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Machtkampf eskaliert: Mursi setzt Militärspitze ab

12.08.2012 | 23:00 |   (Die Presse)

Die Muslimbrüder lassen in Ägypten die Muskeln spielen und versuchen, die Armee unter ihre Kontrolle zu bringen.

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KAIRO/WIEN/AG./w. s. Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Ägyptens Präsident Mohammed Mursi schickte am Sonntagabend den Verteidigungsminister und Chef der Streitkräfte, Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi, in Pension und enthob Generalstabschef Sami Enan seines Amtes. Zugleich erklärte Mursi alle Verfassungszusätze für null und nichtig, die der Oberste Militärrat kurz vor der Präsidentenwahl im Juni erlassen hatte. In diesen Paragrafen hatte sich der bisher von Tantawi geführte Militärrat große politische Befugnisse zuerkannt und die Stellung des Staatsoberhauptes und des Parlamentes deutlich geschwächt.

Mursis hartes Vorgehen ist ein neuer, dramatischer Höhepunkt im Machtkampf zwischen der Militärspitze und der islamistischen Muslimbruderschaft, der der Präsident entstammt - ein Kampf, der schon seit Monaten tobt. Nach dem Sturz des ägyptischen Machthabers Hosni Mubarak am 11. Februar 2011 hatte der Oberste Militärrat unter der Führung von Feldmarschall Tantawi die Macht übernommen. Die Streitkräfte setzten die Übergangsregierungen ein und verfügten de facto über die oberste Polizeigewalt. Proteste gegen die neue ägyptische Führung wurden mit Gewalt niedergeschlagen, tausende Zivilisten von Militärtribunalen verurteilt. Aktivisten, die gegen Mubarak auf dem Tahrir-Platz protestiert hatten, klagten, dass ihre Revolution von der Armee gestohlen worden sei.

Nachfolger bereits vereidigt

Mit den ersten freien Parlamentswahlen und der Präsidentenwahl erwuchs dem Militär aber ein mächtiger Rivale: Die islamistische Muslimbruderschaft siegte bei beiden Abstimmungen. Und sie denkt nicht daran, sich ihren Platz an der Spitze des Staates von den Generälen streitig machen zu lassen.

Präsident Mursi ernannte nun Feldmarschall Abdel Fattah al-Sisi zum Nachfolger Tantawis an der Spitze der Streitkräfte. Al-Sisi legte noch Sonntagabend den Amtseid ab. Der neue Vizeverteidigungsminister General Mohammed al-Assar sagte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters, dass Tantawis Entlassung in Rücksprache mit diesem selbst und dem Militärrat erfolgt sei. Von Tantawi und dem abgesetzten Generalstabschef Enan lagen am Sonntagabend aber keine Reaktionen vor.

Inwieweit die Militärspitze mit dem Schritt Mursis tatsächlich einverstanden ist, war zunächst unklar: Tantawi galt als misstrauisch und hatte sich mit engen Vertrauten umgeben. Es ist fraglich, ob er und seine Gefolgsleute so leicht das Feld räumen. Sollte der Schritt nicht abgesprochen gewesen sein, könnte Tantawi versuchen, erneut Panzer auf die Straße zu schicken.

In den niedrigeren Offiziersrängen war der nun pensionierte Feldmarschall aber umstritten: Er galt als reformresistent und unfähig. Jüngere Offiziere, die eine Ausbildung in den USA erhalten hatten, waren mit den Zuständen unzufrieden. Sie waren frustriert über mangelnde Aufstiegschancen, weil die alte Garde um Tantawi das verhinderte. Professor Robert Springborg, Experte für die ägyptischen Streitkräfte an der Naval Postgraduate School der US-Marine, warnte im Februar im „Presse"-Interview vor einem „internen Putsch" in den Streitkräften: Jüngere unzufriedene Offiziere könnten versuchen, Tantawi loszuwerden.

Wechsel an Geheimdienstspitze

Der Hinauswurf der Militärführung erfolgte in zeitlichem Zusammenhang mit anderen Umstrukturierungen, die Mursi zuletzt vorgenommen hatte. Wegen Versäumnissen im Kampf gegen die gewaltbereiten Extremisten, die seit Tagen den Sinai unsicher machen, wurde auch die Spitze des Geheimdienstes ausgewechselt.

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18 Kommentare
Gast: Wasserlaeufer
13.08.2012 12:02
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Guenstlinge auswechseln mag Aufmerksamkeit

erregen aber Arbeit schaffen imponiert.

Es wird äußerst eng rund um Israel:

Die Türken haben die Zusammenarbeit eingestellt und kooperieren mit den USA, um das laizistische Assad-Regime durch ein Islamistisches von Erdogans Gnaden zu ersetzen.
In Ägypten sind die Islamisten dabei, die ganze Macht zu übernehmen. Das passiert mit Unterstützung der USA.
Der Iran ist ohnehin strikt anti-israelisch.

