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Schuldig? Streit um Verantwortung für Annan-Rücktritt

03.08.2012 | 10:01 |   (DiePresse.com)

Russland wirft den Unterstützern der syrischen Rebellen vor, "freie Hand für den Einsatz von Gewalt" haben zu wollen. Der Iran spricht von einer gezielten Sabotage des Friedensplans.

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Im Syrien-Konflikt hat die UNO-Vetomacht Russland indirekt den Unterstützern der Regimegegner die Schuld für den angekündigten Rückzug des Sondergesandten Kofi Annan gegeben. "Er ist ein ehrlicher internationaler Vermittler, aber es gibt solche, die ihn aus dem Spiel nehmen wollen, um freie Hand für den Einsatz von Gewalt zu haben", schrieb der stellvertretende Vize-Außenminister Gennadi Gatilow in der Nacht auf Freitag auf Twitter.

Auch der Iran bezog am Freitag Stellung in der Schuldfrage. Er ortet die Verantwortung für Annans Rückzug und dem Scheitern seiner Mission beim Westen. "Immer, wenn sein Friedensplan Erfolge zeigte, hat der Westen die Waffenlieferungen nach Syrien erhöht", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur IRNA den Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ramin Mehmanparast. "Das hat deutlich gemacht, dass er ein Scheitern der Annan-Mission angestrebt hat."

Zukunft Syriens als Fragezeichen

Nach der Entscheidung des ghanesischen Friedensnobelpreisträgers und ehemaligen UNO-Generalsekretärs stellten sich nun viele Fragen für die Zukunft Syriens.

Auf der Genfer Syrien-Konferenz Ende Juni hatte Russland ein westliches Papier zurückgewiesen, in dem Präsident Bashar al-Assad praktisch zum Geächteten erklärt und von einem politischen Übergangsprozess ausgeschlossen wurde. Man einigte sich auf die Forderung nach Bildung einer Übergangsregierung in Damaskus aus Vertretern des Regimes und der Opposition.

Russland und China hatten im Weltsicherheitsrat zweimal ihr Veto gegen westliche Syrien-Resolutionsentwürfe eingelegt und erklärt, Amerikaner und Europäer würden scheinheilig vorgeben, von "humanitären Motiven" beseelt zu sein. Doch dahinter stecke ein ungezügeltes Hegemoniestreben. Die vorjährige Libyen-Resolution, bei der es darum ging, die Zivilbevölkerung zu schützen, hatten Russland und China durch Stimmenthaltung ermöglicht. Nach Ansicht Moskaus und Pekings hatte die NATO aber das UNO-Mandat überschritten und resolutionswidrig den Sturz des Regimes von Muammar al-Gaddafi militärisch herbeigeführt.

(APA/dpa/AFP)

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4 Kommentare

Danke für diesen Bericht!


Linie

Annan hat das Handtuch geworfen. Gegen die amerikanische Kriegsmaschinerie kommt auch er nicht an.

Unser Friedensnobelpreisträger heizt inzwischen den Konflikt weiter an, in dem er, nun ganz offiziell, die Terroristen und Killerkommandos mit Waffen versorgt.

Es wird höchste Zeit, dass Russland und China, die sich beide bisher sehr zurückgehalten haben, den westlichen Imperialisten deutlich die Grenzen aufzeigen und eine "bis-hier-hin-und-nicht weiter"- Linie ziehen.

Dies birgt natürlich die Gefahr eines dritten Weltkrieges in sich, aber anders sind die seit Jahrzehnten andauernden Eroberungsfeldzüge der USA und ihrer Vasallen scheinbar nicht zu stoppen.

Gast: cc1987
03.08.2012 07:50
8 0

....

Zitat: "Nach Ansicht Moskaus und Pekings hatte die NATO aber das UNO-Mandat überschritten und resolutionswidrig den Sturz des Regimes von Muammar al-Gaddafi militärisch herbeigeführt."

Wo Moskau Recht hat, hat Moskau halt Recht!

Re: ....

Das hab' ich ja damals schon gesagt. Moskau und Peking würden denselben Fehler nicht noch einmal begehen.

Ich meine, das mit der Überschreitung des UN-Mandates in Libyen war ja so offensichtlich, da braucht man nicht mal drüber zu diskutieren.