Beirut/Wien/Sig/Ag. Der Medienkrieg zwischen Aufständischen und dem syrischen Regime geht in die nächste Runde: Gestern, Donnerstag, sorgte der Fernsehsender al-Arabiya mit der Meldung für Aufregung, der syrische Vizepräsident, Faruk al-Sharaa, sei zu den Rebellen übergelaufen. Kurz danach zog al-Arabiya aber den Bericht zurück: Nicht der Vizepräsident selbst, sondern einer seiner Cousins sei geflüchtet. Der Sender veröffentlichte eine Nachricht, in der al-Sharaas Verwandter die Armee dazu aufruft, sich der Revolution anzuschließen.
Erst Anfang August haben sich zwei Angehörige des Sharaa-Clans, die für den syrischen Geheimdienst tätig gewesen sind, nach Jordanien abgesetzt. Laut den Rebellen der „Freien Syrischen Armee“ (FSA) ist einer der Männer Chef der Informationsabteilung einer Geheimdiensteinheit in Damaskus gewesen.
Verlor Assads Bruder ein Bein?
Berichten zufolge soll Maher al-Assad, der Bruder des Präsidenten, bei dem Angriff auf das Sicherheitskabinett in Damaskus am 18.Juli ein Bein verloren haben. Die Attacke tötete drei hochrangige Regierungsmitglieder, darunter Assads Schwager und Vize-Verteidigungsminister Assef Shawkat.
Gestern forderte der deutsche Außenminister Guido Westerwelle die syrische Opposition dazu auf, rasch einen gemeinsamen Plan für den politischen Übergang zu erstellen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.08.2012)
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