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Eurokrise: "Deutschland will keine Dominanz"

16.08.2012 | 18:22 |  HELMAR DUMBS (Die Presse)

Deutschlands Bundespräsident Gauck sprach beim Arbeitsbesuch in Wien viel von Werten wie Verlässlichkeit und Solidität. Dass diese wichtig seien, verstünden auch Europas Südländer.

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Wien. Wien ist ein gutes Pflaster für Joachim Gauck. Als er das letzte Mal hier weilte, es war im Februar, kam er als Bürger Gauck an, und flog als Quasi-Präsidentschaftskandidat Gauck ab. Die FDP, die kleinere deutsche Regierungspartei, hatte sich während seines Wien-Aufenthaltes für ihn als neuen Bundespräsidenten ausgesprochen. Das Amt war nach dem Rücktritt von Christian Wulff zum zweiten Mal binnen gut eineinhalb Jahren neu zu besetzen.

Gleich nach der Landung erreichte ihn Angela Merkel telefonisch im Taxi, und es war fix: Gauck würde nächster Bundespräsident werden. Ohne sich vorher noch frisch machen zu können, fuhr er direkt ins Kanzleramt. Man meint, Joachim Gauck noch immer die Rührung anzumerken, wenn er sich an diesen Tag erinnert, von dem er am Donnerstag, bei seiner ersten „Rückkehr“ nach Wien, denn auch gerne erzählte, als Arbeitsgespräche mit seinem österreichischen Pendant Heinz Fischer und Kanzler Werner Faymann auf der Agenda standen.

 

„Lasten wurden zu Vorteilen“

Mit Fischer sprach er vor allem über die Eurokrise und Möglichkeiten zu deren Bewältigung. Deutschland wird wegen seines Beharrens auf Budgetdisziplin und Schuldenabbau derzeit innerhalb der EU mitunter angefeindet, und so legte Gauck vor allem auf eines Wert: Wenn Deutschland auf Prinzipien wie Solidität, Verlässlichkeit und Reformwillen beharre, „dann steht da kein Dominanzstreben dahinter“. Vielmehr hätte Deutschland in der Ära von Kanzler Gerhard Schröder und im Übrigen auch Österreich schmerzhafte Reformen bereits hinter sich: „Die Lasten haben sich mittlerweile in Vorteile umgewandelt.“ Diese Erfahrung möchte man jenen Staaten, die nun zu kämpfen haben, vermitteln. Die genannten Prinzipien würden aber nicht nur von Ländern wie Österreich oder Polen geteilt, sondern durchaus auch im Süden Europas verstanden.

Gesprochen haben Gauck und Fischer auch über die wachsende Europa-Skepsis, die Gauck allerdings nicht überbewerten will: „Natürlich möchten manche zurück zur D-Mark, aber das ist keine Massenbewegung. Es gibt in Deutschland keine Absetzbewegung von Europa.“

Auf Fischers Appell, gerade in der jetzigen Situation Europas die deutsch-französische Achse aufrechtzuerhalten, ging Gauck nicht näher ein. Zuletzt hatte es zwischen Berlin und Paris gröbere Differenzen beim Thema Eurorettung gegeben. Der positive Impetus, den diese Achse haben könne, sei allerdings gar nicht groß genug einzuschätzen, meinte Österreichs Bundespräsident.

 

Begeisterung über Deutsche?

Vor Journalisten waren Gauck und Fischer vor allem auch damit beschäftigt, einander Rosen zu streuen: Fischer rühmte die „unglaublich engen Beziehungen“ zwischen den beiden Ländern, die sich auch darin zeigten, dass die Deutschen die größte Gruppe von Ausländern mit Wohnsitz in Österreich darstellten. Dies nötigte Gauck immerhin zu der süffisanten Ergänzung, er sei sich nicht sicher, ob die österreichische Begeisterung darüber immer und an allen Orten gleich groß sei.

Joachim Gauck (72) ist seit 23. März Bundespräsident Deutschlands. Der frühere DDR-Bürgerrechtler und spätere Chef der Stasi-Unterlagen-Behörde – nach ihm „Gauck-Behörde“ benannt – gehört keiner Partei an. Bereits 2010 kandidierte er für das Amt des Bundespräsidenten, verlor aber gegen Christian Wulff, der nur eineinhalb Jahre später zurücktreten musste.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.08.2012)

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23 Kommentare

unser

HPB Fischer ist, wie der RORFUNK so stolz berichtete im " Gleichschritt" mit dem deutschen Bundespräsidenten maschiert!?! Unserer hat keine Ahnung von einem Gleichschritt und ist, so wie oft schon, neben dem hergestolpert!! eine Schande für Österreich!

Gast: guckmal
18.08.2012 07:35
0 3

alles was Deutschland will

ist Dominanz!

Anders lässt sich das Ganze nicht erklären, an einer EU /Euro festhalten und die Deutsche Korrektheit zu erwarten ist nicht nur sinnlos sondern zwecklos.

Griechen , Italiener, Spanier alle Südländer mit Verstand lagern ihr Geld schon ausserhalb ihres Landes.

Na warum wohl?

Haben die Griechen schon erkannt das die EU sie mit den Rettungschirmen nicht retten kann und Sinn und Zweck des Ganzen die Machtgier der Deutschen und Franzosen sind.

Die Österreichische Politik zieht halt mit, denn alles was Deutschland tut, ist ja soooooooooooooooo gut für uns ( zynischgemeint)

-------die Armut in D und Österreich nimmt zu, doch Hinschaun, Fehler eingestehen , Handeln

nee warum denn auch????

