Antworten Gast: Er
31.07.2012 17:20
0 1

Re: islam

ich rieche da einen üblen sarkasmus. ich muss Ihnen leider sagen dass ich weder sarkasmus noch verallgemeinerungen mag


1 0

Re: Auch die Propaganda ist heftig am Werken:

Kennt man vom sog. Pallywood.


Re: Auch die Propaganda ist heftig am Werken:

wahnsinn!!

Sozusagen ein Strategiewechsel

Nachdem es in letzter Zeit für die Rebellen ja nicht so gut gelaufen ist, wurden plötzlich aus den ach so liebenswerten, westlichen demokratieliebenden Rebellchen superböse Jihadisten die sich selbst in die Luft jagen! Ja und die Welt sieht zu! Wo bleiben jetzt die Forderungen die Assad Regierung zu unterstützen! Aber der ist ja auch "ein ganz ein böser Diktator" . Der Weltpolizist ist schon in Wartestellung! Syrien wird bald abgehakt sein " cause The Show Must go on" ! Iran steht auf der Agenda!!

Antworten Gast: gregor127
31.07.2012 07:07
6 0

Re: Sozusagen ein Strategiewechsel

Das wäre dann nicht das erste mal das die USA die Al Kaida unterstützen. Mal sehen wie das erklärt werden würde. Bin mir aber sicher es würde eine einleuchtende Erklärung gefunden.

Sozusagen ein Strategiewechsel

Nachdem es in letzter Zeit für die Rebellen ja nicht so gut gelaufen ist, wurden plötzlich aus den ach so liebenswerten, westlichen demokratieliebenden Rebellchen superböse Jihadisten die sich selbst in die Luft jagen! Ja und die Welt sieht zu! Wo bleiben jetzt die Forderungen die Assad Regierung zu unterstützen! Aber der ist ja auch "ein ganz ein böser Diktator" . Der Weltpolizist ist schon in Wartestellung! Syrien wird bald abgehakt sein " cause The Show Must go on" ! Iran steht auf der Agenda!!

Re: Sozusagen ein Strategiewechsel

man unterstützt in diesem fall die rebellen weniger offen oder marschiert ein, um grösseres leid durch die al-quaida zu verhindern .... no?

das drehbuch wird halt in diesem moment leicht umgeschrieben!

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Russlands Haltung

Ich verstehe die Russen nicht, warum sie eine militärische Intervention der UNO nicht zulassen.
Denn eines ist klar, wo Sicherheit, Geld und Versorgung im Nahen Osten nicht stattfindet ist al-Qaida nicht weit.
Die Russen sollten lieber einmal darüber nachdenken, wer sie 1989 aus Afghanistan heimschickte.
So breiten sich diese Warlords über die ganze Region aus, zum Schaden aller, auch Russlands.

 
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