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Polen: Romney lehnte Besuch von Kaczynskis Grab ab

02.08.2012 | 13:55 |   (DiePresse.com)

Nach Angaben der polnischen Partei PiS wollte der Kandidat für die US-Präsidentschaft nicht das Grab des verunglückten Staatschefs besuchen.

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Der US-Präsidentschaftsbewerber der Republikaner Mitt Romney hat den Vorschlag abgelehnt, den bei einem Flugzeugunglück verstorbenen polnischen Präsidenten Lech Kaczynski an dessen Grab in Krakau Tribut zu zollen. Das erklärte der Abgeordnete der nationalkonservativen Oppositionspartei PiS (Recht und Gerechtigkeit) und Ex-Vizeaußenminister Witold Waszczykowski dem Fernsehsender Polsat News.

Laut dem PiS-Politiker hat seine Partei noch vor dem Besuch dem Wahlteam Romneys einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet, der jedoch nicht auf Interesse des Herausforderers von US-Präsident Barack Obama getroffen hat.

"Schade selbstverständlich"

Waszczykowski betonte, dass der Besuch am Grab Kaczynskis für Romney eine gute Gelegenheit gewesen wäre, sich von Obama zu unterscheiden. Das aktuelle US-Staatoberhaupt hat nämlich persönlich an der Beerdigungsfeierlichkeiten von Kaczynski, nach der Katastrophe der polnischen Regierungsmaschine bei Smolensk (Russland) in April 2010 nicht teilgenommen, sondern nur eine Vertretung geschickt. "Schade selbstverständlich, aber wir stimmen nicht ab. Das ist sein Programm und seine Agenda. Er möchte Wahlen in den USA gewinnen und dort sucht er nach der Unterstützung", sagte Waszczykowski.

Der Ex-Vizeaussennminister zeigte sich verwundert, dass Romney sich stattdessen mit dem legendären Mitbegründer der Gewerkschaft "Solidarnosc" und früheren Präsidenten Lech Walesa treffen wollte. "Walesa ist selbstverständlich in der Welt eine gewisse Ikone der Transformationen, die nicht nur in Polen sondern in ganz Mitteleuropa erfolgten. Ich zweifle jedoch, ob er eine Ikone auch für Polen-Amerikaner ist, die in den USA abstimmen", so Waszczykowski.

Der PiS-Politiker bedauerte, dass Romney keine Zeit gefunden hat, sich mit der Vertretern der Opposition zu treffen. Tatsächlich traf sich der US-Präsidentschaftsbewerber während des Besuchs in Polen außer mit Walesa nur mit Politikern, die mit der rechtsliberalen regierenden Bürgerplattform (PO) verbunden sind: Premier Donald Tusk, Präsident Bronislaw Komorowski und Außenminister Radoslaw Sikorski.

"Wollte die Umrisse eines Blicks auf die Welt"

Die PiS verspürt auch nach der Rede Romneys in Warschau einen Mangel. "Ich wollte wenigstens die Umrisse eines Blick auf die Welt, auf die internationalen Beziehungen, auf die Beziehungen der USA mit Europa, mit unserer Region Mitteleuropas und mit Russland hören", sagte der Ex-Vizeaußenminister.

(APA)

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