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Jesuit: Syrien soll neutral wie Österreich werden

09.08.2012 | 11:53 |   (DiePresse.com)

Der aus Syrien ausgewiesene italienische Pater Paoloa Dall'Oglio plädiert für den Aufbau eines syrischen Staates nach dem Vorbild Österreichs - und er warnt vor einem Stellvertreter-Krieg.

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In Syrien soll nach den Vorstellungen des Jesuitenpaters Paolo Dall'Oglio ein neutraler und demokratischer Staat nach dem Vorbild Österreichs entstehen. Syrien dürfe nicht als Terrain zur Austragung regionaler und geopolitischer Konflikte höherer Ebenen genutzt werden, warnte der im Juni von Syrien ausgewiesene Leiter des Klosters Deir Mar Musa al-Habashi am Mittwochabend laut Kathpress in einem "Radio Vatikan"-Interview.

Im Hinblick auf seine Vorstellung eines neuen Syriens verwies auf das Beispiel Österreichs, das nach dem Zweiten Weltkrieg "weder aufseiten der NATO, noch aufseiten des Sowjetblocks" gestanden sei. "Wir wollen ein Syrien, das bei den geopolitischen Spielen nicht mitmacht und neutral bleibt, gleichzeitig aber bereit ist, seine Rolle mit dem interreligiösen Miteinander zu erfüllen, das es auszeichnet", sagte der Jesuit.

Dall'Oglio rief die internationale Staatengemeinschaft erneut zu einem Eingreifen auf. Es gebe ein "sehr reales" Risiko, dass der Bürgerkrieg auch nach einem Fall des Assad-Regimes weitergehen werde, warnte er. "Die bewaffneten Unterstützer des Regimes könnten sich versammeln, verstärken und in der Zone westlich des Flusses Oronte unter dem eventuellen Schutz durch Russland und Iran verbergen." In einer solchen Situation müsse die UNO eingreifen, um die Zivilbevölkerung vor Massakern zu schützen und die Möglichkeit für eine Wiederaufnahme von nationalen Verhandlungen für eine Befriedung des Landes zu schaffen.

"Mit Assad-Regime nichts zu verhandeln"

In Verhandlungen zu einer Verfassungs- und Regierungsbildung müsse allen Gruppierungen der syrischen Gesellschaft ein Platz zugesichert werden, so Dall'Oglio. Ausgeschlossen seien aber Verhandlungen mit dem Assad-Regime, "denn mit diesem Regime gibt es nichts zu verhandeln", betonte der Jesuit. "Es ist kein Kompromiss bei der Forderung denkbar, dass man von einem Regime zu einer Demokratie kommen muss."

Ziel sei die Errichtung einer Demokratie auf Basis einer "reifen Zivilgesellschaft". Syrien könne dann eine positive Rolle in der Nahost-Region, insbesondere für eine Aussöhnung zwischen den Arabern und Israelis übernehmen.

Pater Dall'Oglio (57) lebte seit 1975 in Syrien, wo er das Kloster Deir Mar Musa al-Habashi revitalisiert und zu einem Zentrum der christlich-islamischen Begegnung ausgebaute. Die syrischen Behörden hatten im Juni seine Aufenthaltserlaubnis - Dall'Oglio ist italienischer Staatsbürger - nicht erneuert.

(APA)

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21 Kommentare
2 0

Demokratie sollte wieder erfunden werden

. . . Parteiensumpf und Aurtokraten beherrschen alle Welt.

Hehehe !

Er meint Drehscheibe für gewisse Interessen.

Syrien ist schon lange neutraler als Österreich

oder wo haben die ihre Soldaten überall hingeschickt?

Re: Syrien ist schon lange neutraler als Österreich

Sorry, Korrektur, bei "Desert Storm" griffen die USA von Syrien aus den Irak an.

Gast: Das Darabosche Söldnerheer
09.08.2012 15:31
2 0

Neutral wie Österreich?

Im Pakt mit der NATO und terroristische Rebellen unterstützen wie Aussenminister Spindelegger? Wenn eher wie die Schweiz.

Antworten Gast: Demokierkratie
09.08.2012 16:43
0 0

Re: Neutral wie Österreich?

Naja, auch die Schweiz ist nicht so ganz neutral, wie sie und alle anderen denken. Auch dort gab es zur Zeit des kalten Krieges eine Geheimarmee, die NATO-Befehlen gehorchte.

Dr. Gabriele Ganser aus der Schweiz ist Fachmann dafür.

Oje

"Aufbau eines syrischen Staates nach dem Vorbild Österreichs"

Können die kein besseres Vorbild finden?
(Korruption, Packelei, Reformresistenz, Parteienfilz, Engstirnigkeit, auf Pump leben, stupider Nationalismus, Selbstverliebtheit, überzogene Bürokratie, Egoismus, ...)

Gast: Ordensbruder
09.08.2012 13:57
0 1

Jesuit eben...

