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Sohn von Tschetschenen-Rebellenchef in Syrien getötet

22.08.2012 | 18:34 |  DANIEL BISCHOF (Die Presse)

"Gotteskrieger" Gelajew soll von Regimetruppen erschossen worden sein - ein weiteres Indiz für die Islamisierung des Konflikts. "Ärzte ohne Grenzen" errichtete im Rebellengebiet ein Spital.

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Wien/Damaskus/Paris. Es scheint ein neuer Beweis für die Präsenz von „Gotteskriegern“ in Syrien zu sein: Nach Angaben der islamistischen Internetseite KavkazCenter wurde der bekannte tschetschenische Rebell Rustam Gelajew in Syrien getötet. Der Sohn des verstorbenen tschetschenischen Rebellenführers Ruslan Gelajew soll bei einem Gefecht mit syrischen Regierungstruppen erschossen worden sein. Schon seit geraumer Zeit wird berichtet, dass ausländische Islamisten an der Seite der syrischen Rebellen gegen Machthaber Bashar al-Assad kämpfen sollen.

Die Auseinandersetzung zwischen Aufständischen und Regime geht mit unverminderter Härte weiter. Wie erst gestern bekannt wurde, sollen in einer Stadt nahe Damaskus Regierungstruppen am Dienstag ein Massaker verübt haben. Laut der in London ansässigen „Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ hätten regimetreue Soldaten in Maadamiyat al-Sham mehrere Menschen hingerichtet und einen Trauerzug beschossen. Mindestens 42 Opfer konnten bisher identifiziert werden, nach Befürchtungen der Aktivisten dürften es noch deutlich mehr werden. Am Mittwoch bombardierte die syrische Luftwaffe mehrere Viertel der umkämpften Handelsmetropole Aleppo.

Medizinische Hilfe vom Ausland

Einem siebenköpfigen Team der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF) ist es unterdessen gelungen, ein kleines Spital in Nordsyrien zu errichten. Die Organisation ist laut eigenen Angaben die einzige medizinische Nichtregierungsorganisation mit Personal in Syrien. Zusammen mit syrischen Ärzten baute das Team innerhalb von sechs Tagen ein Haus zu einem improvisierten Krankenhaus um. Das an einem geheimen Ort in Nordsyrien gelegene Spital befindet sich in einer von Rebellen kontrollierten Region.

Eine Aufenthaltsgenehmigung hatte das Ärzteteam von der syrischen Regierung nicht erhalten. „Sie machten uns klar, dass wir auf eigene Gefahr arbeiten würden“, sagte der eben aus Syrien zurückgekehrte Projektkoordinator Brian Moller bei einer Telefonkonferenz in Paris. Seit der Öffnung des Krankenhauses am 21. Juni wurden bis Mitte August 300 Patienten aufgenommen und 150 Operationen durchgeführt. Behandelt wurden sowohl Zivilisten als auch Soldaten. Die meisten haben Kriegsverletzungen erlitten, wie schwere Schuss- oder Splitterwunden. „Wir konnten leider nicht alle vor dem Tod retten“, sagte Kelly Dilworth, eine für „Ärzte ohne Grenzen“ arbeitende Anästhesistin.

Patienten kommen von überall

Die Existenz des Krankenhauses sprach sich schnell herum: „Die Menschen strömen aus ganz Syrien in unsere Klinik“, schilderte Moller. „Vielen Regimegegnern wird der Zugang zu staatlichen Krankenhäusern verwehrt. Außerdem fehlt es überall an Medizin.“

Nach Ansicht des MSF-Experten verschlechtert sich die humanitäre Situation täglich. Die Menschen würden sich den Rebellen oder den Regierungstruppen anschließen oder flüchten. Der Konflikt belaste die Bevölkerung psychologisch extrem: „Die Menschen fühlen sich verlassen. Sie rechnen nicht mit einer baldigen Lösung des Konflikts.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.08.2012)

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22 Kommentare

Sensation muss sein!

