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US-Wahlkampf: Ryan verschafft Romney ein Umfragehoch

13.08.2012 | 18:14 |  Von unserem Mitarbeiter ANSGAR GRAW (Die Presse)

Der republikanische Kandidat Mitt Romney kann im US-Wahlkampf aus der Vorstellung seines Running Mate erst einmal Vorteile ziehen. Nun muss er aber aufpassen, dass Paul Ryan ihm nicht die Show stiehlt.

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Washington. Die Wahlkampfmanager von Mitt Romney können vorerst aufatmen: In zwei Umfragen, die nach der Vorstellung von Paul Ryan zu Romneys Running Mate abgeschlossen wurden, hat der republikanische Präsidentschaftskandidat Boden gutgemacht. Gallup sieht ihn gleichauf mit Präsident Barack Obama bei 46 Prozent. Das Institut Rasmussen bescheinigt dem Herausforderer gar einen Vorsprung von zwei Prozentpunkten (46 zu 44). Im Durchschnitt aller im August durchgeführten Umfragen führt der Titelverteidiger allerdings weiter mit 47,7 zu 43,6 Prozent.

Angesichts des personellen Schachzugs von Romney stimmt Obama seine Anhänger auf einen harten Kampf ein. Hatte der Präsident vor Tagen noch optimistisch geäußert, er gehe von seiner knappen Wiederwahl aus, wählte er am Sonntag vor Wahlkampfspendern, die er in sein Haus nach Chicago eingeladen hatte, eine verhaltene Tonlage. „Ich möchte euch nur darauf hinweisen, dass dies nicht ein Rennen wird wie von Usain Bolt, in dem wir 40 Meter vorne liegen und die letzten drei Meter joggen können“, sagte Obama am letzten Tag der Olympischen Spiele unter Verweis auf den jamaikanischen Gold-Sprinter: „Wir müssen bis durchs Zielband rennen.“

Als „America's Comeback-Team“ präsentierten sich der 65-jährige Ex-Gouverneur Romney und der 42-jährige Abgeordnete Ryan bei gemeinsamen Auftritten in North Carolina und in Wisconsin vor enthusiastischen Fans.

 

„Ein rechter Ideologe“

Der an der konservativen Basis ausgesprochen populäre Haushaltspolitiker Ryan soll, so das Kalkül der Wahlkampfstrategen, Enthusiasmus in der eigenen Wählerklientel auslösen. Dem professionell, aber begrenzt charismatisch agierenden Romney war dies bisher nicht ausreichend gelungen. Romney hatte den auch von der Anti-Steuer-Bewegung Tea Party gefeierten Ryan als „intellektuelle Führungspersönlichkeit“ der Partei eingeführt. Obama hingegen bezeichnete Ryan als „ideologischen Führer“ der Republikaner. Sein wichtiger Wahlkampfberater David Axelrod sagte: „Ryan ist ein rechter Ideologe, und das spiegelt sich wider in den Positionen, die er vertritt.“

Damit spielt Axelrod auf den in verschiedenen Versionen vorgelegten „Ryan-Plan“ des Abgeordneten aus Wisconsin mit Forderungen zur Reform der sozialen Sicherungssysteme an (siehe untenstehender Artikel). Zu Ryans Idee, Medicare, die staatliche Gesundheitsversorgung für Senioren, auf ein privates Voucher-System umzustellen, bereitet das Team Obama bereits einen aggressiven TV-Spot vor. Zugleich hüten sich die Demokraten bisher, die persönliche Integrität Ryans in Frage zu stellen. Der Präsident selbst sagte am Sonntag, der katholische Abgeordnete, der mit seiner Frau drei Kinder hat, sei „ein anständiger Mann, ein Familienmensch“. Aber Ryan sei auch Vorkämpfer einer „Top-Down“-Wirtschaft, die sich von oben nach unten orientiere.

