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Syrische Armee weitet Offensive in Aleppo aus

31.07.2012 | 09:59 |   (DiePresse.com)

Die Truppen von Diktator Assad sollen mit Hubschraubern, Raketen und Maschinengewehren gegen die Aufständischen vorgehen. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon warnt vor einem "religiösem Bürgerkrieg".

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Die syrische Armee weitet ihre Offensive gegen die Rebellen in der seit Tagen umkämpften Millionenmetropole Aleppo aus. Erstmals waren am Dienstag nach Angaben eines Reuters-Reporters über dem Osten der Stadt wieder Hubschrauber und heftiges Maschinengewehrfeuer zu hören. Die Aufständischen kontrollieren große Teile des Ostens des wirtschaftlichen Zentrums Syriens. Dort befinden sich auch Krankenhäuser und Kliniken, in die nach Angaben von Ärzten täglich Dutzende Verletzte eingeliefert werden.

Ein Militärgericht sei in der Nacht auf Dienstag mit Raketen beschossen worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mit. Die Rebellen griffen demnach auch einen Polizeiposten und ein Büro der regierenden Baath-Partei im Stadtviertel Salaheddin an. Die Regierungstruppen hätten die Viertel Ferduz, Al-Mashad und Ansari unter Beschuss genommen. Gekämpft wurde demnach vor allem am Sitz des mächtigen Luftwaffengeheimdiensts in der Stadt.

Widersprüchliche "Erfolge"

Die oppositionelle Generalkommission der Syrischen Revolution berichtete, das Viertel Salaheddin, der wichtigste Stützpunkt der oppositionellen Freien Syrischen Armee in Aleppo, sei aus Hubschraubern heraus beschossen worden. Am Montag hatte es aus Kreisen syrischer Sicherheitskräfte geheißen, ein Teil von Salaheddin sei unter die Kontrolle der Armee gebracht worden. Die Rebellen in der Stadt wiesen die Angaben jedoch zurück. Ihnen zufolge seien die Truppen "keinen Meter weiter gekommen".

In Aleppo wird bereits seit mehreren Tagen heftig gekämpft. Die zweitgrößte Stadt Syriens ist in dem Konflikt von strategischer Bedeutung: Sollten die Rebellen die gesamte Stadt unter ihre Kontrolle bringen können, hätten sie im Nordwesten des Landes eine sichere Basis mit Verbindung zur Türkei, um ihre weiteren Einsätze zu organisieren. Nach UNO-Angaben flohen in den vergangenen Tagen rund 200.000 Menschen aus der 2,5-Millionen-Einwohner-Stadt.

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Auch in der Hauptstadt Damaskus gingen die Kämpfe weiter. Gefechte wurde vor allem aus dem Stadtteil Kafar Souseh gemeldet, wo die Rebellen eine Straßensperre der Regierungstruppen attackierten.

UNO warnt vor "religiösem Bürgerkrieg"

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon warnte am Dienstag vor einem religiös motivierten Bürgerkrieg. "Eine weitere Militarisierung dieses Konflikts wird nur die Zerstörungen endlos fortführen und das Leid verlängern. Ein religiös motivierter Bürgerkrieg würde außerdem auch die Nachbarn Syriens ernsthaft gefährden", warnte er. "Jeden Tag, an dem sich die Spirale der Gewalt dreht, werden mehr Syrer getötet, verletzt, gefoltert oder gezwungen, aus ihrem Zuhause oder ihrem Land zu fliehen", mahnte der UNO-Chef.

Der Konflikt weist auch eine konfessionelle Komponente auf. So gehören der Assad-Clan und die Spitzen des Regimes der schiitischen Sekte der Alawiten an, während die meisten Aufständischen Sunniten sind. Aus der Minderheit der Christen gibt es nur wenig Unterstützung für die Opposition.

Übergangsregierung im Exil?

Am Dienstagnachmittag will der oppositionelle Syrische Nationalrat indes in Kairo über die Bildung einer Übergangsregierung im Exil beraten. "Es werden Vertreter aller Oppositionsgruppen anwesend sein. In der vergangenen Woche haben wir mit Generälen der "Freien Syrischen Armee" in einem türkischen Camp an der Grenze gesprochen", sagte Nationalratsmitglied Halit Hoca.

