Brüssel/Wien/Basta. Steigende Arbeitslosigkeit, lahmende Wirtschaft und düstere Zukunftsperspektiven zwingt immer mehr gut ausgebildete Akademiker aus Italien, Spanien, Portugal und Griechenland, einen Job im Ausland zu suchen. Begehrtestes Ziel ist Nordeuropa.
Diese Entwicklung fasst eine Studie der EU-Plattform „Study Portals“ in Zahlen. Die Organisation hilft jungen Europäern, Jobs im EU-Ausland zu finden. Demnach hat sich die Anzahl der Lebensläufe, die italienische, griechische und spanische Akademiker in nördliche EU-Staaten verschickten, im letzten Jahr verdoppelt. Offenbar beginnen junge Menschen aus dem bankrotten Süden bereits während ihres Studiums, ihre Zukunft in der Emigration zu planen: Noch nie habe es so viele Bewerbungen für Masterstudiengänge auf Englisch gegeben. Rekordhöhe habe auch die Anzahl junger Südeuropäer erreicht, die an einer nordeuropäischen Universität studiere wollen.
Die Anzahl der Bewerbungen für Masterstudien auf Englisch habe in den letzten Jahren „um 1000 Prozent“ zugenommen. „Im letzten Jahr hat sich die Anzahl der Anfragen aus Italien, Spanien und Griechenland verdreifacht“, wird ein Sprecher der niederländischen Universität Utrecht zitiert. Auch deutsche und belgische Hochschulen berichten von ähnlichen Entwicklungen. Study Portals spricht von einem „dramatischen Brain Drain“: Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Emigranten heimkehren, sei gering.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2012)
Baustellen, Pleiten, SkandaleDer US-Präsident ringt um seine Glaubwürdigkeit
Staatsbürgerschaftstest neuKönnten Sie Österreicher werden?
Zitate der Woche''Die Ehre lasse ich mir nicht abschneiden''
X-47BGroßdrohne hebt erstmals von Flugzeugträger ab
''Kim on Tour''Der Diktator als Pappkamerad