Gast: soavuguofhnaödchaupbfcalsdihaousgcuoahfnclaf
17.08.2012 18:29
4 0

Deutschland will keine Dominanz

Schlecht,

wer nicht dominiert, wird dominiert. Einfach mal die USA fragen.

Staatsbesuch

Der Gast aus Deutschland und der Gastgeber in Österreich sind selbstverständlich völlig integrere Amtsträger die sich wohl sprechen und auch abwechselnd besuchen wollen. Da gibt es private Besuche und eben Staatsbesuche. Staatsbesuche mögen manchmal zweckmäßig sein. Was ein Staatsbesuch zwischen Österreich und Deutschland bringen sollte eröffnet sich mir nicht. Ich unterstelle nicht das man einfach Steuergelder verbraten will, wohl aber eine Beschäftigungstherapie für die 70 österreichischen und die 250 deutschen Beschäftigten des jeweiligen Präsidialamtes.

Re: Staatsbesuch

Gute Beziehungen wachsen nicht Bäumen.

3 0

Unser Bundespräsident sollte schon wissen,


dass man sich einem Gesprächspartner zuwendet.
Und die Krawatte sollte nicht bis zum Knie reichen, auch wenn man kleinwüchsig ist

Antworten Gast: Heinzi_F
17.08.2012 14:36
3 0

Re: Unser Bundespräsident sollte schon wissen,


Vielleicht hat er sich angeludelt und wollte das nur kaschieren ...

Bei allem Respekt

Da philosophieren zwei Menschen über wichtige Themen, die in Wirklichkeit in ihren jeweiligen Ländern nichts zu sagen haben. Völlig überbewertet.

Re: Bei allem Respekt

Das könnten diese beiden auch durchaus ohne "Staatsbesuch" tun

Gast: HelleOlga
17.08.2012 09:52
12 0

Man beachte die Körpersprache von H.F.


...noch mehr Abwehrhaltung geht fast nicht.

Am liebsten hätte sich der Heinzi bei solch schwierigen Themen wieder ins Damenklo verzupft ...

Antworten Gast: Bagger
17.08.2012 10:57
6 0

Re: Man beachte die Körpersprache von H.F.

Vielleicht muß erst aufs Klo!

Gast: Weisheit sucht Alter
17.08.2012 09:10
10 0

Lerne Fischer, lerne!


gauck ist wirklich klasse! schade, dass er nicht unser bp ist!

ein Menschenrechtler und guter Mensch. kein Apparatschik und aufgesetzter gutmensch.

Re: gauck ist wirklich klasse! schade, dass er nicht unser bp ist!

Gauck und Schwarzenberg, warum gibt es das bei uns nicht?

Re: Re: gauck ist wirklich klasse! schade, dass er nicht unser bp ist!

in unserem parteipolitischem Umfeld kommen nur graue Mäuse nach oben. leider.

Re: Re: Re: gauck ist wirklich klasse! schade, dass er nicht unser bp ist!

Gusenbauer war den Roten zu provokant, die Schwarzen konnten Busek nicht ertragen, die Grünen waren mit Voggenhuber überfordert. Zu den restlichen Parteien fällt mir nichts ein.

Gast: Kuchner S
16.08.2012 23:42
16 0

Fischer rühmte die „unglaublich engen Beziehungen“ zwischen den beiden Ländern

Diese guten Beziehungen setzt Wendehals Fay.. aufs Spiel indem er in naiver Weise Merkel in den Rücken fällt.

Österreich hat die schmerzhaften Reformen schon hinter sich?

Na da werden wir uns aber noch wundern.

Wenn für Gauck Verlässlichkeit und Solidarität keine reinen Worthülsen sind, dann ist der GREXIT mangels Einhaltung der Vereinbarung der Hellenen bereits beschlossen.

http://www.meinbezirk.at/schoenkirchen-reyersdorf/wirtschaft/grexit-folgen-fuer-oesterreich-d237908.html

Gast: b745
16.08.2012 20:17
0 6

deutschland vielleicht nicht aber merkel

eine despotin wie aus dem buche ohne sie wären die griechen längst pleite und wir hätten unsummen gespart

Gast: wilfriedM
16.08.2012 19:53
2 4

Das Ende der ÖVP

Wer in der Bundesregierung Verantwortung übernimmt ist heute sichtlich:

Während die SPÖ den deutschen Bundespräsident Gauck empfängt, fährt die ÖVP lieber mit dem Schifferl.

So sieht eben Regierungsverantwortung a la ÖVP aus. Ein weiterer Grund diese Partei abzuwählen.

Gast: EU-Fan
16.08.2012 19:12
7 0

Ein Pfeiler in Europa

Ein integrer Mann, der Herr Gauck. Und Deutschland vorbildlich, wie dort gewirtschaftet wird und die Menschen fleißig sind.
Leistung gepaart mit Intelligenz lohnt sich eben.

Antworten Gast: Die Wahrheit macht frei
16.08.2012 20:17
9 1

Re: Ein Pfeiler in Europa

Ja die Deutschen müssen ja fleissig sein, wie könnten sie sonst auch noch die Schulden für die Faulen im Süden zahlen. Wirklich eine tolle Sache die EU!

Die Vernünftigen wissen, daß das nicht gut gehen kann, nur die Dummen jagen noch immer Hirngespinsten nach......

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