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Zwei Jahre Straflager für ein Lied

17.08.2012 | 18:29 |   (Die Presse)

Am Freitag wurden drei Musikerinnen der Punkband Pussy Riot wegen "Rowdytum aus religiösem Hass" verurteilt. Ein Warnschuss des Systems Putin an die Adresse seiner Kritiker. International regt sich scharfe Kritik.

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Ihre erste Reaktion war keine: Es war, als hätten sie den Schuldspruch – zwei Jahre Haft – nicht gehört; als wollten sie das Urteil des Gerichts gar nicht erst zur Kenntnis nehmen. Nichts in den Gesichtern der drei gerade verurteilten Mitglieder der Frauen-Punkband Pussy Riot ließ auf Gefühle – Betroffenheit, Verzweiflung oder Hass – schließen.

Wie schon in den Stunden zuvor, als Richterin Marina Syrowa hastig und unter mehrmaligen Versprechern die Begründung des Urteils verlesen hatte, zeigten sich die drei Frauen unbeeindruckt von der russischen Rechtsprechung, die für sie nur unter Anführungszeichen zu denken ist: Von Beginn des Verfahrens an hatten sie klargemacht, dass sie dieses für einen Polit-Prozess halten, angeordnet von ganz oben. Ihr „Vergehen“: Sie hatten im Februar in der Moskauer Erlöserkathedrale ein „Punkgebet“ (Wortlaut siehe Kasten)zelebriert, in dem sie in drastischer Sprache die Mutter Gottes anflehten, den damaligen Premier und jetzigen Präsidenten Wladimir Putin doch bitte von der Macht zu vertreiben.

„Verletzung religiöser Gefühle“

Vor der Urteilsverkündung am Freitag haben die drei Frauen noch miteinander gescherzt, die Szene kommentiert, scheinbar gelangweilt der Begründung gelauscht, die sich argumentativ auf die „Verletzung religiöser Gefühle“ konzentriert hatte. Für zwei Jahre also müssen Nadeschda Tolokonnikowa, die 22-Jährige mit dem braunen Pagenschnitt, die langhaarige Maria Aljochina (24) und Jekaterina Samutsewitsch (30), die gestern in einem hellen Karohemd erschien, in ein Straflager. Drei Jahre hatten die Ankläger gefordert. Die sechs Monate U-Haft werden immerhin auf die Haftzeit angerechnet.

Richterin Syrowa legte den drei Musikerinnen als erschwerend zur Last, dass sie „keine Reue gezeigt“ hätten. Dabei blieb unklar, wie diese Reue hätte aussehen müssen, denn im Prozess hatten die Angeklagten ausgesagt, dass es nicht ihre Absicht gewesen sei, jemandes religiöse Gefühle zu verletzen.

„Unverhältnismäßige Strafe“

Die internationale Empörung über den Schuldspruch war groß: „Das harte Urteil steht in keinem Verhältnis zur Aktion der Musikgruppe“, sagte Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle. Auch Österreichs Außenamtsstaatssekretär Wolfgang Waldner sprach von einer „völlig unverhältnismäßigen Strafe“: Eine friedliche Kunstaktion könne nicht als Verbrechen gelten, das zu einer langen Inhaftierung führt, sagte der frühere Kulturmanager.

Dunja Mijatović, die OSZE-Beauftragte für Medienfreiheit, warnte vor einer „gefährlichen Tendenz zur Beschneidung der freien Meinungsäußerung“. Vorwürfe wie Rowdytum oder Anstachelung zum religiösen Hass sollten nicht dazu missbraucht werden. Sogar der Menschenrechtsbeauftragte der russischen Regierung kritisierte das Urteil als ungerecht.

