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Ägypten: Militär findet sich mit Entmachtung ab

14.08.2012 | 11:57 |   (DiePresse.com)

Der Griff des ägpytischen Präsidenten Mursi nach der Macht sei legitim, sagt ein General. Informiert sei man davon aber vorab nicht gewesen.

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Das ägyptische Militär findet sich mit der Entlassung seiner Spitzen durch den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi ab. "Wir haben die Macht, wie zuvor versprochen, dem auf legitime Weise gewählten Präsidenten übergeben", sagte General Mohab Mamish am Dienstag der Tageszeitung "Al-Masry Al-Youm". "Wir haben für uns selbst nie die Macht beansprucht", fügte er hinzu. "Das ist alles ein Medien-Hype."

Mamish, bisher Befehlshaber der ägyptischen Kriegsmarine und Mitglied des Obersten Militärrates, wurde von Mursi zum Generaldirektor der Suezkanal-Verwaltung ernannt. Er gehört damit zu den Gewinnern der Mursi-Aktion. Von den tiefgreifenden Entscheidungen Mursis sei der Militärrat unter Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi nicht im Voraus informiert worden. Dennoch bestünden keine Konflikte zwischen den Streitkräften und dem Präsidenten, meinte der General. Mursi hatte erklärt, die Schritte seien in Absprache erfolgt.

Auch die Darstellung des Generals, wonach der Militärrat nie Macht beansprucht hat, ist zumindest anzuzweifeln: Unmittelbar vor der Wahl des 60-jährigen Mursi, des Kandidaten der Muslimbruderschaft, zum Staatspräsidenten hatte der Oberste Militärrat unter Tantawi das von den Islamisten dominierte Parlament fünf Monate nach dessen Konstituierung für aufgelöst erklärt, die Vollmachten des neuen Staatschefs stark beschnitten und sich die Federführung bei der Ausarbeitung der neuen Verfassung gesichert.

Mursi hat dann am Sonntag überraschend Tantawi, der seit über 20 Jahren Verteidigungsminister war, sowie Generalstabschef Sami Anan abberufen. Zugleich zog er mit einer neuen Verfassungserklärung die zahlreichen Vollmachten an sich, die ihm der seit dem Sturz von Präsident Hosni Mubarak 2011 regierende Militärrat im Juni entzogen hatte. Wie Mamish in dem Zeitungsinterview weiter ausführte, hatte Tantawi angeblich selbst den Wunsch, in Pension zu gehen, nachdem er "der Nation gedient und Stabilität und Sicherheit der Bürger gewährleistet" habe.

Ungewöhnlich deutliche Kritik in Richtung Mursi äußerte aber VP-Außenminister Michael Spindelegger: Der neue Präsident habe "alle Macht an sich gezogen" und verfüge jetzt über alle Rechte, die der Präsident in Ägypten auch früher gehabt habe. Es sei nun Aufgabe der EU und auch der UNO, Mursi an die Einhaltung seines Versprechens zu erinnern. Der Vizekanzler kündigte an, er werde sich am Donnerstag in Salzburg mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton treffen, da werde dieses Thema auch zur Sprache kommen.

Politologe fühlt sich an Pakistan erinnert

Der deutsch-ägyptische Politologe und Islam-Experte Hamed Abdel-Samad befürchtet in Ägypten eher eine "pakistanische" als eine "türkische" Entwicklung. "In der Türkei hat die zivile Regierung die Macht der Armee gezügelt. Der pakistanische Weg aber ist ein Zusammenschluss von Armee und Islamismus - was wir in den 1990er-Jahren in Pakistan erlebt haben. Das halte ich für durchaus nicht ausgeschlossen", sagte der Autor des Buches "Untergang der islamischen Welt", der den Sturz Mubaraks in Kairo miterlebt hatte, der "Financial Times Deutschland" (FTD) vom Dienstag. Auch in der Armee hätten die Muslimbrüder nun Oberwasser.

(APA/dpa)

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17 Kommentare
Gast: Gast: Demos
15.08.2012 14:30
1 0

de-mo-kra-tieeeeee

Das ist natürlich ein weiterer logischer Schritt in Richtung Demokratie westlichen Zuschnitts, getragen durch eine Geisteshaltung aufgeklärter Islamen, die durch Twitter, Facebook und den ganzen anderen "sozialen Medien" sich organisiert haben.
*Ironie off
Tatsache ist, dass in muslimischen Ländern eine erschreckende Anzahl ungebildeter Leute abhängen, die ohne Job und Zukunftsperspektiven leichte Beute für religiöse Rattenfänger sind, die ihnen das Blaue vom Himmel versprechen. That's it.

Gast: Spindelegger, ein
15.08.2012 09:06
3 0

Politiker, der mit dem EU-Beitritt zunehmend mehr Macht

an fremde, nicht österreichische, nicht gewählte, anonyme Personen abgeben muss, möchte jetzt seinen Einfluss an Ägypten geltend machen. Unglaublich welchem Größenwahn die sich ständig verkleinernden Geister mittlerweile erlegen sind.

