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Pussy Riot: Putin und Kirche gegen "hartes" Urteil

03.08.2012 | 11:59 |   (DiePresse.com)

Neben dem russischen Präsidenten spricht sich nun auch die russisch-orthodoxe Kirche gegen eine harte Strafe für die drei Musikerinnen aus. Die Verteidigung spricht von einem "Wendepunkt".

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Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich nach Protesten gegen den Moskauer Prozess um die Punkband Pussy Riot gegen eine zu harte Strafe für die drei angeklagten Frauen ausgesprochen. "Ich denke nicht, dass sie dafür zu hart verurteilt werden sollten", sagte Putin am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge am Rande seines Besuches bei den Olympischen Spielen in London. Die Verteidigung sprach in Moskau von einem möglichen "Wendepunkt" in dem Verfahren wegen Rowdytums.

Die Protestaktion in der Moskauer Erlöserkathedrale sei "sehr dumm und verletzend für die Gläubigen" gewesen, sagte der Chefideologe des Patriarchats, Wsewolod Tschaplin, am Freitag der Agentur Itar-Tass. "Aber es ist auch eine Dummheit, darüber unendlich zu sprechen", fügte er hinzu. Er begrüßte Putins Worte, der sich gegen eine zu harte Strafe für die Kremlgegnerinnen ausgesprochen hatte. Tschaplin hatte zuvor eine "harte Bestrafung" gefordert.

Maria Aljochina (24), Nadeschda Tolokonnikowa (22) und Jekaterina Samuzewitsch (29) drohen nach einem Punkgebet gegen Putin und Patriarch Kirill in der wichtigsten russisch-orthodoxen Kathedrale sieben Jahre Haft wegen "Hooliganismus aus religiösem Hass". Seit Tagen fordern Künstler und Politiker international die Freilassung der Musikerinnen.

Pussy Riot: Die Chronlogie der Ereignisse

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Musiker protestieren

Auch vor Putins Besuch in London gab es Proteste gegen den Prozess, den Menschenrechtler als politisch gesteuertes Verfahren kritisieren. Die Vorwürfe gegen die Frauen seien absurd, schrieben Musiker wie Jarvis Cocker, Pete Townshend, Kate Nash und Martha Wainwright in der Zeitung "The Times". "Eine andere Meinung zu haben, ist in jeder Demokratie ein Grundrecht."

Überraschend habe sich Putin nun "weicher" als zuletzt geäußert, sagte der Verteidiger Nikolai Polosow. "Das könnte mit Druck von außen zusammenhängen - oder von innen heraus kommen", sagte er. Das könne auf einen "Wendepunkt" hindeuten. Zwar kritisieren Kremlgegner immer wieder die politische Einmischung in laufende Verfahren in Russland. Dies könne aber ein positives Signal sein, sagte Polosow. Die Verteidigung werde am Ende nur einen Freispruch akzeptieren.

Die jungen Frauen, die im Gericht in einem Kasten aus Plexiglas ausharren müssen, beschweren sich seit dem Prozessbeginn am Montag über zu wenig Schlaf und Essen sowie fehlende Pausen. Russische Anwälte veröffentlichten eine Resolution, in der sie den Prozess als Justizskandal bezeichneten, der die Rechtsgrundlagen des Staates zerstören könne.

(APA/dpa)

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46 Kommentare
 
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Russland hat "Rechtsgrundlagen"? hahaha

Russland hat Putin-Grundlagen, also Willkür.

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Re: Russland hat "Rechtsgrundlagen"? hahaha

So wie die EU?

Gast: Whow
03.08.2012 11:08
6 1

Nicht schlecht !

Wenn Putin da wirkliche menschliche Größe zeigt, könnte er Obama leicht den Rang ablaufen.

mal' angenommen,das trio wäre im stephansdom aufgetreten:hätte pröll wohl ein mildes urteil gefordert?(wer alt genug ist zum singen...)


Antworten Gast: Freundlicher Helfer
03.08.2012 14:50
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Kurzzeitgedächtnis?


In Wiener Neustadt wurde der Dom von einem jungen Burschen angezündet, der sich um das Christentum nichts scherte. Und was ist passiert? Gar nichts!

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Re: Kurzzeitgedächtnis?

Die Christus Erlöser Kathedrale (der Ort der Geschehenisse) ist die größte und mit Abstand wichtigste Kirche nicht nur der Russischen Orthodoxie, sondern gehört zu den bedeutendsten Kirchen der gesamten Orthodoxie an. Man kann sie, was ihre Bedeutung anbelangt - wenn überhaupt - in Österreich mit dem Stephansdom vergleichen. Am ehesten aber - wenn auch mit großem Vorbehalt - sollte man die Christus Erlöser Kathedrale mit dem Petersdom in Rom vergleichen. Ihre Überlegungen sollten also vor diesem Hintergrund erfolgen.

In den Wochen vor der Aktion der Pussy Riot Truppe sind in Russland mehrere Kirche entweiht worden, unter anderem gab es einige Brandstiftungsversuche. In den österreichischen Medien findet man aber keine Berichte über diese Vorkommnisse. Es ist im Übrigen auch niemand ins Arbeitslager deswegen gekommen. Also sollte man mit seinen Phantasien am harten Boden der Tatsachen bleiben.

Antworten Gast: Steve Steffel
03.08.2012 11:42
4 1

...

