Aleppo/Damaskus/Wien/ag./red. Glaubt man den Meldungen des syrischen Staatsfernsehens, dann ist das Rebellenviertel Salaheddine in Aleppo seit Mittwoch in der Hand der Armee. Diese hatte am Mittwoch ihre Bodenoffensive begonnen. Die Freie Syrische Armee (FSA) hingegen berichtete, dass die Soldaten weniger als 15 Prozent des Viertels kontrollieren würden. „Die Regierungstruppen haben ihre Bodenoffensive mit Panzern begonnen, gegenwärtig kommt es in der Zone zu heftigen Kämpfen“, sagte Wassel Ayoub, ein Vertreter der FSA.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte unterdessen den Einsatz von schweren Waffen in den Wohngebieten von Aleppo. Die Organisation veröffentlichte in ihrem jüngsten Bericht Satellitenbilder aus der nordsyrischen Metropole, die 600 Einschlagkrater zeigen, die von schwerkalibrigen Artilleriegranaten stammen. Amnesty werde auch künftig alle Angriffe auf die Bevölkerung genauestens dokumentieren, sagte der Amnesty-Experte Christoph Koettl. „So können die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.“
Iran: Ex-Revolutionsgarden unter Geiseln
Der Iran bestätigte gestern, dass sich – wie von den Aufständischen früher behauptet – „ehemalige Mitglieder“ von Militär und Revolutionsgarden unter den am vergangenen Samstag in Damaskus entführten 48 Iranern befinden. Allerdings hält der Iran weiterhin an seiner Darstellung fest, dass es sich bei den Geiseln um „Pilger“ handle.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.08.2012)
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