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Syrien: Verwirrung um verhaftete iranische Pilger

05.08.2012 | 17:02 |   (Die Presse)

Die 48 Iraner, die von islamistischen Aufständischen entführt wurden, sollen laut Teheran schiitische Gläubige sein. Die Rebellen bezichtigen einige Verhaftete der Mitgliedschaft in einer iranischen Elitetruppe.

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Wien/Aleppo/Damaskus/Ag/som. Waren es Pilger, die – wie so viele Iraner vor Ausbruch des Konflikts – einem wichtigen schiitischen Pilgerort in Syrien einen Besuch abstatten wollten? Oder sind sie, wie syrische Aufständische behaupten, Angehörige der Revolutionsgarden, einer Eliteeinheit der Teheraner Führung? Der Fall der 48 am Samstag in Syrien entführten Iraner ist undurchsichtig – und birgt gerade deshalb die Gefahr, die regionalen Gräben, die der Konflikt bisher aufgerissen hat, noch weiter zu vertiefen.

Ein Video, das der saudische Nachrichtensender al-Arabiya gestern ausstrahlte, zeigte einen Teil der entführten iranischen Staatsbürger. Die Gruppe hatte sich offenbar in einem Bus auf dem Weg zum Flughafen befunden. Der Kommandant der für die Entführung verantwortlichen islamistischen al-Baraa-Brigade, Abdel Nasser al-Shumair, hält in dem Clip ausweisähnliche Dokumente in die Kamera, die die Zugehörigkeit der Entführten zu den Revolutionsgarden beweisen sollen. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben ist nicht möglich. „Wir observieren die Iraner seit Monaten, seitdem wir von ihnen Kenntnis erlangt haben“, behauptet Shumair auf dem Band.

Türkei und Katar sollen vermitteln

Am Sonntag berichteten iranische Medien, der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi habe seine Amtskollegen in der Türkei und Katar um Hilfe gebeten. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu soll versprochen haben, die Causa zu prüfen. Bereits im Dezember 2011 und im Jänner 2012 wurden Dutzende iranische Pilger und Ingenieure in Syrien entführt. Die meisten von ihnen wurden nach einigen Monaten wieder freigelassen.

Die Türkei und Katar unterstützen die syrischen Aufständischen, während der Iran mit seiner schiitischen Bevölkerungsmehrheit als enger Verbündeter des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad gilt. Nach iranischen Angaben hielten sich die Entführten in Syrien auf, um dort das Grabmal von Zaynab, der Tochter des Imam Ali, zu besuchen.

Damaskus unter Kontrolle der Armee?

In der nordsyrischen Metropole Aleppo bekämpften sich Regierungstruppen und Aufständische unterdessen weiter heftig. Das Regime ließ das Viertel Salaheddin am Sonntag massiv mit Artillerie beschießen. In dem Stadtteil habe es auch Gefechte gegeben, teilte die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mit. Die Rebellen bereiten sich nach eigenen Angaben weiterhin auf eine groß angelegte Militäroffensive vor. Aus Damaskus berichtete wiederum ein hochrangiger Offizier der syrischen Regierungstruppen, die Armee habe wieder die Kontrolle über das gesamte Stadtgebiet übernommen.

Unterdessen plagen Präsident Assad offenbar Geldsorgen.
Am Wochenende wurde eine Delegation aus Damaskus in Moskau vorstellig, um den Verbündeten Russland um Finanzhilfe zu bitten. Syrien gehen vor allem raffinierte Erdölprodukte wie Diesel aus. Die Delegation um Vizeregierungschef Kadri Jamil habe „eine gewisse Summe in harter Währung beantragt, um die komplizierte Lage in Syrien zu überbrücken“, berichteten russische Medien. Damaskus machte die westlichen Sanktionen für die wirtschaftliche Notlage verantwortlich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.08.2012)

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17 Kommentare

Pilger mitten im Bürgerkrieg?

Seit wann gibt es in Damascus eine schiitische Pilgerstätte?
Die finden sich nur im Irak und Iran!

Re: Pilger mitten im Bürgerkrieg?

Natürlich gibt es in Syrien schiitische Pilgerstätten, was die Geschichte mit den Pilgern nicht glaubwürdiger macht. Bilden Sie sich, eine Minute Internetrecherche reicht aus!

5 4

Pilger werden von Terroristen entführt und mit dem Tod bedroht - und die Presse titelt "verhaftet"....sind hier alle durchgeknallt???


Unterdessen plagen Präsident Assad offenbar Geldsorgen.

Ich dachte , die "Assads" schwimmen in Geld und Luxus ? Diesen dümmlichen Presseorganen, die die Massen verdummen sollen, sind selber bereits debil ....