Protestiert wurde gegen den Schuldspruch auch vor dem Gericht – und die Polizei sorgte dafür, dass die russische Justiz auch weiter beschäftigt ist: Etwa 30 Demonstranten wurden verhaftet, darunter Kreml-Kritiker und Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.08.2012)

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248 Kommentare
 
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Gast: Reality78
19.08.2012 17:18
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Westliche Medien instrumentalisiert

Zweifel an den Motiven von P.R. sind durchaus angebracht, wenn man mal genauer im Internet recherchiert...
Laut russischen Insider-Blogs verhandelt der Mann von Frau Tolokonnikova u.a. bereits mit dem Playboy bezüglich Fotos mit seiner Frau. Herr Verzilov soll auch der eigentliche 'Mastermind' hinter der ganzen Aktion - und hinter früheren Aktionen - sein, bei der westliche Medien ganz bewusst für eigene (nicht unbedingt politische) Zwecke eingespannt werden sollten. Eine Aktion 2008, mit öffentlichem Sex mit der damals 18-jährigen und hochschwangeren Tolokonnikova (siehe http://www.spiegel.de/fotostrec... 39-5.html ), hat offenbar nicht ausgereicht, um rasch berühmt und reich zu werden, jetzt haben die beiden es mit der Provokation in der Kathedrale von Moskau endlich "geschafft". Provokation bis zur Verhaftung und zum Prozess war angeblich langfristiger Teil des Plans. Das würde auch das merkwürdige Grinsen von Frau Tolokonnikova im Blitzlichtgewitter während des gesamten Prozesses erklären.

Vielleicht sollte "Die Presse" ein bisschen besser über die ganze Sache und die armen Mädchen in ihren netten Kleidchen recherchieren, bevor sie sich am unreflektierten Putin-Bashing der anderen Medien beteiligt?

Antworten Gast: Konservativer
19.08.2012 17:58
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Re: Westliche Medien instrumentalisiert

Diffamierung politischer Dissidenten mittels erfundener Sex-Geschichten.

Klassische geheimdiestliche Strategie zur Verächtlichmachung des Gegners.

Beim KGB (Putins Arbeitgeber) seit Jahrzehnten in dieser Weise praktiziert.

P.S.: Der Link geht ins Leere. Sicher nur Zufall, schon klar.

Antworten Antworten Gast: Reality78
19.08.2012 19:26
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Re: Re: Westliche Medien instrumentalisiert

PS: Die Infos bezüglich Herrn Verzilov und seiner hübschen, immerzu lächelnden Frau stammen übrigens von ehemaligen Mitstreitern von "Voina", die sich wegen der fragwürdigen Methoden und Motive von den beiden distanziert bzw. mit ihnen zerstritten haben, und nicht vom 'bösen' Putin-KGB.

Antworten Antworten Antworten Gast: Konservativer
19.08.2012 21:03
0 0

Jaja, ist schon gut KGB'ler. Nette Psy-OP. Wie gesagt, eine klassische Methode von euch.


Antworten Antworten Gast: Reality78
19.08.2012 19:08
0 0

Re: Re: Westliche Medien instrumentalisiert

Bitte sehr:

http://www.spiegel.de/fotostrecke/photo-gallery-of-pussy-riot-fotostrecke-86139-5.html

oder auch

http://gotps3.ru/files/guest/170812_516117080.jpeg

Sicher nur eine Fotomontage des bösen KGB, oder? Merkwürdig nur, dass der famose Herr Verzilov öffentlich damit prahlt. Und ob ein damals 18-jähriges hochschwangeres Girl, das gerade mal aus der Mittelschule kommt und sich von ihrem Lover in der Öffentlichkeit b...em lässt, tatsächlich eine hochintellektuelle "politische Dissidentin" ist, mag mal dahin gestellt bleiben.
Vielleicht sollten Sie weniger Agenten-Krimis lesen und dafür eher Russisch lernen, dann müssten Sie nicht alles glauben, was die westlichen Medien so (voneinander ab-)schreiben.

