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Ägypten: Die Sinai-Halbinsel wird zum Kriegsgebiet

08.08.2012 | 21:09 |   (Die Presse)

Nach dem Angriff militanter Extremisten auf einen ägyptischen Grenzposten startet die Armee eine Gegenoffensive mit Flugzeugen und Bodentruppen. Mindestens 20 Untergrundkämpfer sollen getötet worden sein.

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Kairo/Jerusalem/Reuters/APA/red./KNA. Ägyptens Militär schlägt zurück: Nach dem Attentat auf einen ägyptischen Grenzposten auf dem Sinai bombardierte Ägyptens Luftwaffe Verstecke militanter Islamisten nahe der Stadt Sheikh Zuwaid, zehn Kilometer von der Grenze zum palästinensischen Gazastreifen entfernt. Zugleich rückten Bodentruppen in das Dorf al-Toumah ein. „Wir haben in al-Toumah 20 Terroristen getötet und drei gepanzerte Autos zerstört“, berichtete ein ägyptischer Offizier der Nachrichtenagentur Reuters. Die Islamisten hätten versucht, in ihren Fahrzeugen zu fliehen und seien von ägyptischen Hubschraubern mit Raketen beschossen worden. Später hieß es in ägyptischen Sicherheitskreisen, dass insgesamt 30 Extremisten umgekommen seien. Vor Beginn der Militäroffensive sollen Untergrundkämpfer mehrere Kontrollposten in der Stadt al-Arish angegriffen haben.

In den vergangenen Monaten hatten militante Islamisten die Aktivitäten auf der Sinai-Halbinsel verstärkt. Höhepunkt war der Angriff auf den Grenzposten Karm Abu Salem am Sonntag: Bewaffnete brachten 16 ägyptische Beamte um und wollten mit zwei erbeuteten Panzerfahrzeugen in Israel eindringen. Israels Armee tötete die Angreifer.

Ägyptens neuer Präsident Mohammed Mursi zog am Mittwoch personelle Konsequenzen aus dem Desaster: Er ließ Geheimdienstchef Murad Muwafi in den Ruhestand versetzen und enthob den Gouverneur der Provinz Nordsinai, Abdel Wahab Mabrouk, seines Amtes. Auch der Chef der Militärpolizei, Hamdi Badin, soll seinen Job verlieren. Mursi kündigte zudem an, dass die Sicherheitskräfte den Sinai wieder voll unter ihre Kontrolle bringen würden. Gemäß ägyptisch-israelischem Friedensvertrag sind auf der Halbinsel nur wenige ägyptische Soldaten stationiert. Israel hatte sich zuletzt aber in Kairo beklagt, dass Ägypten zu wenig tue, um das Grenzgebiet zu sichern. Die jüngste Militäroffensive gegen die Islamisten wurde von Israel begrüßt: Ägyptens Armee schaffe damit auf dem Sinai Ordnung, so wie es ihre Pflicht sei, meinte der Sicherheitsberater der israelischen Regierung, Amos Gilad.

„Mudjaheddin, al-Qaida und Beduinen“

"Es hat klare Anzeichen gegeben für einen geplanten Angriff. Israel hat Kairo davor gewarnt“, sagt Professor Jakob Bar-Siman-Tov, Vorsitzender des Forschungsinstituts für Frieden und regionale Zusammenarbeit an der Hebräischen Universität in Jerusalem, im Gespräch mit der „Presse“. Die Warnungen seien auch an Israelis ergangen, die auf der Sinai-Halbinsel Urlaub machen wollten. „In Kairo hat man diese Warnungen nicht ernst genommen, sondern als Versuch Israels gesehen, den Tourismus auf dem Sinai zu schädigen“, schildert Bar-Siman-Tov. Die Täter sind für ihn eine „Mischung aus Mudjaheddin, Anhängern der Terrororganisation al-Qaida und Beduinen“. Bei den Beduinen gehe es um Geld. „Es wird geschmuggelt, niemand kontrolliert, es herrscht Anarchie. Die Beduinen machen sich das zunutze.“

Die Waffen der Untergrundkämpfer kommen laut dem israelischen Experten „mit großer Wahrscheinlichkeit“ aus Libyen. „Wir wissen, dass nach dem Sturz Muammar al-Gaddafis die Militärlager geplündert wurden. Ein großer Teil dieser Waffen ist anschließend in den Sinai geschmuggelt worden, darunter auch Flugabwehrraketen.“

Muslimbrüder beschuldigen den Mossad

In Ägypten wurde zuletzt freilich eine ganz eigene Interpretation der gewaltsamen Vorgänge auf dem Sinai kolportiert: Die islamistische Muslimbruderschaft, aus der auch Präsident Mursi stammt, behauptete auf ihrer Website, dass Israels Geheimdienst Mossad hinter dem verheerenden Angriff auf den ägyptischen Grenzposten stecke. Israel wolle damit die Arbeit Mursis sabotieren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.08.2012)

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22 Kommentare

Alois Irlmaier

Die Vohersagen von ihm dürften bald Wahrheit werden
http://www.tz-online.de/aktuelles/bayern/unheimlichen-prophezeiungen-alois-irlmaier-423987.html

Das ist nur ein Vorgeschmack auf das, was nach

der Machtübernahme von Radikalen geschieht.
Ob es der Iran, Algerien, Tunesien, Ägypen oder Syrien sind - es überall der selbe Ablauf.

