Der Atomstreit zwischen den USA und dem Iran verschärft sich. So unterzeichnete US-Präsident Barack Obama in der Nacht auf Mittwoch ein Dekret, das der iranischen Ölindustrie Geschäfte mit dem Ausland erschweren soll. Zudem verhängte die Regierung in Washington Sanktionen gegen die irakische Elaf-Islam-Bank und die chinesische Kunlun-Bank. Das berichtete "Spiegel Online" am Mittwoch.
Die beiden Banken sollen demnach in der Vergangenheit Millionengeschäfte mit iranischen Banken getätigt haben. Für sie gilt fortan ein umfassendes Handelsverbot auf dem US-Markt.
Erst am Montag hatte der US-Kongress eine Reihe von Sanktionen gegen den iranischen Energiesektor beschlossen. Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad hatte die Beschlüsse scharf kritisiert: Die finanziellen Druckmaßnahmen kämen "politischer Kriegsführung" gleich und wurden das Ziel verfolgen, der Welt iranisches Öl vorzuenthalten.
Obama nahm die Kritik scheinbar gelassen hin und bezeichnete das iranische Regime in seiner Erklärung als "zunehmend verzweifelt". Sollte sich der Iran weiter dagegen wehren, sein Atomprogramm entsprechend internationaler Vorgaben anzupassen, würden weitere Konsequenzen folgen. Über ein noch umfassenderes Maßnahmenpaket werde derzeit verhandelt.
China erwägt "offiziellen Protest"
Peking reagierte prompt auf die neuen Sanktionen und forderte deren "Aufhebung und einen Stopp der Beschädigung chinesischer Interessen und der US-chinesischen Beziehungen", erklärte das chinesische Außenministerium am Mittwoch. Weiters erwägte China einen "offiziellen Protest", hieß es in der Erklärung.
(Red.)
Chronologie: Der Streit um das iranische Atomprogramm
''Was haben wir getan?'': Die Geschichte der Atombombe
Baustellen, Pleiten, SkandaleDer US-Präsident ringt um seine Glaubwürdigkeit
Staatsbürgerschaftstest neuKönnten Sie Österreicher werden?
Zitate der Woche''Die Ehre lasse ich mir nicht abschneiden''
X-47BGroßdrohne hebt erstmals von Flugzeugträger ab
''Kim on Tour''Der Diktator als Pappkamerad