Antworten Gast: hudro45
05.08.2012 23:32
2 2

Re: Unterdessen plagen Präsident Assad offenbar Geldsorgen.

Denken ist nicht Ihre Stärke, oder?

Das meiste Geld liegt im Ausland auf welches zur Zeit nicht zugegriffen werden kann.
Der Rest sind entweder syrische Firmen im Inland, auch Vermögenswerte nur kann man mit denen schwer bezahlen oder ausländische undurchsichtige Firmenkonstrukte über den ganzen Erdball, auch mit diesen kann man nicht bezahlen aber auch das sind immense Vermögenswerte.

Alles in allem geht es anscheinend an die 40 Milliarden Grenze nur ist es halt blöd wenn man nicht zugreifen kann oder es sich um eine Erdgasraffinerie oder Telekomfirma handelt.

Antworten Gast: hudro45
05.08.2012 23:01
0 0

Re: Unterdessen plagen Präsident Assad offenbar Geldsorgen.

Denken ist nicht Ihre Stärke, oder?

Das meiste Geld liegt im Ausland auf welches zur Zeit nicht zugegriffen werden kann.
Der Rest sind entweder syrische Firmen im Inland, auch Vermögenswerte nur kann man mit denen schwer bezahlen oder ausländische undurchsichtige Firmenkonstrukte über den ganzen Erdball, auch mit diesen kann man nicht bezahlen aber auch das sind immense Vermögenswerte.

Alles in allem geht es anscheinend an die 40 Milliarden Grenze nur ist es halt blöd wenn man nicht zugreifen kann oder es sich um eine Erdgasraffinerie oder Telekomfirma handelt.

Gast: Suizid by Pilgerdrive???
05.08.2012 21:21
1 0

Bitte NICHT böse sein.....

....aber wer JETZT nach Syrien pilgern fährt/geht, der ist seinem Gott so nahe wie noch nie, auf deutsch gesagt, des Lebens müde, man könnte es auch Suizid by Pilgerdrive nennen!

Gast: xxxx
05.08.2012 21:10
1 1

Sind jetzt neuerdings Mekka und Meddina in Syrien??????

Oder kann es auch sein, dass solche "Iranische Pilger" einmal nach Österreich kommen? Vielleicht mit einem ordentlichen "Gürtel"?

Antworten Gast: OoOo
06.08.2012 11:04
1 0

Re: Sind jetzt neuerdings Mekka und Meddina in Syrien??????

Es gibt wesentlich mehr Pilgerstätten als nur Mekka und Medina, das sind bloß die bekanntesten und Wichtigsten/größten...

Antworten Antworten Gast: krowww
06.08.2012 14:44
1 1

Re: Re: Sind jetzt neuerdings Mekka und Meddina in Syrien??????

Gibt es nicht!

Naja, denkt euch mal hinein. Wenn ihr Elitesoldaten wärt

würdet ihr dann im Zielgebiet als Zivilist rumgurken, oder gleich hinter der Grenze die Waffen auspacken?

Ich denke wohl eher Zweiteres.

Antworten Gast: Demokierkratie
05.08.2012 21:56
0 0

Re: Naja, denkt euch mal hinein. Wenn ihr Elitesoldaten wärt

Naja, vor allem würde ich nicht ausweisähnliche Dokumente dabei haben, die Hinweise auf meine Identität geben.

Antworten Gast: k.u.k Feldmarschall
05.08.2012 21:14
0 0

Re: Naja, denkt euch mal hinein. Wenn ihr Elitesoldaten wärt

Jeder österreichische Präsenzdiener ist Elitesoldat.
Bis jetzt haben die noch jede Bierflasche geknackt!

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Die Forderung ist legitim...

und wäre für die (von mir aus!) "Rebellen" relativ leicht erfüllbar, erkennt man doch reguläre Soldaten an ihrer Uniform.

Wie soll man allerdings die Rebellen, die ja keine Uniform tragen und sich anscheinend gerne unter die Zivilisten mischen, ja sogar ihre "Hauptquartiere" in Schulen und vergleichbaren Institutionen einrichten, von den Zivilisten untertscheiden? Aber natürlich wird dann jedes Opfer den "Schlächtern der Regierung" angerechnet.

3 1

Re: Die Forderung ist legitim...

Die Forderung ist nicht nur legitim, sie entspricht m. W. geltendem Kriegsrecht.

Geltendes Recht ist freilich auch, dass Kombattanten als solche äusserlich zu erkennen sind und dass sich die Kriegsparteien nicht in gewissen öffentlichen Gebäuden "verstecken" dürfen.

0 0

prinzipiell haben sie recht

doch handelt es sich nicht um einen regulären krieg sondern um einen bürgerkrieg.

1 1

Die Forderung ist legitim...

Aber wie lassen sich den die Rebellen, die ja