Re: Das ist nur ein Vorgeschmack auf das, was nach

Im Iran oder Syrien kann es nicht schlechter werden,wenn dort die Terror-Regierungen gestürzt werden!

Re: Re: Das ist nur ein Vorgeschmack auf das, was nach

Der Fish beginnt am Kopf zu stinken

myanmar

österreichische presse !!!
es werden in myanmar moslems von budisten verbrennt wieso wird hier nix darüber geschrieben?!?!?

Re: myanmar

Ist doch schon Alles voll davon gewesen.
Muß an deiner selektiven Wahrnehmung liegen

Lybien fällt dem Westen auf den Kopf!

Und trotzdem werden auch in Syrien weiterhin die Extremisten unterstützt.

Re: Lybien fällt dem Westen auf den Kopf!

Wieso?

Libyen ist von den Ghadaffis gereinigt und das ist gut so!

2 0

Re: Re: Lybien fällt dem Westen auf den Kopf!

Und das sich nun 50 lybische Völker den Schädel einhauen weil niemand mehr ihre Stimmen hört und zu vermitteln versucht finden Sie gut so??

Sie sind ein leichtgläubiger von den Mainstreammedien manipulierter Mensch wenn Sie tatsächlich glauben der Demokratiegedanke war der Grund für die Befreiung/Ermordung Gaddafis.

Re: Re: Re: Lybien fällt dem Westen auf den Kopf!

Dort hat jetzt das demokratisch gewählte Parlament mit liberaler Mehrheit die Macht übernommen!

Wohl Ghadaffi-Fan,wie Jörg Haider?

Re: Re: Re: Re: Lybien fällt dem Westen auf den Kopf!

Sie scheinen wirklich nichts zu begreifen.
Warten Sie mal ab mit was auf Israel nach dem Sturz von Assad zukommen wird.
Nicht gecheckt, was gerade im Sinai passiert? Genau davon reden wir im Falle Libyens ("liberale Mehrheit"- brüll, schenkelklopf) Ägyptens und bald auch Syriens.

Die prophetischen Ereignisse des Mossad

Dei Agenten von Mossad wissen, wie der echte ägyptische Kooperationspartner, der Militärrat, zu stärken ist. Der Weltöffentlichkeit wird wieder einmal eine Show sondergleichen geliefert. Und die dummen und/oder korrupten Medien posaunen das Lied von der israelischen Besorgnis.
Und: Wie bei den 9/11 Anschlägen wussten die feine Gesellschaft der Mossad-Agenten auch diesmal um die Gefahr. Entweder verfügen diese Agenten über geradezu prophetische Fähigkeiten oder .....

Antworten Gast: Beipflichter
09.08.2012 11:35
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Re: Die prophetischen Ereignisse des Mossad

Sowas kannst du in einem Propaganda-Forum nicht schreiben..

Re: Die prophetischen Ereignisse des Mossad

..postete der steirische FPÖ ler Walter Mandl!

Re: Die prophetischen Ereignisse des Mossad


Die einen wissen Konkretes, andere wissen nichts und halten deshalb die Welt für dumm.

Re: Die prophetischen Ereignisse des Mossad

...oder sie tun das, was Geheimdienste halt so tun: Informationen sammeln.

Nun kann sich jeder vorstellen...

...wie sich die Lage darstellen würde, wenn Ägyptens Militärrat keine Einflussnahme mehr hätte.
Oder glaubt nur ansatzweise jemand, dass die Moslembrüder militante Islamisten bekämpfen würden?
Darum ist es auch so wichtig, dass Assad an der Macht bleibt. Denn irgendwann reißt es den Israelis den Geduldsfaden durch, wenn sie nur noch von Extremisten umgeben sind - und dann wird's zum Flächenbrand.

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Re: Nun kann sich jeder vorstellen...

und kurz ein anderes thema, aber weil ich noch zeit hab ^^: sich hier hinzustellen und das wohl der vielen über das leid der wenigen zu stellen, ohne große worte und dies als evidente selbstverständlichkeit zu präsentieren ... ich weiß nicht ... mir scheint hier versucht rationalität bequemlichkeit zu kaschieren ... traurig, aber das scheint schule zu machen

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Re: Nun kann sich jeder vorstellen...

ich denke primäres ziel des moslembruderschaft ist es stärkste kraft in islamistischen kreisen zu bleiben, ebenso aber auch breite gesellschaftliche teile anzusprechen. dass sie auf diesem kurs nicht volle unterstützung der islamistischen seite erhalten, zeigen etwa die zersplitterung der partei in den 80ern und die versuchte wiedereingliederung/unterordnung dieser gruppen in die partei in der folgezeit. kurz: sie können der moslembruderschaft einiges vorwerfen, militär.-strat. risiken einzugehen gehört aber weniger dazu (sehen sie auch daran, dass in der protestbewegung keine aktive rolle gespielt wurde). im gegensatz dazu dürfte die organisation jedoch sehr daran interessiert sein ihre zentrale stellung zu behalten und daher eine militarisierung der islamisten eher vermeiden wollen ;)

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Frage

Ägypten darf das wofür das Syrische Regime verurteilt wird. Hat wer eine Erklärung dafür

Re: Frage

israel darf das auch, also wo liegt dein problem

Getarnte

Militärübungen,Deckname der Übung- Mursi !