Die bolivianische Regierung hat Anschuldigungen eines Oppositionspolitikers empört zurückgewiesen, wonach Präsident Evo Morales mit der minderjährigen Tochter einer Ministerin ein Kind gezeugt haben soll. Die Behauptungen des Konservativen Samuel Doria Medina seien "lächerlich und enttäuschend", sagte Vizepräsident Alvaro Garcia am Mittwoch. "Das ist eine Lüge, Niederträchtigkeit, Verleumdung."
Der Unternehmer Doria Medina, der Morales bei den Präsidentschaftswahlen 2009 unterlegen war und die konservative Partei Nationale Einheit leitet, hatte am Montag über den Kurznachrichtendienst Twitter geschrieben: "dass (Morales) Vater ist, ist keine Neuigkeit, aber dass die Mutter minderjährig ist, das hat Auswirkungen (...) - fragen Sie die Mutter der Minderjährigen: Nemesia Achacollo."
Achacollo ist Ministerin für wirtschaftliche Entwicklung unter Morales. In einer am Mittwochabend ausgestrahlten Fernsehsendung bekräftigte Doria Medina seine Aussage.
"Intellektuelle Statur einer Samenzelle"
Vizepräsident Garcia sagte, Doria Medina habe "die intellektuelle Statur einer Samenzelle". Er müsse Beweise präsentieren oder sich ansonsten bei der Ministerin und ihrer Tochter "auf Knien" entschuldigen. Doria Medina hat bereits angekündigt, keine Beweise bringen zu wollen; dies sei Aufgabe der Justiz.
Morales ist der erste indianisch-stämmige Präsident Boliviens. Der 52-jährige Junggeselle ist Vater zweier Töchter, die bei ihren Müttern leben.
(APA/AFP)
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