Gast: Pensador
19.08.2012 14:20
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Religionsstörung ist auch im Westen ein Strafdelikt

Nein, wegen einem "Lied" wars nicht.
Religiöse Werte Anderer (wenn sie nicht den Menschenrechten widersprechen) verächtlich zu machen, zeigt immer von niedriger Gesinnung.
Und wer, wie diese 3 Hascherln, für die Trennung von Kirche und Staat eintritt, der darf nicht selber seinen politischen Dreck in einer Kirche abladen.
Mag schon sein, dass in Russland nicht das selbe Demokratieverständnis herrscht, wie im Westen.
Aber wem der Putin nicht gefällt, der muss ihn auch in Russland nicht wählen. Und dass der eben noch immer eine massive Wählermehrheit hinter sich hat, bestreitet keiner und es behauptet auch keiner, dies sei nur durch Wahlschwindel so.
Also liebe Menscherl, wenn er euch nicht gefällt, dann wählt ihn einfach nicht. Oder gründet eine andere Partei (auch das darf man in Russland). Religionsstörung und Verächtlichmachung religiöser Werte sind auch im Westen strafbar, wenn man auch nicht 3 Jahre dafür ausfasst sondern als "fortschrittlich" gilt.

Gast: Pensador
19.08.2012 13:09
1 0

Die Widerstandshelden

Nein, für ein "Lied" nicht.
Keine Frage, dass in Russland die Uhren anders gehen und dass 3 Jahre für diese ebenso provokanten wie unbedarften Würstchen zu viel sind. Aber so weit ist man
auch in Russland, dass keiner den Putin wählen muss, wenn er nicht will. Und die massive Mehrheit, die er noch immer hat, beruht keinesfalls auf Wahlschwindel.
Aber Religionsstörung und Verächtlichmachung religiöser Überzeugungen sind auch im demokratischen Westen Delikte, oder?
Und warum nur immer die christliche Religion, die"kritisiert" wird?
(Nix dagegen, aber sehr viel gegen Heruntermachen) Wenns jüdische oder islamische religiöse Werte betrifft, ist man da schon weitaus voooorsichtiger! Sh. die jüngste
Beschneidungsdebatte. Denn da drohen zumindest gesellschaftliche Ächtung unter Vorwurf des Antisemitismus oder, wenns den Islam betrifft, sogar physische Gewalt bis hin zum Mord. Für die mutigen "Künstler" und andere Widerstandshelden.

falsche Ueberschrift. Etwa 1 und 1\2 Jahre. Die Haft bisher wird angerechnet.

Die SStrafe ist zu hoch, doch die beste weltweite Werbung fuer drei untalentierte sexistische singende Aktionistinen.

Gast: Konservativer
18.08.2012 17:47
1 2

Anscheinend überrascht dieses Urteil einige.

Putin, ein Ex-KGB-Mann, der seine Anfänge in den 70ern mit der Verfolgung von Dissidenten machte, der später mit der Stasi zusammenarbeitete, um Deutsche auszuspionieren, der danach ins damalige Leningrad zurückbeordert wurde, um dort Studenten der Uni St. Petersburg hinterherzuschnüffeln; dieser KGB-Scherge in leitender Position hat sich nun also ein Urteil geschrieben.

Ich sehe, dass es einige wundert, dass ein Bürokrat des Verbrechens, der sein Leben lang wie ein Hund zur Verfolgung von Dissidenten abkommandiert war, nun im fortgeschrittenen Alter immer noch der phantomhaften Pfeife seines vergangenen kommunistischen Herren hinterher hechelt.

Mich wundert das nicht. Mich wundert auch nicht, dass die LÜGE verbreitet wird, es ginge in diesem Schau- und Vernichtungsprozess um die Herabwürdigung religiöser Lehren (es ging um "Rowdytum" und sonst gar nichts); mich wundert auch nicht, dass in Russland auf besagtes Rowdytum der Gulag (Nebelwort "Arbeitslager") steht; mich wundert auch nicht, dass es auch in Österreich einige linksextreme Stalinisten und Kommunisten gibt, die dieses Urteilsdiktat begrüßen (und nur diese begrüßen es): Ich sehe es eher als eine logische Konsequenz aus der Vita Putins.

Natürlich wird die europäische Öffentlichkeit wegen der Erdgasknechtschaft durch Russland keinen Protest einlegen; und so kann man nur auf die russische Bevölkerung hoffen, sich dieses Problems anzunehmen: Ich denke da an die "Absetzung" von Trujillo, Ceaucescu oder Mussolini.

