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Kuschel-Diplomatie: Keine lästigen Fragen für Putin in London

02.08.2012 | 18:02 |  Von unserer Korrespondentin Julia Kastein (Die Presse)

Premier Cameron wollte dem russischen Staatschef Wladimir Putin den Besuch nicht verderben: Der getötete Ex-Agent wurde nicht erwähnt, die Syrien-Krise nur am Rande – dafür aber Russlands Judo-Erfolge gefeiert.

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London. Eigentlich hatte Wladimir Putin nur seiner Judo-Leidenschaft frönen wollen: Bei seinem ersten Besuch in London seit 2003 wollte der Träger des schwarzen Gürtels zuschauen, wie seine Landsleute ihre Gegner auf die Matte schmissen.

Doch die heimischen Probleme holten den russischen Präsidenten ein, bevor er Donnerstagfrüh in Heathrow landete: Eine Gruppe britischer Musiker, darunter The-Who-Gitarrist Pete Townshend und die Frontmänner von Pulp und Franz Ferdinand, forderten den Kreml-Chef in einem offenen Brief in der „Times“ auf, der russischen Punk-Band Pussy Riot einen „fairen Prozess zu gewähren“. Drei Mitglieder der Gruppe stehen derzeit in Moskau wegen „Rowdytums“ vor Gericht. Putin hat sich für ein mildes Urteil ausgesprochen. "An dem, was sie getan haben, ist nichts Gutes dran. Ich denke dennoch nicht, dass sie allzu hart dafür bestraft werden sollten", fügte er hinzu.

Auch das schwierige Thema Syrien blieb Putin nicht erspart: Bei einem einstündigen Gespräch versuchte Premier David Cameron erneut, den Präsidenten zur härteren Haltung gegenüber dem Assad-Regime zu bewegen. Zuvor hatte Putin-Berater Sergej Markow der BBC erklärt, Russland habe im Vergleich zum Westen „kein spezifisches Interesse“ an Syrien. Russland und China hatten die letzten beiden UN-Resolutionen für ein Ende der Kämpfe in Syrien mit einem Veto blockiert. Die Unterstützung der syrischen Opposition sei „unverantwortlich“, weil die Gegner Assads „enge Kontakte zu al-Qaida“ pflegten. „Russland kämpft nicht gegen den Westen. Russland wehrt sich nur gegen die irrationale Politik des Westens gegenüber Syrien“, so Markow.

Getöteter Ex-Agent kein Thema

Putin selbst musste seine Haltung im Anschluss an das Treffen mit Cameron nicht verteidigen – der britische Premier wollte dem Gast die Laune durch lästige Journalistenfragen nicht verderben. So erklärte Putin, Großbritannien und Russland stimmten in einigen Aspekten überein und würden daran arbeiten, eine „praktikable Lösung“ für Syrien zu finden – ohne zu definieren, wie diese aussehen solle. Cameron sagte, man hätte zwar „Differenzen“, aber das gemeinsame Ziel sei ein Ende des Konflikts.

Großbritannien ist an einer Verbesserung der schwierigen Beziehungen interessiert – vor allem um den bilateralen Handel voranzutreiben. Das Verhältnis zwischen Moskau und London ist seit der Ermordung des Kreml-Kritikers Alexander Litwinenko 2006 gestört, zumal Russland sich weigert, den Hauptverdächtigen und Ex-Agenten Andrej Lugowoi auszuliefern. Doch auch dieses Thema wollte Cameron seinem russischen Gast diesmal ersparen: Schon in der vergangenen Woche hatte er erklärt, worum es ihm bei Putins Besuch ging: „Meine Priorität sind diese Handelsverträge, diese Investitionen.“

Und so dürfte ein wichtiges Thema auch Putins Lieblingssport Judo gewesen sein. Cameron durfte Putin als Erster gratulieren, als dessen Landsmann Tagir Khaibulaew die Goldmedaille holte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2012)

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16 Kommentare
Gast: pol Beobachterin
03.08.2012 10:26
0 1

Entschuldigung, aber wie was das mit "den Eiern in der Hose"?


Gast: Anton Major
03.08.2012 09:40
2 2

Cameron

ist das typische Beispiel eines arroganten, verwöhnten konservativen Politikers: es geht nur um Geld, alles andere muss der Profitgier untergeordnet werden.
Ein Trauerspiel, wenn man bedenkt wie heuchlerisch die Konservativen sich geben: Sie reden von moralischen Werten und meinen nur den Wert des Geldes...

Re: Cameron

Was sonst ? Ein Fußballer weis auch nur was ein Ball ist !
Wen man einen Gegner nicht besiegen kann,versucht man mit ihm zusammen zu Arbeiten.

korrektur

" den irak"

putin

präsident putin hat ja auch keine lästigen fragen wegen dem angriffskrieg gegen dem irak gestellt.

Gast: werbistdu
02.08.2012 22:04
0 3

Ja wohl

...kriecht ihn nur in den Ar...sch, diesen Volkskoffer Putin

Gast: plebs potus
02.08.2012 21:19
1 3

Die feige Sau wil gas

und deshalb sterben Menschen, Kinder Frauen, werden Russen im eigenen Land geknechtet. Bravo. Wer den gewählt hat ist mir ein Rätsel. Wer aus dem KGB kommt sollte sich garnicht erst aufstellen dürfen

Oder würde hierzulande jemand einen Ex-WaffenSSler wählen und glauben dass dabei was rauskommt? nicht im ernst oder?

0 0

"Wer aus dem KGB kommt sollte sich garnicht erst aufstellen dürfen"

Komisch, wie schnell Verweise auf Erika und Holec hier im Orkus verschwinden. Der Zensor hat wohl Probleme mit der Wahrheit?

Gast: Putinmaus
02.08.2012 20:02
4 2

Kinderfolter in GB

Dafür schmachten dutzende Jugendliche in Englands Gefängnissen für ihre Teilnahme am Volksaufstand in Tottenham/London. Ihr Verbrechen: einfach dabei gewesen zu sein.

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Re: Kinderfolter in GB

Och, einfach dabei gewesen zu sein. Bei Brandstiftung, Raub, Zerstörung ...

Da geht der stramme Linke vor Neid in die Knie und weint aus Solidarität mit den Tätern.

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Na, dann ist ja wieder alles in Ordnung -

Putin (ein "lupenreiner Demokrat", copyright Gerhard Schröder) konnte über Judo plaudern und alle heißen Themen wurden nicht angetastet. Great Britain!

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alle heißen Themen wurden nicht angetastet.

Also ich versuche immer von beiden Seiten Informationen zu bekommen. Im Fernsehsender Russia Today klang das schon anders.

4 1

Dass sich immer alle so wichtig nehmen.

Ja klar, ein Mann wie Putin wird sich von einem Leserbrief irgendwelcher, ihm wahrscheinlich unbekannter, Musiker rumkriegen lassen.

Antworten Gast: FfPutin
02.08.2012 20:54
0 5

Nee, wird er nicht

, aber vielleicht können ja der Weltöffentlichkeit bekannte Personen eher ein kleines Zeichen setzen und Teile des "Fußvolks" - wie Dich und mich - dazu motivieren, sich den Protesten gegen den bösen, machtgeilen KGB-Onkel anzuschließen.

Schönen Abend

Gast: Anna Jurjewna
02.08.2012 19:33
1 3

Wenn ein russischer Mann

eine Karikatur seiner Selbst wird, ist das immer eine Peinlichkeit.

Gast: b754
02.08.2012 19:27
1 6

das ist typisch auf einen rücksichtslosen despoten wird rücksicht genommen