Im Streit mit Großbritannien um das Asyl für den Wikileaks-Gründer Julian Assange hofft Ecuador weiter auf eine Verhandlungslösung. Die Regierung in Quito ziehe Gespräche mit London einem langjährigen Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof vor, sagte Ecuadors Außenminister Ricardo Patino am Montag im ecuadorianischen Fernsehen. Großbritannien will Assange festnehmen und an Schweden ausliefern, sobald er das Botschaftsgelände verlässt. Ecuador dagegen pocht auf freies Geleit.
Voraussetzung für Verhandlungen sei aber, dass Großbritannien seine Drohung gegen die Botschaft in London zurücknehme, sagte Patino. Das lateinamerikanische Land hatte Assange in der vergangenen Woche Asyl gewährt. Großbritannien soll zuvor gedroht haben, die Botschaft zu stürmen um Assange festzunehmen. Die britische Regierung bestreitet, dass es sich um eine Drohung gehandelt habe. Ecuador sei nur auf ein Gesetz von 1987 hingewiesen worden, das es erlaube, die Unverletzlichkeit einer Botschaft aufzuheben.
Demonstrationen für Assange
In der US-Metropole New York demonstrieren seit dem Wochenende einige Assange-Unterstützer vor dem britischen Konsulat. Nach Angaben eines Teilnehmers wollen die Demonstranten so lange vor der Vertretung ausharren, "bis Julian Assange die Botschaft verlassen kann". Einige der Aktivisten kommen aus der Occupy-Bewegung.
In Schweden werden dem Internet-Aktivisten Sexualdelikte vorgeworfen. Assange fürchtet nach eigenen Angaben, dass Schweden ihn an die USA ausliefern könnte. Mit der Veröffentlichung zehntausender geheimer US-Depeschen durch Wikileaks hatte Assange den Zorn Washingtons auf sich gezogen.
(APA/AFP)
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