Der syrische Diktator Bashar al-Assad versucht seit etwa 16 Monaten einen Aufstand gegen seine Herrschaft niederzuschlagen. Zehntausende Menschen wurden seither getötet. Allein am Montag kamen nach Angaben der oppositionellen Beobachterstelle für Menschenrechte mehr als 100 Menschen um, 73 davon Zivilisten.

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(APA/dpa/AFP/Reuters)

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12 Kommentare
Gast: Realitätscheck:
01.08.2012 15:32
0 0

Down the Rabbit Hole ..

"Ein Militärgericht sei in der Nacht auf Dienstag mit Raketen beschossen worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mit."

Es ist doch beschämend für ein ernsthaftes Presseorgan, diesen Unsinn widerzukäuen!
Bisher las ich "die Presse" gerne, aber das wird sich wohl leider ändern müssen ..

"Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" ..
Längst haben wirkliche Journalisten, denen copy& paste fremd ist herausgefunden, um wen es sich dabei handelt:Wirklich super Quelle sowas .. :(

Der Guardian schreibt:
„Nach einem Reuters-Report vom Dezember letzten Jahres: ‚Wenn er keine Anrufe von internationalen Medien hat, ist Abdulrahman ein paar Minuten die Straße runter in seinem Klamottenladen, den er mit seiner Frau betreibt.‘“

Tony Cartalucci, Land Destroyer Report, kommentiert:

... verblüffenderweise ist die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ nichts davon. Stattdessen ist das ein einzelner Mann in einer britischen Wohnung, hinter einem Computer sitzend, der vorgibt, Anrufe mit Informationen zu erhalten, die die syrische Regierung immer belasten und die “Free Syrian Army” immer verherrlichen. In der Tat, auch Reuters vermittelt das in ihrem Artikel Coventry – an unlikely home to prominent Syria activist und räumt ein, dass dieser Mann, ”Rami Abdulrahman,” offen ein Teil der syrischen Opposition ist, die nach dem Ende der syrischen Regierung strebt.

die einzigen Gewinner dabei sind die Waffendealer !


Gast: Dori
31.07.2012 18:03
0 1

Diktator Bashar al-Assad`s Tage sind gezählt


Keiner glaubt an eine weitere Herrschaft dieses Tyranen. Wer sein eigenes Volk hinrichtet, gehört ins Gefängnis eingesperrt und vor das Gericht.

Gast: schonwiedereingast (dauerzensuriert)
31.07.2012 14:17
1 0

lustiges von der Propagandafront


http://www.tagesschau.de/ausland/syrien2072.html

"... Lebensmittel kaum zu bekommen. Vor einer Ausgabestelle der Aufständischen haben sich am Morgen lange Schlangen gebildet. Brot wird verteilt, etwas Öl, mehr nicht. "Gott sei Dank haben wir wenigstens das bisschen, das die Jungs uns hier geben, wir haben uns zu Hause eingedeckt, aber frisches Brot kriegen wir hier", sagt ein Mann, und ein anderer ergänzt: "Hauptsache, wir sind sicher, das Viertel ist sicher jetzt, wir können auf der Straße schlafen und unsere Kinder können raus auf die Straße."..."


Gast: Userz
31.07.2012 13:31
0 0

Interessant.....

"Drei Kriegsschiffe der Volksrepublik China haben heute (Montag) den Suez-Kanal in Richtung Syrien durchquert.

Ein Flugzeugträger und zwei Zerstörer hatten für diese Fahrt von den zuständigen ägyptischen Behörden eine Durchfahrtsgenehmigung erhalten. Sie werden anschließend ihre Fahrt durch das Mittelmeer nach Syrien fortsetzen."


Gast: Mahalli
31.07.2012 12:54
2 0

Eine groe Schlacht kündigt sich an...

Die USA haben gerade beschlossen, 19 F-35 Bomber der modernsten Art an Israel abzugeben. Ausserdem machte das Pentagon letzte Woche die Entwicklung einer neuen, bunkerbrechenden Bombe publik. Sie ist 13,5 Tonnen schwer, und in der Lage, Zielobjekte zu zerstören, welche sich bis zu 60 Meter unter der Erde befinden. Man denke nur an die Atomanlagen des Iran, welche Israel zutiefst beunruhigen.

