Die tunesische Polizei ist in der Nacht auf Freitag erneut gewaltsam gegen Demonstranten in Sidi Bouzid vorgegangen. Etwa 800 Menschen gingen nach Angaben eines Korrespondenten auf die Straße, um gegen die von der islamistischen Partei Ennahda geführte Regierung zu protestieren. Einige von ihnen warfen Steine auf Polizisten, die ihrerseits Gummigeschoße und Tränengas einsetzten. Sidi Bouzid war Ausgangspunkt der tunesischen Revolte vom Winter 2010/2011, die den arabischen Frühling einläutete.
Die Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten dauerten am Freitagmorgen an, Angaben zu möglichen Verletzten gab es zunächst nicht.
Bereits am Donnerstagmorgen hatte die Polizei in Sidi Bouzid Gummigeschoße und Tränengas eingesetzt, um eine Demonstration gegen die Regierung aufzulösen. Dabei wurden fünf Menschen verletzt.
In Sidi Bouzid hatte sich im Dezember 2010 der Straßenhändler Mohammed Bouazizi aus Protest gegen soziale Missstände vor der Präfektur selbst verbrannt. Die dadurch ausgelösten Proteste breiteten sich rasch im ganzen Land aus und brachten schließlich Staatschef Zine el Abidine Ben Ali zu Fall.
(APA/AFP)
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