Der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU) hat sich für den Einsatz bewaffneter Drohnen durch die Bundeswehr ausgesprochen. "Der Sache nach ist eine Drohne doch nichts anderes als ein Flugzeug ohne Pilot", sagte er der Zeitung "Die Welt". "Flugzeuge dürfen Waffen tragen. Warum also sollen unbemannte Flugsysteme das nicht dürfen?"
Der Minister verwies darauf, dass die deutsche Marine seit langem ferngesteuerte Systeme zur Minensuche benutzt. Letztlich seien Torpedos oder Raketen, die sich ihr Ziel selbst suchen, ebenfalls unbemannte Waffen. Drohnen seien daher qualitativ nicht Neues.
Nach dem Völkerrecht sei es geboten, in einem Militäreinsatz Unbeteiligte nicht zu treffen. Die neuen Waffen hätten den Vorteil, zielgenauer zu sein. Sie richteten deshalb weniger Schäden an. Moralische Bedenken gegen einen Drohnen-Einsatz habe er nicht: "Ethisch ist eine Waffe stets als neutral zu betrachten."
Bei der Beschaffung von Drohnen für die Bundeswehr will de Maiziere stufenweise vorgehen. Bis 2014/2015 werde man sich wie bisher mit einem Leasingmodell behelfen. Derzeit ist in Afghanistan das von Israel gemietete, unbewaffnete Heron-System im Einsatz.
"Europäische Drohne"
Danach brauche man eigene unbemannte Luftfahrzeuge. Auf dem Weltmarkt gebe es aber fast ausschließlich nur bewaffnete Drohnen zu kaufen. Eine Umrüstung auf ein unbewaffnetes Modell sei teuer und mache deshalb wenig Sinn. Gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien arbeite man deshalb daran, "eine europäische Drohne zu entwickeln, die hoffentlich in den Jahren nach 2020 auch einsatzfähig verfügbar ist".
Die USA setzen Drohnen zur Bekämpfung von Terroristen etwa in Pakistan oder dem Jemen ein.
(APA/dpa)
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