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Wirbel um Sarkozys Einmischung in Syrien-Konflikt

09.08.2012 | 11:42 |   (DiePresse.com)

Frankreichs Ex-Präsident verglich die Lage in Syrien mit jener in Libyen und erntet Kritik. Sozialistenchefin Aubry ortete eine "miese Kampagne", Außenminister Fabius gab sich erstaunt.

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Mit seiner Kritik an der französischen Syrien-Politik hat Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Außenminister Laurent Fabius wies am Freitag in der Zeitung "Le Parisien" die Äußerungen des abgewählten konservativen Staatschefs zurück und hob hervor: "Ich bin erstaunt, dass Herr Sarkozy eine Auseinandersetzung bei einem solch schwerwiegenden Thema zu starten versucht, während man von einem ehemaligen Präsidenten etwas anderes erwarten würde."

Sarkozy hatte ein ausführliches Telefonat mit dem Präsidenten des oppositionellen Syrischen Nationalrats, Abdelbasset Sida, geführt. Danach stellten beide "große Ähnlichkeiten mit der libyschen Krise" fest und verlangten ein "schnelles Handeln der internationalen Gemeinschaft". Andere konservative Politiker hielten der sozialistischen Regierung unter Präsident Francois Hollande zudem Untätigkeit im Syrien-Konflikt vor. Sarkozy war eine treibende Kraft beim Nato-Militäreinsatz gegen Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi.

"Kein Land forderte militärische Intervention"

Fabius hob hervor, dass Syrien nicht mit Libyen verglichen werden könne. "Die Unterschiede sind so offensichtlich, dass kein Land eine militärische Intervention gefordert oder gewünscht hat." Auf der einen Seite sei die geostrategische Lage Syriens mit Nachbarländern wie dem Irak, dem Libanon, der Türkei und Jordanien ganz anders. Andererseits sei auch die militärische Situation völlig unterschiedlich, denn die syrische Armee verfüge über ein großes Waffenarsenal, darunter chemische Waffen. Frankreich hat derzeit den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat inne.

Sozialistenchefin Martine Aubry nannte die Äußerungen Sarkozys und weiterer Politiker der konservativen Partei UMP "unverantwortlich". Sie hielt der Opposition in einer Erklärung am Mittwochabend eine "miese Kampagne" mit "niederen politischen Zielen" vor. Die Äußerungen kämen zu einem Zeitpunkt, zu dem die Franzosen geeint sein sollten, um das "entschlossene Handeln" der Regierung in der Frage zu unterstützen.

Auch in den Kommentaren der französischen Presse wurde fast durchweg darauf verwiesen, dass Syrien und Libyen nicht miteinander verglichen werden könnten. Der konservative "Figaro" schrieb, dass eine Militärintervention in Syrien ausgeschlossen worden sei. Sarkozy habe aber die allgemeine "Frustration" angesichts der Machtlosigkeit der internationalen Gemeinschaft wiedergegeben.

(APA/AFP)

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1 Kommentare
Gast: Le Gaulois
09.08.2012 14:35
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Sarko ist sympathisch, aber unrealistisch!

Es geht doch gar nicht um Vergleichbarkeit Syrien- Libyen. Es geht um etwas ganz anderes. Es ist doch sonnenklar: Israel hat ein Assad-geführtes Syrien lieber als ein islamistisch geführtes - schliesslich hat sich Israel mit den Assads sit 1976 ganz gut arrangiert und lebte im Frieden mit ihnen - also wozu sollte Israel (und damit seine Schutzmacht USA) einen Sturz Assads wollen? Nochdazu ist ein Assad ein guter Puffer gegen den Iran, den Erzfeind Israels....ein islamistisches Syrien wäre hingegen kaum ein Puffer, sondern eher schon ein Sprungbrett für den Iran....

All dies hat Sarkozy "vergessen" - weil er eben ein idealisischer, natonalistischer Politiker ist, der glaubt, Frankreich könne als ehemalige Kolonialmacht Syriens Prestige gewinnen, wenn es dort für mehr Menchenrechte kämpft...irgendwie sympathisch, aber unrealistisch.....