Antworten Gast: Karl Huber
13.08.2012 20:15
0 0

Re: Es wird äußerst eng rund um Israel:

Genau so isch! GENAU SO!
Und unsere VOLLKOFFER von PolitikerInnen schauen zu und/oder unterstützen diese Verbrechen gar noch! Und die Medien?! Die erzählen dem Stimmvolk derweilen die Story wie sie halt sein soll..darf...

Gast: Karl Huber
12.08.2012 21:33
1 0

An das Forum

Bitte nur Islamistenfreundliche Postings. Alles andere ist verschwendete Zeit...

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Der Militärchef wurde nicht vom Volk gewählt, der Präsident schon.

Er kann darauf hoffen,
dass der Präsident schwach und beeinflussbar ist,
wenn er es jedoch nicht ist,
zieht er den Kürzeren.

Im Zweifelsfall steht Tantawi alleine da.

Der israelische Plan

Ist nicht aufgegangen !
Ich habe sofort gewusst,das die angeblichen Terroranschläge auf Ägyptische Grenzposten nur etwas mit der Schwächung von Mursi und der Stärkung des Mubarak und Israel treuen Befehlshabern im Ägyptischen Militär zu tun hat :D
Bravo Mursi gut gemacht !

Re: Der israelische Plan

also ...

wenn das eine aktion der israelis war ...

wieso haben dieses die aktion im entmilitarisierten sinai durchgeführt?
jeder der halbwegs die grundrechenarten beherrscht kann sich ausrechnen dass durch solche aktionen der sinai remilitarisiert wird.
ägyptisches militär an der israelischen grenze? ein plan israels?

echt jetzt?

ich denke eher dass sie die grundrechenarten nicht einmal kennen und der wunsch bei ihnen der vater der gedanken ist.
.

Re: Der israelische Plan

DiePresse und ihre Blogger = Sprachrohr der sunnitischen Extremisten ???

Antworten Antworten Gast: Karl Huber
12.08.2012 21:32
1 0

Re: Re: Der israelische Plan

Nicht die "Presse".
Es ist einschlägig bekannt das ganz Wien ein Auffanglager für jede Art von Islamisten ist. Und die PKK nutzt Wien auch als "sicheres Haus". Wien ist eben Anders.. ;D

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Re: Re: Re: Der israelische Plan

Yup, unter der Schirmherrschaft Bandion-Ortners.

Re: Re: Der israelische Plan

Deine ewigen anti Islam Meldungen,
sind schon langweilig !


Re: Re: Re: Der israelische Plan

gibt es einen einzigen vernünftigen Grund, der für den Islam spricht ?

Re: Der israelische Plan

genau umgekehrt

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Hängt unmittelbar damit zusammen...

...dass die ägyptische Armee Islamisten bekämpft die ihre Grenzsoldaten überfallen und getötet haben.
Macht doch Sinn, dass Muslimbrüder es nicht hinnehmen können, dass ihr "eigene" Armee Islamisten bekämpft.
Ist der Militärrat erstmal mit Islamisten infiltriert, wird's an der Grenze zu Israel ganz heiß hergehen.
Na ja, diese Gebiet ist dank mangelnder Bildung nicht zu befrieden. Offenbar bedarf es wirklich einer martialischen Lösung, dass dort endlich Ruhe herrscht.

Re: Hängt unmittelbar damit zusammen...

Hier könnte man von einem Parallelfall zur Türkei reden. Auch dort hat Erdogan laizistische Generäle und Richter ihrer Ämter enthoben und sie durch islamistische ersetzt. Erdogan hat gute Beziehungen zu Mursi und hat ihm vielleicht (!) Ratschläge erteilt, wie er vorgehen muss. Ob sich das die ägyptischen Generäle gefallen lassen, bleibt abzuwarten. Es könnte zu einem Putsch durch das Militär kommen und der "ägyptische Frühling" wäre dann Geschichte.

Re: Re: Hängt unmittelbar damit zusammen...

keine angst zu einem putsch wird es nicht kommen wenn du dir das auch so wünschst!!

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Bitte nicht zu frueh freuen, der fuerchterlichste General heisst u. hiess Muhhamad oder Mohamed, viel mehr wissen wir verlaesslich nicht ueber ihn

dafuer aber ueber die Rolle der Islamisten und Al Kaida im arabischen blutigen Fruehling. Die Frauen sind bereits im Zweifel wofuer sie in Tunis oder Bengazi oder Kairo auf die Strassen zogen ...

Licht in Kairo

Präsident Mursi ist ein mutiger Mann. Tantawi gehört sicher zum begünstigten Vertrauens- und Personenkreis der USA und Israel.
Die in den nächsten Monaten folgenden Ereignisse könnten etwas Licht um diese Personalentscheidungen bringen.