 

Polarisierende Sparpläne

Romney hatte den Ryan-Plan im Frühjahr als „wunderbar“ gelobt. Inzwischen lässt er aber wissen, dass das Papier nur einen „Schritt in die richtige Richtung“ darstelle, und er als Präsident sein eigenes Reform- und Budget-Konzept vorlegen werde. Zum besonders polarisierenden Vorschlag der Medicare-Privatisierung wählte Romney am Wochenende die defensive Formulierung, es gehe Ryan darum, „sicherzustellen, dass wir Medicare retten können“.

Doch wegen der Aufmerksamkeit, die Ryans in vielen Punkten sehr detaillierter Entwurf ab sofort ernten wird, wächst der Druck auf den einstigen Gouverneur von Massachusetts, bereits vor der Wahl am 6. November seine Positionen zur Zukunft der sozialen Sicherungssysteme, zu Steuersätzen und Haushaltskürzungen zu erläutern. Ansonsten könnte das Rennen zu einem „Ryan-Plan-Wahlkampf“ werden, in dem der Kandidat für die Vizepräsidentschaft wichtiger wird als der eigentliche Herausforderer Obamas.

 

Obama hofft auf Palin-Effekt

Die Experten in beiden Wahlkampfteams werden in den kommenden Wochen mit Spannung beobachten, ob sich die Umfragewerte Romneys weiter verbessern. Fürs erste gibt es für das Team Obama einen tröstenden Vergleich, den ausgerechnet John McCain zog: Romneys Entscheidung für Ryan erinnere ihn an seine Entscheidung für Sarah Palin, sagte der republikanische Kandidat von 2008 am Sonntag. Tatsächlich zogen McCains Umfragewerte massiv an, als er am 29. August 2008 die Gouverneurin von Alaska als running mate vorstellte. Viele Kommentare sagten den Wahlsieg des Senators aus Arizona voraus. Der Rest ist Geschichte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.08.2012)

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34 Kommentare
 
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Ryan ist ein Apparatschik

Nach seinem Studium der Politikwissenschaften arbeitete er als Praktikant, wurde dann Mitglied des Repräsentantenhauses. In der Privatwirtschaft gearbeitet hat der Typ nie, wie kommt er dazu die ohnehin armselige Gesundheitsversorgung der ärmeren Menschen in den USA noch weiter beschneiden zu wollen? Und dafür erhält er noch Applaus? Die spinnen die Amerikaner, wenn sie den Republikaner und seinen Vize wählen.

Re: Ryan ist ein Apparatschik

Die Privatwirtschaft ist immer noch besser als die "Politwirtschaft" die sich Verfassungsgerecht an die eroberung der Welt hält. Grundsätzlich egal wer dort Präsident wird, aber die Verstaatlichung und die "Zwangsenteignung" durch hohe Steuern für Private ist sicher nicht gut für die Welt.

Gast: Ungläubig
14.08.2012 13:42
4 2

USA! USA! USA!

Spätestens seit dem Wahlkampf 2008 bin ich der Überzeugung, dass einzig und allein die Demokraten die Vereinigten Staaten regieren sollten, denn alles andere würde unweigerlich zum Ruin führen. Nicht nur für Amerika sondern auch für den Rest der Welt.
Da ich nur begrenzte Anzahl and Zeichen habe möchte ich mich eher kurz fassen und ein Beispiel bringen, welches, wenn auch kurz, meiner Meinung nach sehr aussagekräftig ist. ich zitiere hier von folgender Seite:
http://orf.at/stories/2135497/2135454/
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Auch der Tenor (Romney) passte sich entsprechend an: So verwiesen beide (Romney & Ryan) unisono auf die europäische Schuldenkrise und warnten vor ähnlichen Zuständen in den USA. „Ich möchte nicht, dass wir Europa sind“, rief Romney aus. „Ich möchte, dass wir Amerika sind.“