2 0

Re: Politiker, der mit dem EU-Beitritt zunehmend mehr Macht

Zuerst Sprache lernen, dann schreiben !
(Einfluss AUF)
Aber der VK liegt richtig. Die Entwicklung in Ägypten gibt eher zur Sorge Anlass.

Antworten Antworten Gast: Selbst die Sprache
15.08.2012 22:44
0 0

lernen, weil man den Einfuss darauf wirken lassen kann, aber

man kann einen Einfluss nicht geltend machen. Geltend machen kann man bestenfalls einen Anspruch, ein Anrecht …

Einfluss kann man vielleicht auch noch ausüben …

Aber lassen wir das lieber, weil es nie enden würde.

Fazit: Rügen Sie in Ihrer eigenen Unzulänglichkeit nicht Leute, die Sie nicht kennen, sondern konzentrieren Sie sich lieber auf die Inhalte, weil das hier weder ein Semantik- noch ein Syntaktiktest sein dürfte; oder verfolgen Sie hier alle, die ihren Pseudoidealen nicht entsprechen? Na, dann viel Spaß! Sie werden tausend Leben brauchen und sehr viel Selbstkritik.

Antworten Antworten Antworten Gast: Oh, jetzt habe ich
16.08.2012 14:46
0 0

die Höflichkeitsform des Anredepronomens "Ihnen" in der flektierten Form als Dativobjekt in der zweiten Person Plural wieder

klein geschrieben. Entschuldigung! Aber so beim Eintragen in dieses Fenster passieren mir ständig Fehler – hehe!

Natürlich habe ich mit dem Wort "ihnen (richtig: Ihnen)" Sie gemeint.

Das sind alles Schritte in Richtung Scha*iastaat -

der Westen grinst dazu!

Die nützlichen Idioten aus ORF&Medien applaudieren noch immer.


Experte !

Wo ist mein Kommentar ?

2 2

Der Militärrat hat es gewagt das Parlament aufzulösen.

Mursi hat seinerseits das Militär "entmachtet".

Neue Parlamentswahlen stehen an,
solange diese nicht verhindert werden,
läuft alles zufriedenstellend ab.

Auch wenn die Kandidaten nicht sehr ansprechend sind,
so wird zumindest die Demokratie gefördert.

Spindi

will das mit Ashton besprechen, aber will Ashton das auch mit Spindi besprechen?
Sind wir froh, dass er sich solche Sorgen um Ägypten macht, denn zu Hause hat er eh nix zu sagen. Da regiert der Erwin und der Michi und der Spindi und der Werner dürfen halt nix bestimmen. So ist das eben.

medival

die türkei ist auf dem weg in das mittelalter
fragen sie die kurden

Re: medival

Welche ?

Antworten Gast: Karl Huber
14.08.2012 18:06
2 0

Re: medival

Warum?
Die sind schon lange dort. Die Islamisten um Erdogan sind aber SCHWER am aufholen! ;D

Mein zweiter Kommentar !

Auch als Erdogan an die Macht gekommen ist sagten die tollen Experten, die Türkei werde ins Mittelalter zurückfallen ;D
Moslem ist nicht gleich Moslem,Christ ist nicht gleich Christ etc.etc.
Gebt Mursi eine Chance und wir werden sehen wer recht hatte.

kaum ist der spindi vom urlaub zurück ...

faselt er schon wieder vollen unsinnn:

die fälle strasser & martintz sind schlimm,

eine vermögensteuer für reiche kommt nicht,

und mursi in ägypten habe viel zu viel macht.

das wurmt ihn schon sehr, daß der allen zeigt, warum er präsident ist. beim spindi weiß keiner, warum er für die spitze der partei geeignet ist.

Mursi selbst gibt sich "demokratisch"

doch wer steht hinter ihm? Wer zieht die Fäden? Wer bestimmt, was zu geschehen hat? Wird auf Mursi Druck ausgeübt, wenn ja von wem? Wie sieht die Zukunft der Kopten aus? Wird Mursi sie schützen oder lässt er den radikalen Sunniten freien Lauf? Dass Hamed Abdel-Samad Recht haben könnte und Ägypten den "pakistanischen Weg" gehen werde, das scheint sich schon jetzt zu bestätigen. In fast allen muslimischen Ländern werden täglich Christen gefoltert und ermordet. Das könnte nun auch in Ägypten Realität werden. Was dann? Wird Mursi dem tatenlos zusehen (müssen)? Es wäre zu hoffen, dass er, der eine Christin in sein Kabinett berufen hat, die Christen schützt und sie nicht den radikalen Moslems ausliefert.

Gast: Karl Huber
14.08.2012 13:47
2 2

Al Rawi bei euch angerufen?

Der müsste doch haushoch Hupfn vor Freud! :)