24.05.2013 00:31 Merkliste 0

"Despotisch": Lieberman fordert Ablösung von Abbas

22.08.2012 | 14:31 |   (DiePresse.com)

Nur wenn Palästinas Präsident Abbas ersetzt würde, könne ein Neubeginn im Friedensprozess gelingen, erklärt Israels Außenminister Lieberman. Die israelische Regierung distanziert sich von dem Vorstoß.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman hat erstmals die Ablösung des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas gefordert. Dessen Regierung sei "schwach, korrupt und despotisch", begründete Lieberman seinen Vorstoß in einem Brief an die Vertreter des Nahost-Quartetts aus Europäischer Union, USA, Vereinten Nationen und Russland. Zudem stehe Abbas einem Neubeginn beim Friedensprozess im Wege, ergänzte Liebermans Sprecher am Mittwoch auf Anfrage.

Lieberman löste mit seinem Vorstoß wie erwartet Proteste der Palästinenser aus. Auch Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu distanzierte sich. "Dieser Brief spiegelt nicht die Position von Ministerpräsident Netanyahu oder der Regierung in ihrer Gesamtheit wider", sagte ein hochrangiger Mitarbeiter im Büro des Ministerpräsidenten der Nachrichtenagentur dpa.

"Aufruf zum Töten und zu Gewalt"

Der Sprecher von Abbas, Nabil Abu Rudeina, verurteilte Liebermans Brief vom Montag an US-Außenministerin Hillary Clinton, die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton, den russischen Außenminister Sergej Lawrow und UN-Generalsekretär Ban Ki-moon scharf. Das Quartett solle sich gegen Liebermans Behauptungen wenden. Diese kämen einem "Aufruf zum Töten und zu Gewalt" gleich, zitierte ihn die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa.

Lieberman ist der Parteichef von Netanyahus ultranationalem Koalitionspartner "Israel Beitenu" (Unser Haus Israel). Er ist für scharfe Angriffe auf die Palästinenser und den Nahost-Friedensprozess bekannt. Diese scheinen nach israelischen Medienberichten nicht immer mit dem Rest der Regierung abgestimmt zu sein.

(APA/dpa)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

8 Kommentare
Gast: Sulayi
24.08.2012 09:17
0 0

4 Jahren gibts keine präsidentenwahl unter Abas!


Lieberman

Also wen ich mir den so anhöre,weis ich warum sie Glauben das sie
auserwählt sind !
Möchte nur wissen zu was ?
Die Krone der Schöpfung sind sie jedenfalls nicht.

UN Beschlüsse

Israel sollte endlich die UN Beschlüsse umzusetzen.
Anderen sagen was sie zu tun hätten,und selber den Chef von Planet Erde spielen !

Tja !

Wär hätte das von Libi erwartet.

Gast: Austrianer
22.08.2012 18:32
1 0

Wie wäre es wenn man mal einen Monat alle Kommentare und Stellungnahmen einfach ignoriert.


1 1

Hätte Österreich einen Minister mit vergleichbaren

nationalistischen und andere Nationen diskriminierenden (wir nähern uns dem am weitesten verbreiteten Versuch der Definition von "faschistisch") Ansichten und Handlungen, wäre der israelische Botschafter wieder einmal abgezogen und der EU-Sanktionsmechanismus in Gang gesetzt worden.

Haette mir nicht gedacht, dass ein burgenländischer Streithammel von niedriger Begabung Recht haben koennte!

Tja, auch ein blindes Huhn ..

Darabos hatte guten Grund für seine Aussage zu Liebermann

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman versteht es, mit Unverschämtheit auf sich aufmerksam zu machen. Damit ist er als ranghöchster Diplomat keineswegs tragbar. Die Reaktionen seitens der israelischen Regierung werden zeigen, welchen Wert deren Distanzierungen zu Liebermanns Aussagen beizumessen ist.

Die Feststellung von Darabos, der solche Aussagen als "kaum ertragenswert" umschrieb, sind nachvollziehbar, richtig und obendrein noch mit vorzüglicher Diplomatie versehen gewesen!