Argumentieren dürfte sowieso sinnlos sein

Ihr Nickname läßt vermuten, daß man sich weitere Erörterungen eigentlich ersparen könnte. Was Sie einen alten Steinhaufen nennen, ist ein von den Kommunisten gesprengtes Quasi-Nationalheiligtum, das erst in neuerer Zeit rekonstruiert wurde (die Steine sind also zumindest nicht alt); zwischen einer Hexenverbrennung und zwei Jahren Gefängnis dürften ja wohl Welten liegen, und was sie Bigotterie nennen, ist für mich Weltanschauung. Das Quantifizieren der Dauer eines Delikts und das Inbeziehungsetzen zur Dauer der Strafe halte ich für läppisch. Ein Mord dauert z.B. im allgemeinen auch nicht lang, obgleich das vom Wesen der Sache her natürlich (ich höre Sie schon aufheulen) nicht zu vergleichen ist, wohl aber hinsichtlich der Unsinnigkeit des Wiegens und Messens einer Tat. Die Frage, wo denn die Opfer seien, ist dahingehend zu beantworten, daß das Opfer die sakralen Werte sind. Wenn ich allein im Wohnzimmer Gott bitte, er möge doch den soundso krepieren lassen, so werde ich dafür nicht belangt werden können; eine üble Tat wäre es allemal.

Re: Argumentieren dürfte sowieso sinnlos sein

Ich geh' mal davon aus, dass Sie mir antworten wollten. Das mit *am richtigen Ort posten*, dürften Sie also nicht ganz draufhaben, aber einerlei...

Wenn Ihnen ein Nick, der sich auf einen Fellini-Film bezieht, schon dermaßen sauer aufstößt, zeigt das nur Ihre kulturelle Unbedarftheit, die wiederum sehr gut zu Ihrer Bigotterie passt, die Sie großspurig zu einer "Weltanschauung" erheben wollen: pardon, aber genau darum geht's ja bei den Religiösen: die eigene Borniertheit und das eigene intllektuelle Unvermögen sich durch Berufen auf "Göttliches" schönreden.

Was, bitteschön, soll ein "Quasi-Heiligtum" sein? Und wollen Sie mit mir wirklich darum streiten, ob das Gemäuer jenes Bauwerks nun als alten Steinen besteht oder nicht?

Wenn Sie 2 Jahre Arbeitslager für angemessen halten, obwohl Sie hier Ihr ganzes bisheriges Leben lang den zeitgenössischen Standards der west-europ. Kultur ausgesetzt waren, dann glaube ich sehr wohl, dass eine wie Sie *damals* auch die Hexenverbrennungen für *voll supi* gehalten hätte.

Sie haben gar nichts verstanden: es geht nicht um die *Dauer des Delikts*, sondern um seine Folgen bzw. den angerichteten Schaden! Ein Mord BEENDET ein Leben, der Krawall in einer Kirche hat vielleicht die Putzfrau für zwei Minuten beschäftigt: na, ist der Unterschied jetzt klar?

Da Sie ja ständig irgendwen "am Heulen" wähnen, muss ich davon ausgehen, dass Sie ziemlich abgelegen bei den wilden Tieren wohnen: schöne Sonntags-Grüße von mir jedenfalls dorthin... :-)

Für das Recht auf freie Meinungsäußerung

Free Pussy Riot
Free Bradley Manning
Free Julian Assange
Freiheit für Tierschützer

Freiheit für ALLE politischen Gefangenen

So viel zur freien Meinungsäußerung...

Hatte am Vormittag geschrieben, dass es bei uns nicht viel besser ist und man auch aufpassen muss, was man sagt! Ich habe nicht behauptet, dass die Zeit vor 1945 so toll war. Aber offen darüber reden oder schreiben kann man nirgends. Die Zustimmung war hoch hier im Forum, aber die Zensur fährt drüber... Wird uns vielleicht auch eine Einheitsmeinung vorgegeben? Ist nicht bei vielen Themen einiges zu hinterfragen? z.B. Energiegewinnung, Erziehung, Konsum, Homosexualität,...

Antworten Gast: Zenzine
18.08.2012 15:46
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Re: So viel zur freien Meinungsäußerung...

Vielleicht hat Sie jemand gemeldet? Das tun ja manche ganz gern.