Was will ich nun mit diesem Auschnitt sagen?
Ganz einfach, die Republikaner haben keine Ahnung welchen Schaden sie anrichten. Sie wollen nicht Europa werden? Jetzt stellt sich die Frage wer Europa in die Schuldenkrise getrieben hat. Die Einzige Möglichkeit für Amerika nach der immensen Verschuldung sich zu behaupten bestand ihrer Ansicht indem die Ratingagenturen den größten Konkurenten auf den sie Einfluss nehmen können (China war offensichtlich keine Option) ebenfalls ins Verderben reiten. Schließlich ist ja geteiltes Leid halbes Leid und wenns den anderen schlecht geht kann man sich ja wieder besser fühlen.
Obama ist der einzige, der dem republikanischen Wahnsinn ein Ende setzen kann.

Gast: pol Beobachterin
14.08.2012 09:54
0 2

3 Gründe

jung, fesch, weiß (Wenn das in den USA nicht genug ist...)

Alles in allem fast ein Kennedy (- nur von der anderen Partei halt).

Weg mit Hussain Obama!

Dieser Blender

ist ja nur eine Marionette der "Donkeys" mit Al Gore und dem Kennedy-Clan im Hintergrund.

Re: Weg mit Hussain Obama!

Pff da kennt sich einer aber aus

Antworten Gast: regah
14.08.2012 11:11
3 2

Re: Weg mit Hussain Obama!

uuuuhhhuh ein Republikaner!! Wir fürchten uns.....Sie sind wohl auch ein Radikaler, das zeigt schon Ihr "Weg mit Hussain Obama"

Gast: John Galliano
14.08.2012 07:28
4 2

Ich erinner mich noch als George W. Bush nach dem Sieg im Iran heldenhaft auf dem Flugzeugträger posierte! Mann, das war maskulin, da konnte man das Testosteron in der Luft riechen!


Obama ist ein farbloser Präsident...

...auch wenn er auf den ersten Blick nicht so aussieht. ;-))

Gast: HB4242
13.08.2012 18:42
1 2

Ryan verschafft Romney ein Umfragehoch ....

Also der ganze Medienspektakel um die amerikanischen Wahlen interessiert die meisten Europäer genausoviel, als wenn in China ein Sack Reis umfällt ...

Re: Ryan verschafft Romney ein Umfragehoch ....

Und ihrem Interesse entsprechend ist auch das Wissen über Amerika - annähernd null. Und trotzdem wird fleißig gepostet.

Antworten Antworten Gast: HB4242
15.08.2012 18:44
0 1

Re: Re: Ryan verschafft Romney ein Umfragehoch ....

Oh Gott, schon wieder so ein Amerikakenner ! !

Als wenn's behirnt haben, wie und was da so läuft bei den Wahlen, dann meldens sich wieder ....


Gast: africano
13.08.2012 17:34
0 2

Wann zerfällt die uSA ? Sie ist Pleite.

Wann zerfällt die EU ? Sie ist auch Pleite.

Re: Wann zerfällt die uSA ? Sie ist Pleite.

Der Pfeil hat den Bogen bereits verlassen !

Kriegslüsterne Friedensnobelpreisträger sind

die größte Bereicherung, die man sich vorstellen kann.

Gast: Gast369
13.08.2012 11:23
7 12

Obama kann es nicht!

Das hat der Totalversager ja eindrucksvoll bewiesen.

Re: Obama kann es nicht!

Es ist immer faszinierend, wenn Leute die nicht mal ihr eigenes Leben in den Griff bekommen, eine führende Inteligenz als Versager bezeichnen!

Re: Re: Obama kann es nicht!

Ich möchte weder Herrn Obama noch Ihnen zu nahe treten, aber den Herrn als "Führende Intelligenz" zu bezeichnen ist doch recht gewagt.

Ein Mann, der als Friedensnobelpreisträger die Knie vor Israel beugt und sich solidarisch mit Kriegstreibern zeigt hat es meiner Ansicht nach nicht verdient so betitelt zu werden.

