Peking/Juba/Dakar/Ag. Hillary Clinton hat das Wort „China“ gar nicht ausgesprochen. Doch als die US-Außenministerin zu Beginn ihrer großen Afrika-Reise diese Woche im Senegal sagte, fremde Mächte sollten Afrika nicht länger seine Reichtümer wegnehmen, bezog man das in Peking offenbar ausschließlich auf sich: Clintons Bemerkungen seien in der Absicht gefallen, „Zwist zwischen China und Afrika zu säen“.
Um Bodenschätze, genauer um Öl, ging es auch bei Clintons dritter Station am Freitag im Südsudan, wohin sie aus Uganda aufgebrochen war: Die US-Außenministerin forderte die Regierung in Juba und die des benachbarten Sudan, von dem sich Südsudan vor einem Jahr abgespalten hatte, zur Beilegung ihres Streits um Öl auf. Dieser Streit hat die beiden Staaten heuer schon an den Rand eines Krieges gebracht.
Clinton stellt auf ihrer Reise das Thema Sicherheit in den Mittelpunkt: Seit der vorige US-Präsident George W. Bush 2007 das Afrika-Kommando eingerichtet hat, engagiert sich Washington stärker in der Ausbildung regionaler Sicherheitskräfte.
Die restlichen Stationen von Clintons vermutlich letzter großer Reise als Außenministerin sind Kenia, Malawi, Südafrika und Ghana.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.08.2012)
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