Einen Gedanken noch für den Journalisten/Propagandisten: Wenn das Spital angeblich an einem geheimen Ort ist, aber die Patienten aus dem ganzen Land dorthin strömen, wie geheim kann das Spital sein?

Oder sollte der "geheime Ort" doch nur die Story spannender machen?


Unpassender Meldungsmix

Die Presse verhält sich beim Meldungsmix ungeschickt. Oder doch geplant geschickt?

Absatz 1:
Zunächst wird über den Tod und somit die Anwesenheit von Top-Terroristen im Land und deren Beteiligung an Terrorakten gegen die Bevölkerung und die Regierung. Wir erinnern uns, dass die tschetschenischen Terroristen nicht zimperlich sind und weder vor Theatern noch vor Volksschulen halt machen. Schön, dass eben diese Leute jetzt finanziert werden, um die Syrer und vor allem deren schulpflichtigen Kinder zu „befreien“. (Gibt es im Islam eigentlich Altersbeschränkungen, ab wann man Kindern die Ehre des Märtyrertums zuteilwerden lassen kann?).

Absatz 2:
Unter Berufung auf zweifelhafte Quellen (die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte besteht aus einem Mann, der angeblich per Telefon die Toten zählt) wird von angeblichen Massakern natürlich der Regierungstruppen (Journalisten sollten vielleicht doch auf die Qualität der Quelle achten oder hinweisen) berichtet.
Somit, ohne es zu sagen, hat man doch rübergebracht, dass die Top-Terroristen vielleicht doch für eine gute Sache kämpfen und deshalb am heutigen Tag doch gut sind?

Absatz 3 bis Ende:
Es wird durch die (thematisch unzusammenhängende) Berichterstattung über ein mit 7 Ärzten ausgestattetes Ä-o-G-Feldlazarett der Eindruck noch zementiert, dass die Terroristen doch für eine gute Sache kämpfen.

Siehe da, der Journalist ist zugleich ein geschickter Propagandist, oder er war zu beschäftigt um zu denken.

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Bis auf die Ahnungslosen in ORF&Medien

weiß jedes Kind, woher in Syrien der Wind weht.

12 0

Wäre interessant was die Türken sagen würden

wenn Ärzte ohne Grenzen im Nordirak, in den von den türken immer wieder bombardierten Rückzugsgebieten der PKK, ebenfalls so eine Station eröffnen würde.
Die würde mit Sicherheit 5 Minuten später bombardiert werden.

Gast: Ein Rechtschreiber
22.08.2012 22:53
8 1

Deutsch ist anders

Aus dem Inhalt schließe ich, daß ein mit der deutschen Sprache Vertrauter "Sohn des ..." geschrieben hätte.

Aber wie gesagt: Deutsch ist anders...

najo, ... einer weniger


" ein weiteres Indiz für die Islamisierung des Konflikts"

No na.

Der arabische Frühling mag als Demokratiebewegung begonnen haben.
Er ist inzwischen eine saudi-sunnitische Missionsbewegung. Von Bahrain über Libyen, Ägypten, SYrien, Türkei bis Europa hinein geht es um stramme Sunnitisierung saudischer Spielart, durchgesetzt mit saudischem Geld.

Gotteskrieger

Armleuchter passt besser

Gast: advo
22.08.2012 21:36
14 1

Gotteskrieger

Dieses Wort erinnert an den Afghanistankrieg. Haben dort nicht auch die USA die "Gotteskrieger" aufgerüstet........ Die USA sind eben ein "Gscheitilein"!

Re: Gotteskrieger

Yep.
Und sogar die altbekannten Stinger haben sie wieder als Geschenk mitgebracht.
Unheilbar!

