Die USA und Israel haben eine unterschiedliche Interpretation derselben Geheimdienstberichte über das iranische Atomprogramm. Das erklärte US-Generalstabschef Martin Dempsey am Sonntag. Israel sehe die Gefahr durch das Atomprogramm mit einer größeren Dringlichkeit, da ein atomar bewaffneter Iran Israel in seiner Existenz bedrohen könnte: "Sie leben mit einer existenziellen Sorge, mit der wir nicht leben".
Mit dem israelischen Generalstabschef Benny Gantz tausche er sich regelmäßig aus, sagte Dempsey. Bei den Gesprächen über die Geheimdienstberichte hätten er und Gantz eingeräumt, "dass unsere Uhren anders ticken". Es sei möglich, dass zwei Länder dieselben Geheimdienstberichte auswerteten und dennoch zu zwei unterschiedlichen Ergebnissen kämen. Das sei hier der Fall.
Dempsey wiederholte seine Einschätzung, dass ein Angriff gegen den Iran dessen Atomprogramm wahrscheinlich nur verzögern, nicht aber stoppen könne. Zugleich fühle sich die US-Armee von Israel nicht unter Druck gesetzt, mögliche Luftangriffe zu unterstützen.
In den vergangenen Tagen hatte sich in Israel die Diskussion um einen Präventivschlag gegen die iranischen Atomanlagen verschärft. Der Iran bestreitet, am Bau einer Atombombe zu arbeiten, und beharrt auf seinem Recht zur zivilen Nutzung der Atomenergie.
(APA/AFP)
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