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Präsidentenwahl treibt "Spaltung" der USA voran

12.08.2012 | 18:33 |  ANSGAR GRAW UND HELMAR DUMBS (Die Presse)

In Europa weitgehend unbekannt, in Kreisen der Tea-Party ein Darling: Mit Paul Ryan ernannte Mitt Romney einen extrem polarisierenden Running Mate für die Wahl im November.

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Washington. Am Samstag lüftete der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney endlich das Geheimnis, wen er zu seinem „running mate“ machen würde, also seinem Mann für das Amt des Vizepräsidenten. Und seine Wahl fiel auf Paul Ryan, einen 42-jährigen Jungstar vom rechten, extrem fiskal-konservativen Flügel der Republikaner: In Europa weitgehend unbekannt, in Kreisen der Tea-Party ein Darling, in der demokratischen Partei ein Gottseibeiuns.

Obwohl dem Kongress-Politiker Ryan eine gewisse Gesprächsbasis zu den Demokraten nachgesagt wird, ist er eine sehr polarisierende Figur. Ähnlich polarisierend wie 2008 Sarah Palin, freilich auf ganz andere Weise. Beide stehen indes für den Ruck nach Rechts, den die Republikaner in den vergangenen Jahren vollzogen, und für den die Tea Party, die bei den Kongress-Vorwahlen liberalere Republikaner regelrecht herausschoss, das sichtbarste Symbol ist.

Die Polarisierung – mittlerweile spricht man allenthalben von einer „gespaltenen Nation“ – begann spätestens mit der Ära des demokratischen Präsidenten Bill Clinton und seinem republikanischen Gegenspieler im Kongress, Newt Gingrich. Sie fand mit George W. Bush unter umgekehrten Vorzeichen ihre Fortsetzung, und Barack Obama, der 2008 angetreten war die „Wunden zu heilen“ und die Nation wieder zusammenzuführen, ist mit diesem Versprechen gescheitert. Das Gegenteil ist eingetreten. Während der vier Jahre seiner Präsidentschaft ist die Kluft nicht zugewachsen, sondern noch tiefer geworden.

 

Obama: „Sozialdarwinismus“

Mit Ryan an der Seite Romneys wird die Polarisierung weiter fortschreiten: Er steht für eine Minimal-Variante von Staat, während Präsident Obama – siehe Gesundheitsreform – für die Ausweitung sozialer Sicherungssysteme steht. Der Autor radikaler Reform- und Einsparvorschläge zur Lösung des US-Defizitproblems ist der große Hoffnungsträger einer Partei, die sich von Romneys eher sprödem Charme bisher nicht so recht einfangen ließ. Obama und den Demokraten erscheint er hingegen als Abbruchunternehmer des Sozialstaats und Lobbyist der Superreichen. Als „Sozialdarwinismus“ hat Obama die im „Ryan-Plan“ ausgeführten Ideen bezeichnet. So groß die Chancen sind, dass durch Ryan die Wahlbeteiligung der republikanischen Basis erhöht wird, so wahrscheinlich ist auch, dass die Demokraten nun erst recht motiviert sind, Obamas Wiederwahl zu sichern. Ein mobilisierender Impuls für beide Seiten also.

 

Neuverschuldung halbieren

Romney dürfte erkannt haben, dass er einen Sympathie- und Vertrauenswettbewerb gegen Obama nicht gewinnen kann. Durch die Nominierung Ryans als Vize will er den Wahlkampf neu formatieren. Obwohl der Multimillionär Romney auf eine Vergangenheit als erfolgreicher Unternehmer zurückblicken kann, verschafft ihm die ökonomische Schieflage, die sich in 8,3 Prozent Arbeitslosigkeit manifestiert, bisher wenig Schubkraft.

Mit der Entscheidung für Ryan setzt Romney alles auf eine Karte. Künftig wird es nicht mehr nebulös darum gehen, unter welchem Präsidenten die Arbeitslosigkeit eher schrumpfen wird, sondern um Schuldenabbau und Reform der sozialen Sicherungssysteme. Das wird Romney nutzen bei Wählern, die angesichts der Rekordverschuldung von fast 16 Billionen Dollar auf mutige Maßnahmen hoffen.

Aber ähnlich groß, wenn nicht größer ist das Lager der Wähler, die Angst haben vor den Maßnahmen im Ryan-Plan. Der setzt vor allem auf Steuerkürzungen in den höheren Einkommensklassen und auf Einsparungen bei der staatlichen Gesundheitsversicherung für Senioren und für sozial Schwache. Nach dem Ryan-Plan würden die Staatsausgaben gegenüber den Obama-Budgets um 15 Prozent zurückgehen, die Neuverschuldung halbiert werden.