Gast: Pessimistischer poster
18.08.2012 15:21
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Religion ist Kultur

Religion ist Kultur! Dies war schon vor dem Aufkommen des Christentums in Europa die Griechisch Römische "Mythologie". Nun, wenn man Völker in den Griff bekommen will, bedarf es nicht nur einer militärischen Überlegenheit, nein man muss auch die Kultur des jeweiligen Volkes vernichten. Natürlich bietet da die Religion ein bedeutendes Angriffsfeld. Und da die Russen, vor allem mit Putin, nicht auf den level der USA absinken wollen, kam es zu diesem bedauerlichen Vorfall. Aber schuld sind die, welche den armen Mädeln ihre russische Kultur nehmen wollten und ihnen von westlicher demokratischer Freiheit etwas vorgaukeln. Diese Mädchen würden sich wundern, wenn sie so etwas z.B. in einem jüdischen Tempel mit entsprechenden Inhalten zum Besten geben. Ich nehme an, dass dies mail nicht veröffentlicht wird.

Gast: werbistdu
18.08.2012 13:11
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wenn man hier

die Posting und Antworten so liest. hat man fast den Eindruck, daß eine Menge KGB Spitzel hier mitlesen.
Rufen wir alle laut und gemeinsam "Putin verschwinde"r5

Antworten Gast: Konservativer
18.08.2012 17:51
0 1

So weit würde ich nicht gehen, aber dass es sich bei den Putin-Speichelleckern ausnahmslos um Kommunisten oder Stalinisten handelt, kann vorausgesetzt werden.


Es ist doch einfach...

Der Demokrat in mir steht für Meinungsfreiheit. In einer Kirche auf diese Weise finde ich dann wieder nur begrenzt vertretbar. Sicher wurde dieser Ort gewählt, da Demonstranten auf Straßen in Russland ja sowieso permanent in den Hefen gesteckt werden und ein "Punkgebet" auf der Straße nur einen Bruchteil der Wirkung erzeugt hätte.

Ich glaube auch nicht, dass die Frauen Gläubige beleidigen wollten, sondern das Verhältnis Putin zur Kirche, sowie deren überhauptige Existenz in jetziger Form.

Würde diese Aktion ungestraft bleiben hätte man innerhalb kürzester Zeit tagtägliche solche Aktionen. Ich finde als verhältnismäßig wäre hier eine bedingte Haftstrafe oder eine Geldstrafe, aber sicher nicht 2 Jahre Arbeitslager.

Sowohl freie Meinungsäußerung als auch Religionsfreiheit und das Recht der ungestörten Ausübung müssen garantiert werden.

Und zu den ganzen religiösen Sensibilisten hier im Forum kann man nur sagen: Religion ist Privatsache. Genauso wie es mir egal ist, welchen Gott ihr anbetet muss es euch egal sein, wie ich auf meine Façon glücklich werde beziehungsweise müsst in diesem Fall damit klar kommen, dass nicht alle Menschen (Pussyriot) mit der Kirche auf bestem Fuße stehen.

Re: Es ist doch einfach...

Wie steht eigentlich die Kirche zü dieser Aktion? Darüber habe ich noch nichts gelesen. Die werden ja Mikrofone, Verstärker etc. aufgestellt haben. Dass das keiner mitgekriegt hat, kann ich nicht glauben

Re: Es ist doch einfach...

Ah, endlich mal ein *vernünftiger* Kommntar mit *Augenmaß*: DANKE!

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Klartext 2

Die nächste Zeile: "Besser würde der Hund an Gott glauben", heißt im Original "Besser würde er, die Hure, an Gott glauben". Und zu guter Letzt, der Satz vom Anfang: "Alle Bittsteller kriechen zur Verbeugung". Naja, eigentlich heißt es "Alle Gemeindemitglieder kriechen zur Verbeugung". Dieser Satz soll laut Erzpriester Wsewolod Tschaplin direkt alle Gläubigen gekränkt haben.

Re: Klartext 2

Und: Wie schwer ist die "Kränkung"?

