Teheran hat die USA für das Schicksal der in Syrien entführten Iraner verantwortlich gemacht. Das ergebe sich aus der Unterstützung des Landes für die bewaffneten syrischen Rebellen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Dienstag berichtete, bestellte das iranische Außenministerium den Schweizer Botschafter ein, um diese Nachricht zu übermitteln. Die Schweiz vertritt die Interessen Washingtons im Iran, weil die beiden Länder keine diplomatischen Beziehungen unterhalten.
Eine islamistische Aufständischen-Gruppe hatte die 48-köpfige Pilgergruppe am Samstag in Damaskus entführt und behauptet, sie seien feindliche Agenten.
Unterdessen ist der iranische Gesandte Said Jalili ist am Dienstag zu einer Begegnung mit dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad in Damaskus eingetroffen. Wie das iranische Staatsfernsehen berichtete, war nach dem Treffen mit Assad und weiteren Mitgliedern der syrischen Führung eine Pressekonferenz vorgesehen. Jalili ist der Beauftragte des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ayatollah Ali Khamenei. Der Iran ist der wichtigste regionale Verbündete der syrischen Führung, die durch den bewaffneten Aufstand zusehends in Bedrängnis gerät.
Lösung "ohne Blutvergießen"
Jalili hielt sich vor seiner Reise nach Damaskus im Libanon auf. Dort sagte er, für den Konflikt in Syrien müsse "nach demokratischen Regeln" und "nicht mit Waffenlieferungen und Blutvergießen" eine Lösung gefunden werden. Er warf den USA vor, durch Waffenlieferungen an die syrischen Aufständischen in der Region für "Unsicherheit" zu sorgen.
Die türkische Regierung gab indes bekannt, dass der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi kurzfristig und auf eigenen Wunsch zu einem Besuch nach Ankara komme. Salehi wurde den Angaben zufolge am Dienstagabend in der türkischen Hauptstadt erwartet, wo er mit seinem Kollegen Ahmet Davutoglu zusammentreffen wollte. Das iranische Außenministerium teilte mit, Salehi werde die türkische Regierung an ihre "Verantwortung" für das Schicksal von 48 Iranern erinnern, die von den Rebellen in Syrien als Geiseln genommen wurden. Die Türkei unterstützt die Aufständischen in Syrien.
Der Iran - einer der engsten Verbündeten Assads - hatte die Anschuldigungen zurückgewiesen. Keine Reaktion aus Teheran gab es zunächst zu Berichten über den angeblichen Tod dreier Geiseln. Die für die Entführung verantwortliche Al-Baraa-Brigade hatte in der Nacht auf ihrer Facebook-Seite berichtet, die Iraner seien im Granatenhagel der Armee gestorben. Die Entführer hatten zuvor mit der Hinrichtung der Geiseln gedroht, sollten die Artillerieangriffe fortgesetzt werden.
(APA/dpa/AFP)
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