In den deutschen Bundesländern werden die Rufe nach einem neuen NPD-Verbotsverfahren lauter. Auch Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und Schleswig-Holsteins Regierungschef Torsten Albig sprachen sich für einen solchen Weg aus. "Ich trete ganz entschieden für ein Verbot der NPD ein. Ihre Ideologie ist der geistige Nährboden für die Mörder der NSU-Terrorzelle", sagte Lieberknecht der "Welt" von Montag.
Es sei schwer erträglich, dass diese Organisation durch Steuermittel unterstützt werde. Ähnlich wie Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschef Erwin Sellering schließt die CDU-Politikerin der Zeitung zufolge einen Alleingang der Länder nicht aus. Der SPD-Politiker Albig sagte dem Blatt, die NPD sei eine antidemokratische Partei. "Eine wehrhafte Demokratie muss alles tun, um ihre Feinde in die Schranken zu verweisen. Die NPD gehört verboten."
Neuer Anlauf für NPD-Verbot
CSU-Chef Seehofer hatte am Wochenende eindringlich vor einem Verzicht auf ein neues NDP-Verbotsverfahren gewarnt und dabei Unterstützung vom SPD-Politiker Sellering erhalten. Die Entscheidung darüber, ob es zu einem zweiten Anlauf für ein NPD-Verbot kommt, soll erst gegen Ende des Jahres fallen.
Das erste Verbotsverfahren war 2003 vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert, weil die NPD bis in die Führung hinein massiv mit staatlichen Spitzeln unterwandert war. Die neue Verbotsdebatte wurde ausgelöst durch die Aufdeckung der Zwickauer Neonazi-Zelle NSU. Eine systematische Unterstützung der Zelle durch die NPD könnte ein Argument für ein Verbot der Partei sein.
(APA/Reuters)
Welt des TerrorsWo die Gefahr am größten ist
Politik skurrilLieß Putin Superbowl-Ring mitgehen?
Zitate der Woche''Weniger grillen und chillen''
Politik per Photoshop Wenn Bilder lügen