Ich glaube nicht an die "Kränkung religiöser Gefühle", sondern an die Instrumentalisierung einer vor-aufklärerischen, also archaischen Vorstellungswelt zum Zwecke des irdischen Machterhalts, sowohl dem von Putin als auch dem vom "Patriarchen". Warum verstehen die beiden sich wohl so gut, hm?

Das Problem an ihren Kommentaren ist...



....die Realitätsverweigerung der Fakten und die subjektive Interpretation des Geschehens.

Mit dem können´s aber intellektuell net punkten.

Antworten Antworten Antworten Gast: Konservativer
18.08.2012 17:50
0 0

Vom intellektuellen Punkten reden und den Unterschied zwischen Apostroph und Akzent nicht auf die Reihe kriegen. Das erbettelt Hohn. :-)


Re: Das Problem an ihren Kommentaren ist...

Na dann klären Sie mich doch über die "Fakten" auf. Welcher Schaden ist durch die Aktion wem entstanden und wie schwer ist es, den angeblichen Idealzustand (also den vor der Aktion) wieder herzustellen?

Gleich vorweg: Für mich geht es nicht um den religiösen Klimbim (= reine Ablenkung), sondern um das Recht auf freie Meinungsäußerung, welches ein GRUNDLEGENDES RECHT in einer Demokratrie ist, das JEDEM Menschen zusteht. Dieses Recht umfasst auch die FREIE WORTWAHL (womit wir beim Punkt "political correctness" wären: ich lehne diese deshalb ab, weil durch Euphemismen und eine angeblich schönere Verpackung der Inhalt in seiner Substanz genau NULL anders wird...).

In einer funktionierenden Demokratie gibt es auch den Tatbestand der Beleidigung: Ob dieser aber als *Vergehen* oder als *Verbrechen* juristisch behandelt wird, macht den ganzen Unterschied aus. Es geht mir nicht darum, dass jeder jeden und alles beleidigen kann, sondern um die Verhältnismäßigkeit von "Schuld und Sühne". Und ja, da lege ich MEINE Maßstäbe und Standards an, wenn ICH mir MEINE private Meinung bilde.

Und wie auch in der Islam-Debatte bin ich aich hier dagegen, dass "religiöse Werte & Gefühle" anders/höher behandelt werden als irgendeine andere juristische Person, aber das ist im vorliegenden Fall eigentlich gar nicht der KERN des Problems, sondern nur ein Nebenaspekt.

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Klartext

Zitat Heise
"Der deutsche Leser mag glauben, dass er über den Inhalt des Songs bereits informiert sei. Doch auch diejenigen, welche die auf der Free Pussy Website (oder auch anderswo) verfügbare Übersetzung gelesen haben könnten, erfahren meist nur eine Teilwahrheit, in der "das Gebet" vielleicht durch mangelnde Sorgfalt, schlechte Deutschkenntnisse oder aus anderen Gründen ausgerechnet an den brisantesten Stellen um einiges milder und schlichtweg falsch von den Unterstützern der Band wiedergegeben wurde. Also, um was geht es da eigentlich? Ist der Song etwa nicht gegen Putin? Ganz verkehrt ist es sicher nicht. Im Prinzip kritisieren sie in ihrem Gebet die Allianz zwischen der Macht und der Kirche, vor allem aber den Patriarchen und bitten die Jungfrau darum, den Präsidenten zu vertreiben. Sein Name kommt vor allem in dem zweimal wiederholten Satz: "Mutter Gottes, Jungfrau, vertreibe Putin, vertreibe Putin, vertreibe Putin" vor, sowie ein weiteres Mal.

Es gibt darüberhinaus aber deutlich mehr Text, der die vielen Gläubigen in Russland empörte. So heißt es zum Beispiel in dem anderen Refrain laut "offizieller" Version: "Göttlicher Dreck, Dreck, Dreck". Das ist falsch. Tatsächlich lautet die genaue literarische Übersetzung: "Scheiße, Scheiße, heilige Scheiße." Und weiter: "Patriarch Gundjaj glaubt an Putin". Der Punkt ist jedoch - obwohl der Patriarch mit seinem bürgerlichen Namen wirklich Gundjajew heißt -, dass das Wort "Gundjaj" eine ähnliche Bedeutung wie "der Näselnde"

 
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