Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat bei einem Besuch in China die wirtschaftliche Öffnung seines Landes angedeutet. "Die Entwicklung der Wirtschaft und die Verbesserung der Lebensbedingungen ist das Ziel, für das die koreanische Arbeiterpartei kämpft, damit das koreanische Volk ein glückliches und zivilisiertes Leben führen kann", wurde der seit Dezember 2011 amtierende Staatschef am Freitag von der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zitiert.
Nordkorea zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Versorgungslage hat sich im vergangenen Monat nach schweren Überschwemmungen verschlechtert, bei denen 119 Menschen starben und 46.000 Hektar an landwirtschaftlicher Nutzfläche zerstört wurden.
Experten gehen davon aus, dass Nordkorea ein Bündel an wirtschaftlichen Reformen vorbereitet. "Ich glaube, dass er dafür die Unterstützung Chinas sucht", sagte der Professor für Nordkorea-Studien in Seoul, Yang Moo Jin. Daran hat auch die Führung in Peking großes Interesse. Die Volksrepublik befürchtet, dass die Wirtschaftskrise im Nachbarland zu Instabilität führen und Tausende Nordkoreaner über die Grenze nach China treiben könnte.
Achterbahnfahrt mit Diplomaten
Zuvor wurde bekannt, dass ausländische Diplomaten Kim Jong-un begleitet hatten, als dieser vergangene Woche sichtlich amüsiert in einem Freizeitpark in Pjöngjang mit einer Achterbahn gefahren war. Die britische Botschaft in Pjöngjang teilte am Freitag mit, einer ihrer Diplomaten sei bei dem Ausflug im Vergnügungspark Rungna dabei gewesen, ebenso wie weitere Diplomaten aus anderen Staaten. Es habe sich um eine Gelegenheit gehandelt, den Kontakt mit der nordkoreanischen Führung aufzunehmen und dabei die "kritische" Auseinandersetzung mit Pjöngjang zu fördern.
Das britische Außenministerium in London erklärte, ein Austausch mit der nordkoreanischen Führung sei von großer Bedeutung. Großbritannien arbeite mit Nordkorea in Hilfs-, Bildungs- und Kulturprojekten "zum Nutzen der nordkoreanischen Bevölkerung" zusammen.
Von nordkoreanischen Staatsmedien veröffentlichte Bilder hatten Kim Jong-un breit lächelnd in einem Fahrgeschäft gezeigt. Staatsmedien sind derzeit offenbar bemüht, das Bild eines sympathischen und volksnahen Machthabers zu vermitteln. So wurde kürzlich bekannt, dass Kim verheiratet ist, Bilder zeigten ihn bei mehreren Anlässen Arm in Arm mit seiner Frau - ein deutlicher Gegensatz zu dem Geheimnis, das um das Privatleben seines im Dezember verstorbenen Vaters Kim Jong-il gemacht wurde.
(APA/AFP)

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