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Pussy Riot: Botschafter ortet "Verzerrungen"

21.08.2012 | 12:27 |   (DiePresse.com)

Sergej Netschajew verteidigt das Urteil gegen die Musikerinnen. Auch in Österreich werde "das Treiben des Unfugs im Gotteshaus" strafrechtlich verfolgt. Die Punkband will ihren Name als Marke schützen lassen.

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Der russische Botschafter in Österreich, Sergej Netschajew, verteidigte das Urteil gegen die drei Musikerinnen der regimekritischen Moskauer Punkband Pussy Riot. Die gegen Nadeschda Tolokonnikowa, Maria Alechina und Jekaterina Samuzewitsch verhängte zweijährige Haftstrafe sei "durchaus mit einer eventuellen Strafe für einen solchen Tatbestand in anderen europäischen Ländern vergleichbar".

Als Beispiel führte er Österreich an. Auch hier werde "das Treiben eines Unfugs im Gotteshaus oder Gotteslästerung strafrechtlich verfolgt und mit einer Freiheitsstrafe geahndet", meinte Netschajew am Dienstag. Außerdem hätten die Verurteilten die Möglichkeit der Berufung.

Kritik übte der Botschafter an der öffentlichen Debatte über den Prozess. Seiner Meinung nach seien Teile der medialen Berichterstattung "verzerrt".

"Punkgebet verletzt Gedenken an Gefallene"

Die Aktivistinnen mussten sich vor Gericht wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" verantworten. Sie hatten im Februar in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale ein "Punkgebet" gegen Russlands damaligen Regierungschef und heutigen Präsidenten Wladimir Putin aufgeführt. Für den Botschafter hat dieses Gebet "nicht nur die Gefühle der Gläubigen, sondern auch das Gedenken an Gefallene verletzt". Daher werde das Gerichtsurteil auch von der Mehrheit der russischen Bevölkerung begrüßt und fände "in mehreren Ländern Unterstützung".

Netschajew kritisiert auch, dass eine Solidaritätsaktion in Wien in der Vorwoche "in einer für russische und andere orthodoxe Gläubige inakzeptablen beleidigenden Form" durchgeführt worden sei. Bei der Aktion hatten vier vermummte Gestalten den Altarraum der russisch-orthodoxen Kathedrale gestürmt und sich mit einem Banner "Gott liebt Pussy Riot, befreit Pussy Riot" fotografieren lassen. Man betrachte die Aktion als strafrechtlichen Tatbestand der Störung einer Religionsübung und rechne damit, "dass die rechtspflegenden Stellen der Republik Österreich diese Tat entsprechend qualifizieren und die Täter bestrafen", meinte Netschajew.

Band will Namen als Marke schützen

Die schätzungsweise 20 Mitglieder der Punktband gaben bekannt, ihren Namen als Markenzeichen schützen lassen zu wollen. Leider gebe es Menschen, die den Namen für ihre dubiosen Projekte nutzen oder der Gruppe schaden wollten, sagte Anwalt Mark Fejgin am Dienstag der Agentur Interfax.

Die russische Justiz nimmt unterdessen zwei weitere Mitglieder der Band ins Visier. Am Montag wurden sie, gemeinsam mit möglichen Unterstützern, offiziell zur Fahndung ausgeschrieben.

(APA/AFP)

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11 Kommentare
Gast: Maupassant
24.08.2012 16:14
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Scharfsinn, überall Scharfsinn

Komisch, weshalb die ganze Zeit von Putin die Rede ist... Putin selbst hat mit dieser Sache nichts zu tun und hat sich auch nicht dazu geäußert.

Obwohl es in der (v.a. gläubigen) russischen Öffentlichkeit für einigen Unmut sorgt, wenn sich einige (nicht unbedingt ansehnliche, aber das soll Geschmackssache bleiben) Frauen nackt an den Altar in der Christ-Erlöser-Kathedrale stellen und den Kirchenbesuchern durch ein "Punkgebet" ihre hochqualifizierte Meinung über die politische Lage kundtun, ist es dennoch keine hochbrisante Staatsaffäre, in die alle Staatsapparate bis hin zum Präsidenten involviert sind.

In den österreichischen Medien wurde nicht erwähnt, dass von Unterstützergruppen v. "Pussy Riot" u.a. ein Denkmal für die Gefallenen d. 2. WK, ein Kreuz, in Kiew mit dem Ausrufen ähnlicher einschlägiger Parolen abgesägt worden ist. Ebenso nicht erwähnt blieb der öffentliche Gruppensex anderer Aktivisten einem Museum.

Wie bereits Andere anmerkten - mich würde es wundern, wie die österreichische Öffentlichkeit/Justiz auf jene geistreichen Ausdrücke von Non-Konformität reagieren würde.

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Re: Scharfsinn, überall Scharfsinn

sicherlich nicht so wie Zar Putin I.

Gast: Bei den Russen sind Botschafter Justizverteidiger, oder doch nur ganz einfache ICHSCHE.SSMICHVORPUTINAN-Marionetten???...WANN WIRD RUSSLAND EINE DEMOKRATIE???
21.08.2012 16:29
1 3

Sergej Netschajew verteidigt das Urteil gegen die Musikerinnen....

....WIE kann ein Botschafter ein Urteil verteidigen??? War er damit befasst???

Gast: mens sana
21.08.2012 15:30
2 1

Ich finde das Urteil richtig...

... und gratuliere der russischen Justiz zu ihrem exemplarischen Vorgehen. Österreich könnte sich da ein Beispiel nehmen.

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Re: Ich finde das Urteil richtig...

ein Botschaftsposter?

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Na da wär ich aber gespannt was passiert wenn in Österreich

ein paar Rechte in einer Moschee irgendwelche kritischen Lieder gröhlen.

Gast: horst maier
21.08.2012 14:00
2 3

putin ist nur mehr erbärmlich und feige


Gast: b745
21.08.2012 13:32
2 4

ich orte in russland die machtübernahme eines despoten gennant putin

der offenbar auch noch angst vor frauen hat

Gast: DieFrage
21.08.2012 13:18
1 2

"Punkgebet verletzt Gedenken an Gefallene"


Welche die Kirche hingerichtet hat?

Antworten Gast: Zuerst informieren
21.08.2012 14:42
2 0

Re: "Punkgebet verletzt Gedenken an Gefallene"

Nein, welche von den Nazis ermordet wurden. Lernen's Geschichte, bevor Sie Schwachsinn posten, gerade in Österreich!

Antworten Antworten Gast: InformierDichselber
22.08.2012 12:42
1 1

Die Deutschen sind an ALLEM schuld. Auch an Pussy Riot.

So jetzt haben wir's schwarz auf weiß: Die Deutschen haben auch das "Punkgebet" zu verantworten!