Kein Wunder, dass der Druck auf Syrien, den wichtigsten iranischen Verbündeten der Region, stetig zunimmt. Das liegt natürlich auch ganz im Interesse der reichen Golfstaaten, die sich vor einer starken schiitisch-alawitischen Achse fürchten, und diese - koste was es wolle - zerschlagen möchten. Die Saudis haben den Amerikanern in den letzten 20 Jahren Waffen im Wert von über einer halben Billion (!) Dollar abgekauft, und möchten Gewissheit haben, ob ihre Interessen in der Region weiterhin gewahrt bleiben.

Der Scheich von Qatar, der durch einen Putsch gegen seinen Vater an die Macht kam und für sein Land nicht im geringsten Demokratie und Meinungsfreiheit wünscht, dürfte wohl auch nicht für hehre Ideale wie Menschenrechte und gerechte Wahlen in Syrien kämpfen.

Und natürlich freut es die reichen Araber, dass sie mit Erdogan, einen sunnitisch und anti-alawitisch indoktrinierten Erbakan-Schüler als willigen Gehilfen ins Boot holen konnten...


Gast: Wasserlaeufer
31.07.2012 12:41
5 0

Gibts eigentlich auch

ein Freies-Oesterreichisches-Bundesheer? FOeBH

Damit sich die oesterreichischen Demokraten endlich gegen die SPOeVP-Diktatur wehren koennen?

Antworten Gast: Gegen das EU Regime
31.07.2012 19:08
1 0

Freies-Oesterreichisches-Bundesheer

Dazu pro Monat 100 Millionen Salär aus Saudi-Arabien. Als kleine Draufgabe noch gratis Mobiltelefone von den Amis. Brilliant :-)

Gast: Mahalli
31.07.2012 12:38
3 0

Es bahnt sich eine große Schlacht an...

Die USA haben gerade beschlossen, 19 F-35 Bomber der modernsten Art an Israel abzugeben. Ausserdem machte das Pentagon letzte Woche die Entwicklung einer neuen, bunkerbrechenden Bombe publik. Sie ist 13,5 Tonnen schwer, und in der Lage, Zielobjekte zu zerstören, welche sich bis zu 60 Meter unter der Erde befinden. Man denke nur an die Atomanlagen des Iran, welche Israel zutiefst beunruhigen.

Kein Wunder, dass der Druck auf Syrien, den wichtigsten iranischen Verbündeten der Region, stetig zunimmt. Das liegt natürlich auch ganz im Interesse der reichen Golfstaaten, die sich vor einer starken schiitisch-alawitischen Achse fürchten, und diese - koste was es wolle - zerschlagen möchten. Die Saudis haben den Amerikanern in den letzten 20 Jahren Waffen im Wert von über einer halben Billion (!) Dollar abgekauft, und möchten Gewissheit haben, ob ihre Interessen in der Region weiterhin gewahrt bleiben.

Der Scheich von Qatar, der durch einen Putsch gegen seinen Vater an die Macht kam und für sein Land nicht im geringsten Demokratie und Meinungsfreiheit wünscht, dürfte wohl auch nicht für hehre Ideale wie Menschenrechte und gerechte Wahlen in Syrien kämpfen.

Und natürlich freut es die reichen Araber, dass sie mit Erdogan, einen sunnitisch und anti-alawitisch indoktrinierten Erbakan-Schüler als willigen Gehilfen ins Boot holen konnten...


14 0

oppositionelle Beobachterstelle für Menschenrechte

"oppositionelle Beobachterstelle für Menschenrechte"
Danke für die richtige Formulierung. Haben die Kommentare und Mails doch etwas gebracht.

Diese Beobachterstelle stuft die Rebellen übrigens als Zivilisten ein. Also kommen 27 Armeeangehörige auf 73 Rebellen.

Antworten Gast: Altkater1
31.07.2012 12:56
3 0

Re: oppositionelle Beobachterstelle für Menschenrechte

Ist das nicht dieser etwas eigentümliche Ein-Mann-Betrieb in London?

Re: oppositionelle Beobachterstelle für Menschenrechte

Was würden Sie sagen,wer die Rebellen sind ?