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Kairo dementiert Friedensbotschaft an Israels Peres

01.08.2012 | 18:15 |   (Die Presse)

Verwirrung um angeblichen Brief von Ägyptens Präsidenten an seinen israelischen Kollegen. Offenbar hatte es zunächst Zweifel an der Authentizität des Briefes gegeben.

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Kairo/Apa/Dpa. Hat er, oder hat er nicht? Hat Ägyptens islamistischer Präsident tatsächlich einen Brief an seinen israelischen Kollegen Schimon Peres geschrieben? Einen Brief, in dem er sich nicht nur für dessen gute Wünsche zum muslimischen Fastenmonat Ramadan bedankt, sondern ausdrücklich zu „gemeinsamen Anstrengungen“ im Nahost-Friedensprozess aufgerufen hat?

Israels Präsidialamt sagt Ja, und am Mittwoch wurde das betreffende Schreiben auch auf der Homepage des Staatsoberhaupts veröffentlicht. Ägyptens Präsidialamt sagt Nein: „Der Brief, der laut Medien von Präsident Mursi an Israel geschickt worden sein soll, ist eine Fälschung. Präsident Mursi hat gar nichts nach Israel geschickt. Alles, was dazu in israelischen Zeitungen und auf einigen ägyptischen Webseiten veröffentlicht wurde, ist erfunden und ohne Faktengrundlage.“

 

Kein offizielles Briefpapier

Was bisher dazu durchgesickert ist: Der Brief soll in Peres' Büro per Fax eingelangt sein, samt Begleitschreiben der ägyptischen Botschaft. Daraufhin habe sich die israelische Seite bei der Botschaft rückversichert, dass das Schreiben echt sei, und ob man es denn veröffentlichen dürfe. Beides sei bejaht worden. Offenbar hatte es zunächst Zweifel an der Authentizität des Briefes gegeben, da er nicht auf offiziellem Briefpapier geschrieben sei. Der Begleitbrief habe immerhin einen Briefkopf der Botschaft, allerdings keine Unterschrift aufgewiesen.

In Israel hat die Wahl Mursis tiefe Besorgnis ausgelöst, auch in Hinblick auf ein mögliches Aufkündigen des israelisch-ägyptische Friedensvertrags. Mursis Anhänger erwarten vom neuen Präsidenten denn auch einen härteren Kurs gegenüber Israel. Rücksichtnahme auf die Stammklientel könnte auch hinter dem Dementi aus Kairo stecken.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.08.2012)

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