Ryans Lieblingsautorin ist Ayn Rand, eine aus Russland stammende atheistische Philosophin, die im Egoismus des einzelnen die beste Gewähr dafür sah, dass es einer Gesellschaft gut geht. Sein bevorzugter Ökonom ist der libertäre Österreicher Ludwig von Mises, der den Rückzug des Staates als Bedingung für eine prosperierende Wirtschaft forderte. Derartige Ideen sind weit entfernt vom „mitfühlenden Konservatismus“, mit dem George W. Bush im Jahr 2000 die Präsidentschaft gewann.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.08.2012)

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27 Kommentare
 
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Gast: Mr.
14.08.2012 17:43
1 0

Und was genau treibt jetzt

eine Spaltung der USA voran?

Streit, Debatten und Diskussionen ohne Gewalt sind die Saat einer jeden guten Demokratie.

Nur weil die Republikaner eine andere Meinung vertreten als die Demokraten muss dies noch lange keine Spaltung dieser Nation bedeuten.

Die Republikaner stehen nunmal traditionell etwas mehr rechts die einen mehr die anderen weniger genauso wie Demorkraten traditionell etwas mehr auf der liberalen bis linken Seite stehen. Das ist etwas ganz natürliches. Gott sei dank ist dies so.
Dass finde ich allemal besser als die
Programm-Meinung der Politiker in Österreich "eine Partei = eine Meinung"

Es ist auch nicht unsere Wahl sondern die der Amerikaner. Und was sie wählen dass wird für Sie in ordnung sein. Und wenn sich die Amerikaner einen sehr rechten Republikaner an die Macht wählen werden wir dass akzeptieren müssen.

Das sich einige Europäer auch sogenannte Experten traditionell zu US-Wahlen anmaßen zu wissen was besser für die Amerikaner ist und was nicht ist denk ich so alt wie diese Nation selber.

Manche Europäer (auch Politiker) sind da wohl auch in Sorge die USA könnte durch einen Präsidentenwechsel die Einstellung zur EU ändern und man wäre plötzlich auf selbstständigkeit angewiesen oder Washington könnte von Brüssel mehr Mitarbeit am Internationalen Parkett fordern. Ja so manche unnötigen Kommentare zur US-Wahl kann man da verstehen.

Primitive links=gut - rechts=böse Berichterstattung,

ohne fundierte Analyse.

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der verfasser kapiert nicht dass Obamacare

kein 'soziales Gesundheitssystem' ist sondern VERPFLICHTENDE PRIVATVERSICHERUNG, erfunden von den Republikanern und umgesetzt bisher von Romney im Staat MA.Oberflaechlichkeit wohin man schaut.

Sonst gäbe es nur einen Kandidaten, oder?


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Jeder ist besser als Obama! Dieser Dauerlächler war mir von Anfang an suspekt.

Um die amerikanische Vorherrschaft zu untermauern und ihren Status in als Weltpolizei gerecht zu werden bedarf es einen republikanischen Präsidenten. Republikaner sind einfach entschlossener und zielstrebiger. Kurzum: Sie vertreten die Stimme für freien Waffenzugang und der Leistungsträger. Gesocks welches nicht arbeiten will, ist eben unten durch - und das ist auch gut so!

Antworten Gast: T. Blair
13.08.2012 08:58
3 0

Re: Jeder ist besser als Obama! Dieser Dauerlächler war mir von Anfang an suspekt.

Ihre banale Philosphie entspricht der Denkensweise eines Ungebildeten. Die Vorherrschaft der Amis basiert auf Krieg und Ausbeutung; nur immer weniger Länder lassen sich freiwillig ausbeuten, das ist eins der Probleme der USA. "Freier Waffenzugang" wie sie ihn fordern, ist eine Entwicklung zurück und nicht nach vorn. Eine Gesellschaft, die sich so unsicher ist, dass jeder eine Waffe braucht, wird nicht überleben. "Nicht arbeiten wollen" ist ein Märchen, das sie ja wohl selbst nicht glauben...es gibt KEINE Arbeitsplätze

Gast: gast, gast, wieder gast
13.08.2012 05:49
2 2

Man kann Obama zur Wiederwahl gratulieren

Denn, mit dieser Wahl von Wizepr. hat Romney konservative Stimmen und somit 40% fuer sich gewonnen, vertreibt aber die Unentschlossenen zu Obama. Man kann Obama zur Wiederwahl gratulieren.

Gast: Wasserlaeufer
13.08.2012 02:31
0 1

Die Demokraten Woodrow Wilson und Franklin.D. Roosevelt

haben zumindest das nicht gehalten
weswegen sie die Leute gewaehlt habe.

"Die Nichteinmischung in europaeische Koflikte".