Wäre wirklich interessant zu wissen, wie Waldner von der ÖVP bei einem Stephansdom Auftritt reagiert hätte :)

Re: mal' angenommen,das trio wäre im stephansdom aufgetreten:hätte pröll wohl ein mildes urteil gefordert?(wer alt genug ist zum singen...)

wohl eher wäre es nichtmal zu einer anklage gekommen. geschweigedem hat der pröll mehr mit dme stephansdom zu tun als dieter bohlen.

Re: Re: mal' angenommen,das trio wäre im stephansdom aufgetreten:hätte pröll wohl ein mildes urteil gefordert?(wer alt genug ist zum singen...)

vorläufige festnahme+anklage(ruhe/religionsstörung)hätte es wohl gegeben,u-haft kaum(mafiaparagraf?)dass pröll eine putinähnliche positio innezuhaben glaubt ist aber unbestreitbar ;-)))))

Gast: ROTFRONT
03.08.2012 09:30
4 3

Danke an die Anna Nedrebbko, dass sie Putins Wahl unterstützt hat!


Re: Danke an die Anna Nedrebbko, dass sie Putins Wahl unterstützt hat!

Tippfehler: das heißt Butin.

Antworten Antworten Gast: Häää?
03.08.2012 15:51
1 0

Re: Re: Danke an die Anna Nedrebbko, dass sie Putins Wahl unterstützt hat!


Haben Sie sich vertippt und meinen, die Dame hat ihre Wahl von Botox unterstützt?

Antworten Gast: INO SPU OGPU
03.08.2012 11:52
2 0

Re: Danke an die Anna Nedrebbko, dass sie Putins Wahl unterstützt hat!

Für unserer beste Agentin ist das Pflicht.

Mildes Urteil

Ach nein. Herr Putin fordert ein "mildes Urteil". Putin als erklärter Menschenfreund, der milde über gerechtfertigte Kritik an seiner Person und seiner Machtpolitik hinwegsieht. Ist das nicht putzig?

Allerdings legt Kremlchef Putin mit dieser Aussage offen, welchen Ausgang er der unabhängigen Justiz schon vor Prozessbeginn aufgetragen hat: Verurteilung.

Dass der Prozessverlauf das Gericht vielleicht zu einem Freispruch kommen lassen müsste, steht gar nicht zur Diskussion.

Wenn Putin dem Gericht vorgibt, unangenehme Zeitgenossen - wenn auch nur milde - zu verurteilen, dann kann ein unabhängiger Richter, dem sein Job wichtig ist, wohl nichts dagegen tun. Dafür dürfen auch die Assads und Lukaschenkos der Welt weiterhin ungestraft das eigene Volk töten. Putin ist auch da sehr milde ...

Jeder der sich mit diesem Staat, seinen Politikern, Behörden, Oligarchen oder der dortigen Mafia einlässt, riskiert letztlich sein Leben. Man denke auch diesen Wiener Advokaten ...

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Re: Mildes Urteil

Man kann es Ihnen wirklich nicht recht machen, nicht wahr?

Vorgestern verlange der Staatssekretär Waldner von Putin die sofortige Freilassung der Mitgliederinnen der Pussy Riot Gruppe noch vor(!!) der Entscheidung des Gerichts, entgegen der Verfassung und dem Prinzip der Gewaltenteilung, freizulassen. Das bedeutet kurz zusammengefasst folgendes: man soll die Regeln von Demokratie und Rechtsstatlichkeit grob missachten, sich zugleich aber demokratisch verhalten.

Jetzt wo Putin sich zum Prozess vorsichtig geäußert hat, werden demnächst die Vorwürfe laut, dass damit die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit unterlaufen werden.

Glauben Sie denn tatsächlich daran, dass Jelzinregime demokratischer war? Oder dass die zerstrittene Opposition im Stande ist, das Land zu regieren?

Der Fall Pussy Riot ist wesentlich komplizierter, als es in den Medien dargestellt wird. Um das zu zeigen, genügt eine einfache Frage: Wem nützt dieser Prozess? Putin und der Kirche mit Sicherheit nicht.

Gast: liv
03.08.2012 08:36
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Rußland sollte alles tun um seine Jugend zu fördern

Der Westen plaziert seine Agenten offenbar immer geschickter und versucht das Land zu destabilisieren. Wenn künftige Generationen hier nicht gerüstet sind wird ein vom Westen gesteuerter Apparat die Macht ergreifen.

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schau her, die russen haben auch eine weisungsgebundene justiz! toll... gleich wie in österreich!


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Re: schau her, die russen haben auch eine weisungsgebundene justiz! toll... gleich wie in österreich!

Die sind halt noch nicht in der Demokratie angekommen. Man kann gegen alles mögliche demonstrieren, aber gewählte Politiker resp. Parteien hat man zu akzeptieren. Das ist der Deal und der Sinn der Demokratie, dass das eben nicht von einzelnen Gruppen entschieden werden kann.

Also wenn Wahlwerbung - wie auch immer -, dann knapp vor einer Wahl. Aber das dürfte noch einige Jahre dauern bis dahin.

ja ist denn

ist denn das öst. kärnten schon in der demokratur angekommen!?

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Re: ja ist denn

Nicht zu jedem Thema passt Ihr Hass gegen die Kärntner.

Re: Re: ja ist denn

kein hass
nur verwunderung über bananenrepublikpolitiker in k.
bitte sehr''+/!

 
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