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Hollande streicht 65.000 Jobs für Lehrer-Offensive

02.08.2012 | 14:30 |   (DiePresse.com)

Frankreichs Präsident krempelt den Staatsapparat um. Neue Lehrer-Jobs sollen durch massiven Stellenabbau in anderen Ressorts finanziert werden. Am stärksten ist das Verteidigungsressort betroffen.

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Frankreichs Präsident Francois Hollande will mit dem Streichen von 65.000 Jobs im Staatsdienst Platz schaffen für die Neueinstellung von zehntausenden Lehrern und tausenden von Polizisten. In den kommenden fünf Jahren sollten jährlich 13.000 Stellen gestrichen werden, sagte ein Regierungsmitarbeiter am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Bei der geplanten Gewichtsverschiebung im öffentlichen Dienst solle die Gesamtzahl der Staatsbediensteten unverändert bleiben. Nach den Angaben des Regierungsmitarbeiters sollen Entlassungen vermieden, dafür aber frei werdende Stellen nicht neu besetzt werden.

Verteidigungsressort am stärksten betroffen

Am stärksten vom Stellenabbau betroffen sei das Verteidigungsministerium, erklärte der Regierungsmitarbeiter. Dort sollten im kommenden Jahr 7500 Stellen wegfallen. Das Finanzministerium solle 2500 Stellen abschmelzen, das Umwelt- und Wohnungsbauministerium jeweils 1300 Stellen. Im Gegenzug sollen nach und nach 65.000 Lehrer-Stellen besetzt werden und 5000 neue Stellen bei der Polizei und Justiz. Hollande will damit Wahlversprechen erfüllen.

Nach Angaben des Regierungsmitarbeiters sollen die Staatsausgaben nicht stärker als die Inflationsrate anwachsen. Hollande hat zudem versprochen, die Neuverschuldung auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zurückzuführen. Dabei stehen noch relevante Ausgaben aus. Geplant ist ein Programm zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Außerdem sollen Betriebe gefördert werden, die junge Arbeitskräfte einstellen ohne die alten zu kündigen.

Die Mittel für diese Pläne sollen vor allem durch Einsparungen beim Militär erbracht werden. Dort sollen als Teil einer allgemeine Verkleinerung der Streitkräfte bis 2017 rund 55.000 Stellen gestrichen werden. Diese Pläne erschweren allerdings das erklärte Ziel Hollandes, die Arbeitslosigkeit abzubauen. Diese hat in Frankreich momentan ein 13-Jahres-Hoch erreicht.

(APA/Reuters)

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6 Kommentare
Gast: Martin_S
02.08.2012 23:11
1 1

Soviel

ist also von Versprechungen der Roten zu halten: Gross Mehr-Anstellungen verkünden, in Wirklichkeit einfach woanders die Leute rausekeln. Super! Ich hoffe, die Franzen merken sich das!

Gast: _meine Meinung
02.08.2012 19:15
2 0

Klassische oberflächliche Umverteilung von Politikern ohne Mut als große (?) Reform verkauft

Alles ist relativ. Große Veränderungen sehe ich nicht, eher nur eine kleine Umverteilung:

Frankreich hat 25,72 Mio. Erwerbstätige (Quelle: http://tinyurl.com/cd3ghnt ) Davon sollen laut einer anderen Statistik 23% im öffentlichen Dienst 2004 (Daten von 2012 schnell nicht gefunden, aber wahrsch. recht ähnlich) tätig gewesen sein (http://tinyurl.com/c5qm4cx ), was in etwa 5,96 Mio. im öffentlichen Dienst entspricht.
Hollande streicht von ca 5,96 Mio. laut Artikel 65.000 Jobs im Staatsdienst, schafft dafür 65.000 Lehrer-Stellen und 5000 neue Stellen bei der Polizei und Justiz.

Frankreich hat die höchste Arbeitslosenquote seit 1997- 2,7 Mio (von 25,72) sind ohne Beschäftigung. Also werden einmal 5000 neue Jobs so geschaffen.

"Bei der geplanten Gewichtsverschiebung im öffentlichen Dienst solle die Gesamtzahl der Staatsbediensteten unverändert bleiben." - sagt alles.
Wie er die Arbeitslosigkeit (Fra Schulden!!) senken will, bin ich gespannt.

Momentan nimmt der Staat Geld auf, dies fördert Wenige,die Kapital stark im Ausland anlegen, die Masse im Staat profitiert nicht. Eine gute Möglichkeit wäre: Frankreich steigt aus der EU aus, schafft selbst Geld in einer staatlichen Notenbank (zB als 4.Staatsgewalt), baut so seine Schulden ab, senkt so die Steuern, da der Staat Kredite an Banken vergibt, statt Kredite aufzunehmen(-> genau umgekehrte Rolle also), der Überschuss wird in Wirtschafts fördernde Programme gesteckt, Arbeitslosigkeit wird radikal gesenkt. -> wirkliche Reform

Das Problem der Sozialisten ist, dass ihnen irgendwann


das Geld der anderen Leute ausgeht. Sie werden NIE kapieren, dass Wohlstandserhalt mit Wertschöpfung durch Leistungsanreiz und nicht durch UMVERTEILUNG geschieht.

Frankreich ist auf "the road to serfdom" von A. F. von Hayek. Wer alle Ungleichheiten beseitigen will, wird NIE fertig u. zerstört den Staat. Man schätzt, dass alle Formen der staatlichen "Sozialisierung" durch National-Sozialismus, Bolschewismus, Maoismus, Pol-Potismus usw. 100 Millionen Menschenleben gefordert hat !!


Was nicht in diesem Artikel steht

ist die Tatsache, dass Hollande nach eigenen Worten (!) noch tausende Migranten ins Land holen will und das bei der hohen Zahl an Arbeitslosen. Hier liegt er auf einer Linie mit unserer Wirtschaftskammer. Wie sich die Bilder gleichen......

Gast: 1. Parteiloser
02.08.2012 17:33
5 1

Frankreich braucht noch viel mehr Lehrpersonen um mit Österreich mithalten zu können!

http://appsso.eurostat.ec.europa.eu/nui/show.do?dataset=educ_iste&lang=de

Verhältnis Schüler/Lehrer:
Frankreich: 14,4
Österreich: 10,4

Dazu kommen in Österreich noch etwa 8.000 freigestellte Lehrpersonen, welche gar nicht unterrichten!

Die Franzosen müssten also noch viel mehr Lehrpersonen einstellen um die tollen Ergebnisse des Österreichisches Schulsystems zu schaffen.

Die Absolventen in UK (17,3), in Japan (15,3), den Niederlande (16,1) und Irland (15,2) müssen ja auch allesamt Analphabeten sein, weil die Lehrer fehlen!?

Muahahaha, noch viel mehr Staatspersonal, welches keine Dienst / keine Leistung mehr für die Bevölkerung erbringt. Typisch für kranke Umverteilungsexperten.

Nur, Österreich hat schon einen erheblichen Schaden durch das Versagen der vielen Lehrpersonen. Die Absolventen lassen sich in weiten Bereichen gar nicht mehr zu einem Beruf ausbilden, weil diese kaum mehr sinnerfassens Lesen können und auch die Grundrechenarten zum Teil gar nicht beherrschen.

5 0

Das wird aber nicht allen Franzosen gefallen -

schließlich haben viele von denen noch die Illusion einer Weltmacht. Da passt der Stellenabbau beim Militär gar nicht dazu.

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