Der Roosevelt hat sogar ein Gesetz gebrochen:

http://en.wikipedia.org/wiki/Neutrality_Acts_of_1930s

http://en.wikipedia.org/wiki/United_States_non-interventionism

http://en.wikipedia.org/wiki/Lend-Lease

Und fuer Friedensnobelpreistraeger
war die Latte auch schon einmal hoeher.

2 1

Egoismus des Einzelnen

"Egoismus des Enzelnen" klingt etwas reißerisch führt aber dazu dass die Marktwirtschaft wie eh und je funktioniert. Der Sozialmus ist der dagegen der Totalitarismus der Masse, der dazu führt dass derweil in Europa alle Prinzipien der Rechtstaatlichkeit über Bord geworfen werden.

Antworten Gast: F. Schmidt
13.08.2012 09:01
1 2

Re: Egoismus des Einzelnen

"Die Marktwirtschaft wie eh und je funktioniert" - sie müssen schon die Augen aufmachen, wenn sie philosophieren wollen...
Wo funktioniert sie denn????
Ihre Kritik am Sozialismus wirkt so naiv, dass man nur mehr lachen kann. Was sie meinen ist Kommunismus.....

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Re: Re: Egoismus des Einzelnen

Im Prinzip funktioniert sie - Kontrollen sind dabei aber unerlässlich. Sozialismus hat dagegen oft in die Diktatur geführt und einer kleinen Schicht skrupelloser Apparatschiks viel Geld beschert. Bis heute - auch in Österreich.

1 0

Re: Re: Egoismus des Einzelnen

Die Marktwirtschaft funktioniert überall. ... und Sozialismus ist absolut nicht zum lachen .

Warum nicht gleich Ron Paul

werden jetzt einige denken. Egal. Ich halt Romney zwar für eine Flasche, aber er hat den besten VP ever - jetzt schon. Ayn Rand und Mises...ich bin begeistert!

Re: Warum nicht gleich Ron Paul

wie schön, dass sie so begeistert sind von leuten, die egoismus für das höchste gut halten oder eine THEORIE erstellt haben, die den reality-test noch kein einziges mal bestanden hat.

mag eigentlich SIE irgendwer? bei solchen 'grundsätzen' ist das schwer vorstellbar.

Re: Re: Warum nicht gleich Ron Paul

Tja. Ich will eben nicht daß ich gesetzlich gezwungen werde, von meinem Geld irgendetwas abzugeben für irgendwelche Leute die ich nicht kenne, und für Servcies die ich nicht in Anspruch nehme. Im übrigen wird die "Theorie" milliardenfach jeden Tag so gelebt...

Re: Warum nicht gleich Ron Paul

..und der nicht versicherte Typ 1 Diabetiker verreckt halt..

Nach den autoritären Wahnsinnigen von links und rechts im 20.Jh. schlägt jetzt offenbar die Stunde der libertären Extremisten..

Re: Warum nicht gleich Ron Paul

Die bösartige Ayn Rand hat in ihrem unsäglichen Machwerk Atlas Shrugged
radikalen Egoismus gefordert und gegen jede Form von sozialem Ausgleich gezetert und hat sich doch ihre jahrelange Lungenkrebsbehandlung von medicare bezahlen lassen...

aber keiner von beiden

hat Osama bin laden zur Strecke gebracht und das wird am Schluss zählen

Re: aber keiner von beiden

Obama hat das auch nicht - Es war das SEAL Team 6. Und Obama hat die entscheidung Osama zu töten 3 mal verschoben - damit es PR mäßig ins konzept passt.

Antworten Antworten Gast: wgi
12.08.2012 23:36
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Re: Re: aber keiner von beiden

Was glaubt ihr? Er ist auch nur ein Politiker wie alle Anderen...

Antworten Antworten Gast: Zohanito
12.08.2012 22:18
0 0

Re: Re: aber keiner von beiden

Das gute SEAL Team 6... Sehr schade das alle MItglieder nach dem heroischen Einsatz nach Afghanistan geschickt wurden und ganz unmysteriös gestorben sind..

Antworten Antworten Gast: wiedereingast
12.08.2012 22:09
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Re: Re: aber keiner von beiden

Die üblichen VTs.

Gast: Argesauge
12.08.2012 20:21
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mitfühlender Konservatismus

einen eroberungs-/angriffs-/Propaganda Krieg mit tausenden toten zu führen hat nichts mit mitfühlend zu tun

das ist einfach nur Beihilfe zum Massenmord.

3 4

Der Süden kommt wieder!

Wenn Dixieland wieder aufersteht, kann die Union brausen gehen.

Gast: gast1984
12.08.2012 18:55
4 12

Obama der Sozialist macht schon wieder Propaganda mit dem Teleprompter!


Antworten Gast: pol Beobachterin
13.08.2012 08:32
0 0

Re: "Obama der Sozialist" - kicher!

Zuerst haben ich gemeint, ich hätte mich verlesen.

 
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