Typisch Jesuiten: Immer zum Schwert greifen. Hat er seit 1975 die Augen verschlossen? So etwas wird in Syrien nicht möglich sein.

Eine gute Idee,aber

damit wird der Iran keine Freunde haben,

denn Mister Ahmedinejad

braucht unbedingt Syrien als Verbündeten für den Krieg gegen Israél!

Re: Eine gute Idee,aber

Krieg hin Krieg her,es geht nur ums Geschäft !
Die großen Konzerne und solche Herren wie Soros und Co. !
Das der Iran Israel angreifen wird glaube ich nie und nimmer,und Israel wird genauso wenig den Iran angreifen.
Der dritte Weltkrieg findet zwar gerade statt,jedoch nicht wie die allermeisten Glauben mit absoluter Waffengewalt sondern mit Intrigen und kleinen Kampfschauplätzen.
Diejenigen mit den Ressourcen gegen diejenigen die diese gerne kontrollieren wollen. Alles ein Riesen Theater !
Leider sind die Schauspieler auch skrupellose Mörder.

Antworten Gast: asu
09.08.2012 13:48
0 0

Re: Eine gute Idee,aber

aber was hat syrien davon? ihre golanhöhen sind weg

Re: Re: Eine gute Idee,aber

Die Golan-Höhen sind für Syrien ewig verloren!

Wer Angriffs- Kriege beginnt und total verliert,

ist selber schuld.

Die Deutschen haben deshalb auch ihre Ostgebiete verloren.

Ibrigens ist Syrien eh nur ein Kunststaat der Briten und Franzosen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Ggrufti
09.08.2012 18:20
0 0

Re: Re: Re: Eine gute Idee,aber

Gibt es da nicht noch einen weiteren Kunststaat in der Region?(Bitte nicht Jehova und Abraham zitieren).

Antworten Gast: INTELLEGO
09.08.2012 13:40
1 3

Re: Eine gute Idee,aber

Wenn Sie Ihren "Wortmüll" nicht abladen, haben wir, die anderen Poster fast so etwas wie-"Entzugserscheinungen", Aaron!!
Eine untertänige Bitte habe ich dennoch:
Könnten Sie nicht wenigstens die Perioden Ihrer Wortmeldungen, so auf das 3 bis 5-fache verlängern!!
Der Schmelz meiner Zähne hält zu kurze Perioden fast nicht mehr aus!!
Mit einem Wort-KNIRSCH!!

Re: Re: Eine gute Idee,aber

Knirschens weiter AUF dem Zahnschmelz,denn das ist gut für Ihren Zahnarzt!

Gast: ADVOCATUS DI
09.08.2012 12:44
2 1

EIN "GLÄUBIGER"!

Vom katholischen Glauben mag er was verstehen, der Jesuiten Padre Dall ´Oglio, von der Geschichte des Mittelalters bis heute, versteht er-MIT VERLAUB-WENIG BIS NICHTS!!
Zumindest das sollte der Pater aber schon wissen: politischer Regierungs und Herrschafsformen-IM NAHEN UND MITTLEREN OSTEN-sind mit jenen-IN MITTEL, und SÜD-OST EUROPA IN KEINER WEISE MITEINANDER VERGLEICHBAR!!
Der Rest Padre-ist-"GUTER GLAUBEN", sonst nichts!!
Denselben Fehler haben schon die Kolonialisten, und nachkoloniale Regierungen gemacht!!

Antworten Gast: schlÄchter
09.08.2012 13:17
1 1

Re: EIN "GLÄUBIGER"!

sg advoctus!
in aller egel sind gerade jesuiten oder auch andere kathol. ordensleute meist sehr gut über die situation vor ort indormiert-umso befremdlicher die aussagen des padre dall´oglio.
bin ehrlichgesagt auch überrascht über diesen merkwürdigen vergleich. stimme ihnen in allen punkten zu.

mfg
s.

Politische Versuche eines Jesuitenpaters

Der gute Jesuitenpater spricht von einer Vision, der weder er -aufgrund seiner dargelegten Voreingenommenheiten- noch die Realverhältnisse der Republik Österreich, gerecht werden können.
Österreich ist weder wirtschaftlich noch militärisch ein neutrales Land. Und für eine dringend erforderliche Aussöhnung zwischen Arabern und dem Staat Israel könnte auch ein "neutrales Syrien", mit geschätzten 500.000 palästinensischen Flüchtlingen im Land, nicht wirklich beitragen. Dazu wäre erstens eine geänderte Nahostpolitik der USA erforderlich und zweitens eine andere Regierung in Israel.

Re: Politische Versuche eines Jesuitenpaters

welche Regierung wollen Sie in Israél,Mister FPÖ-Mandl?

Österreich netral?

aber auch nur auf dem Papier

Re: Österreich netral?

netral sollte natürlich neutral heißen.

wann gibt es endlich eine editier-funktion?