Gast: Unit 731
22.08.2012 20:09
15 0

Eine Aufenthaltsgenehmigung hatte das Ärzteteam von der syrischen Regierung nicht erhalten. „Sie machten uns klar, dass wir auf eigene Gefahr arbeiten würden“

Im Artikel steht doch, dass die ihr Lager im Rebellengebiet aufgeschlagen haben. Wie soll die syrische Regierung bzw die Armee ihnen da Schutz gewähren? Für die Sicherheit der MSF-Mitarbeiter ist es wohl besser, wenn sie - umgeben von Terrorsöldnern - keine Einladung Assads in der Tasche haben.

Re: Eine Aufenthaltsgenehmigung hatte das Ärzteteam von der syrischen Regierung nicht erhalten. „Sie machten uns klar, dass wir auf eigene Gefahr arbeiten würden“

Es geht hier anscheinend um die Aufenthaltgenehmigung, dass die MSF-Mitarbeiter von der syrischen Regierung gedudelt werden. Sie haben ja nie nach militärischen Schutz verlangt, sie wollten schlichtweg den Zivilisten und Verletzen dort helfen.

Antworten Antworten Gast: Unit 731
22.08.2012 22:21
5 0

Re: Re: Eine Aufenthaltsgenehmigung hatte das Ärzteteam von der syrischen Regierung nicht erhalten. „Sie machten uns klar, dass wir auf eigene Gefahr arbeiten würden“

Anscheinend werden sie ja geduldet - nur müssen sie eben dahmit rechnen, im Zuge von Kampfhandlungen ums Leben zu kommen - daher "auf eigene Gefahr". Die Aufgabe des Staates ist ja, seine Einwohner (und Gäste) zu schützen. Wenn Assad sagte: "Willkommen, schön euch zu sehen" und zwei Tage später sind die MSF-Mitarbeiter tot, gäbe es vermutlich Kritik weil er nicht für ihre Sicherheit gesorgt hat.

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Vielleicht steckt da ein noch nicht durchschauter Megaplan dahinter:

Die Türken und NATO-Staaten geben an alle Gotteskrieger gratis Flugtickets und besorgen die "Weiterreise" nach Syrien, hoffen aber gleichzeitig, dass sie von den Syrern erledigt werden.
Für einen Friedensnobelpreisträger wie Obama eine recht unkonventionelle Vorgehensweise.
Sie hat nur einen Nachteil: Ein ganzes Land, nämlich Syrien, geht dabei vor die Hunde.

Re: Vielleicht steckt da ein noch nicht durchschauter Megaplan dahinter:

Das wäre eine win-win für Obama und ein lose-lose für die syrische Bevölkerung!

Na das ist ja mal eine schöne Nachricht ....!!!!

.. und noch ein kleiner Vorschlag an Rußland und China: Schickt 100 000 Spezialisten nach Syrien und säubert das Land von den restlichen Terroristen und Al Kaida-Mördern !!!!!!!!!!!!!!

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Assads Kampf gegen den US-finanzierten Terror

verbessert die Welt.

Re: Assads Kampf gegen den US-finanzierten Terror

yep!! :)

Sohn VON Tschetschenen-Rebellenchef in Syrien getötet

Okay, ein Tschetschenen-Rebellenchef hat in Syrien einen Sohn getötet, aber wessen Sohn hat er getötet?

Re: Sohn VON Tschetschenen-Rebellenchef in Syrien getötet

Der Dativ war schon immer der Tod des Genitivs!

Katar hebt den Eisumsatz

Jedes Medium, das sich auf Meldungen der berüchtigten Burger-Bude in London bezieht, denunziert sich und seine Meldungen selbst.

Bleibt zu hoffen, dass diese Redakteure wenigstens einen Teil ihrer Zuwendungen in Eis investieren. Das belebt zumindest das in diesen Sommer ohnedies schlappe Geschäft.

Re: Katar hebt den Eisumsatz

Die Presse ist sich wirklich nicht zu schade für so dümmliche Aussagen, einfach nur lächerlich!

Im Fadenkreuz der Terroristen