Obama wurde zu früh zu einem Symbol des Friedens stilisiert. Kurz nach seinem Amtsantritt erwies er sich dann als zu schwach um seine Vormachtsstellung im Senat zu halten.

Dies dann als Ausrede zu nutzen um das eigene Versagen zu entschuldigen zeugt nicht wirklich von Charakterstärke...

Antworten Gast: regah
13.08.2012 16:11
8 2

Re: Obama kann es nicht!

Ihr Kommentar zeigt, dass Sie keine Ahnung haben! Wie soll denn Obama seine Anliegen durchbekommen, wenn er ständig von den Republikanern blockiert wird? Außerdem wurden jahrzehntelang Schulden gemacht - schon vor Obamas Zeiten und das kann man nun mal nicht in nur 4 Jahren rückgängig machen. Wenn dann so einer wie Romney kommt, wäre die ganze Arbeit wieder zunichte gemacht. Steuersenkungen für Millionäre! So eine Frechheit für die armen Bürger und den Mittelstand!... Obama hat schon viel erreicht. Man denke nur an die Gesundheitsreform an der sogar Bill Clinton gescheitert ist! Also würde ich mich an Ihrer Stelle nochmals genau informieren, bevor ich jemanden als Totalversager hinstelle :-)))

Re: Re: Obama kann es nicht!

es sei noch erwähnt,falls die Reps gewinnen wird die Reform sofort rückgängig gemacht. um Amerika wenigsten teilweise zu verstehen sollte man sich mit der Geschichte des Landes und vor allem mit der Bevölkerung auseinandersetzen und sich deren Ansichten anhören.

Antworten Antworten Antworten Gast: Gast aus Deutschland
14.08.2012 11:38
4 1

Re: Re: Re: Obama kann es nicht!

Wenn die Republikaner gewinnen ist der amerikanische Mittelstand jedenfalls größtenteils Geschichte...Die Gesellschaft wird sich noch viel stärker in arm und reich aufspalten als sie es sowieso schon tut...

10 10

hätte mich gewundert...

wenn Obama damit einverstanden wäre. Obama möchte eine Gesellschaft, die vom Staat abhängig ist. Eine Gesellschaft die von Staatsfunktionären geführt wird. Am meisten Angst haben die Linken vor Menschen, die selbständig über ihr Leben entscheiden und unabhängig von staatlichen Transferleistungen sind.

Re: hätte mich gewundert...

dann gehen sie in Amerika zum Arzt oder ins Spital dann werden sie sehen was alles kostet.wenn die Kreditkarte nichts mehr hergibt stehen sie sehr schnell vor einer Sozialklinik mit Leuten Schlange die vom System ausgegliedert sind.

Re: Re: hätte mich gewundert...

war grad lette Woche brim artzt zur vollen gesundenuntersuchung... $20 kosten. nicht ales glauben was die Sozis über die USA verbreiten!

Re: Re: Re: hätte mich gewundert...

um 20 USD bekommen sie garnichts, um diesen betrag sprechen sie mit der sprechstundenhilfe und nicht mit einem Arzt.1300 usd für eine wurzelbehandlung, 3600 usd für einen Tag im Spital,45 usd für den Rat heiße Tücher bei Kreuzschmerz aufzulegen und das alles nach irre langen Wartezeiten falls sie noch fragen haben nach 20 Jahren USA kenn ich mich sehr gut aus.

1 0

Re: Re: hätte mich gewundert...

Null ahnung vom amerikanischen gesundheitssystem aber fest aufmelden. Gerade WEIL das oeffentliche gratissystem so einen riesigen budgetposten darstelllt will Obama die PRIVATE ZWANGSVERSICHERUNG die urspruenglich eine republikanische idee war,von Romney als Gouverneur von Massachusetts sogar durchgefuehrt.

 
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