Der republikanische US-Präsidentenbewerber Mitt Romney hat den konservativen Kongressabgeordneten Paul Ryan zu seinem Vizepräsidentschaftskandidaten ernannt. Das teilte Romneys Wahlkampfteam am Samstag in einer E-Mail mit. Ryan soll Romney in dem von der schwächelnden US-Wirtschaft geprägten Wahlkampf den Rücken stärken. Ryan war schon zuvor in Parteikreisen als Romneys Partner im Wahlkampf genannt worden.
"Romney-Ryan ist das republikanische Gespann", hieß es darin. In einer kurze Zeit später veröffentlichten Erklärung hieß es dann, Romney habe den Abgeordneten aus dem US-Bundesstaat Wisconsin zu seinem "running mate" erklärt.
Kampfansage an Obama
Der 42-jährige Ryan gilt als Nachwuchsstar der republikanischen Partei, im Repräsentantenhaus kümmert er sich federführend um die Haushaltspolitik. Schlagzeilen machte er vor allem durch seinen radikalen Kürzungskurs bei den Staatsausgaben. So steht er hinter einem vom US-Repräsentantenhaus im März verabschiedeten Haushaltsplan, der Einsparungen in Höhe von rund fünf Billionen Dollar (vier Billionen Euro) binnen zehn Jahren vorsieht. Der Plan hat allerdings keine Chance den Senat zu passieren, in dem die Demokraten von Präsident Barack Obama die Mehrheit halten.
Eine Nominierung Ryans, der bereits siebenmal ins Repräsentantenhaus gewählt wurde und sein halbes Leben im Kongress gearbeitet hat, ist eine klare Kampfansage an Obama, weil der Streit über Staatsausgaben Demokraten und Republikaner bisher besonders gespalten hat. Ein Wahlkampf mit Ryan als Vizekandidat der Republikaner kann zu einer Grundsatzdebatte über die Zukunft der US-Haushaltspolitik führen.
Eine Nominierung zu diesem Zeitpunkt ermöglicht es Romney, seinen Vizekandidaten mit auf eine wichtige Wahlkampftour in die Bundesstaaten Virginia, North Carolina, Florida und Ohio mitzunehmen. Dort hatte Obama bei den Wahlen 2008 gewonnen, sie dürften bei den Wahlen im November besonders umkämpft sein.
Obama kritisiert Ryan
Obama hat den frisch gekürten republikanischen Vizepräsidentschaftskandidaten Paul Ryan wegen seiner Vorstellungen zur Steuer- und Sozialpolitik kritisiert. Er wolle die Steuern für Reiche senken und gleichzeitig der Mittelschicht und den Pensionisten neue Lasten aufbürden, hieß es am Samstag in einer Mitteilung von Obamas Wahlkampfteam.
(APA/dpa/Reuters)
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