US-Präsident Barack Obama hat die CIA und andere US-Geheimdienste Regierungskreisen zufolge zur verdeckten Unterstützung syrischer Rebellen ermächtigt. Unklar war am Donnerstag, wann der Präsident die entsprechende geheime Anordnung unterzeichnete. Die Direktive sehe vor, dass die USA zur Unterstützung der syrischen Opposition mit einer geheimen Kommandozentrale zusammenarbeiteten, die von der Türkei und Verbündeten betrieben werde. Ein Sprecher des US-Präsidialamtes wollte die Angaben zunächst nicht kommentieren.
Mit dem Vorgang vertraute Personen sagten, die Anordnung sei schon vor einiger Zeit ergangen. In der vergangenen Woche berichtete die Agentur Reuters, die Türkei, Saudi-Arabien und Katar hätten im südtürkischen Adana nahe der syrischen Grenze einen geheimen Stützpunkt für die Gegner des syrischen Machthabers Bashar al-Assad aufgebaut. Von dort würden die Rebellen heimlich mit Militär- und Kommunikationsausrüstung versorgt, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person. Die türkische Regierung bestritt, die Aufständischen mit Waffen zu versorgen. In Incirlik bei Adana befindet sich auch ein US-Luftwaffenstützpunkt.
Scheichs versorgen Rebellen
Bisher haben die USA offenbar von Waffenlieferung an syrische Aufständische abgesehen. Europäischen Regierungskreisen zufolge versorgen wohlhabende Familien in Saudi-Arabien und Katar die Rebellen mit großen Summen, um eine Entmachtung Assads voranzutreiben. Nachdem wiederholt schärfere Sanktionen gegen Syrien am Widerstand Russlands und Chinas im UN-Sicherheitsrat gescheitert sind, mehren sich die Anzeichen für eine Unterstützung der Rebellen durch den Westen. Dort werden die Aufständischen Regierungskreisen zufolge auch immer weniger als desorganisiert und chaotisch wahrgenommen.
Unabhängig von der geheimen Anordnung des Präsidenten gab die US-Regierung am Mittwoch bekannt, insgesamt 25 Millionen Dollar für syrische Oppositionelle bereitzustellen, zehn Millionen mehr als zunächst geplant. Die Summe sei vorgesehen für Unterstützung wie etwa Kommunikationstechnik, erklärte das Außenministerium.
Kampfjets bombardieren Aleppo
Syrische Soldaten haben indes nach Angaben von Zivilisten und Menschenrechtlern in einem Vorort der Hauptstadt Damaskus mindestens 35 Menschen getötet. Bei den Toten handelt es sich demnach mehrheitlich um Zivilisten. Ein Bewohner sagte am Donnerstag, Panzer und Soldaten seien am Mittwoch vorgerückt und hätten gezielt nach jungen Männern gesucht. Dutzende Terroristen hätten sich ergeben oder seien getötet worden, als die Armee eine Razzia in dem Vorort unternommen habe.
Zuletzt hatte sich der Aufstand in Syrien zum Sturz von Assad auf Aleppo konzentriert. In Aleppo wurden offenbar auch mehrere örtliche Anführer der gefürchteten regimetreuen Shabbiha-Miliz von Aufständischen hingerichtet. Ein auch auf BBC veröffentlichtes Video zeigt wie drei oder vier Männer in Unterhosen in einen Schulhof geführt, an eine Mauer gesetzt und anschließend aus halbautomatischen Waffen erschossen werden. Die Echtheit des Videos und seiner Inhalte sind für Außenstehende nicht überprüfbar.
In der englischen Beschreibung wird einer der Hingerichteten als Ali Sain al-Abdin Barre ("Zeno") beschrieben. Als Chef des Barre-Clans und der von ihm gebildeten lokalen Shabbiha-Miliz soll er für die Tötung von 15 Aufständischen verantwortlich gewesen sein. Die Shabbiha-Milizen haben beim Kampf gegen Regimekritiker völlig freie Hand und stehen dabei praktisch außerhalb des Gesetzes.
Drei Millionen Syrer brauchen Nahrung
Nahezu drei Millionen Syrer brauchen als Folge des blutigen Konflikts Nahrung und Hilfe in der Landwirtschaft. Das geht aus einem am Donnerstag in Rom veröffentlichten Bericht der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) hervor.
(APA/dpa/Reuters)
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