New York/Jerusalem/ag. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon lässt sich auch durch Proteste aus Israel und den USA nicht von seinen Iran-Reiseplänen abbringen: Gerade angesichts wachsender Spannungen zwischen dem Iran und Israel sei es wichtig, dass er nach Teheran reise, sagte Ban am Mittwochabend in New York.
In Israel reagierte man kurz angebunden: „Wir haben in der Angelegenheit schon alles gesagt. Das ist ein Fehler“, sagte Regierungssprecher Mark Regev. Der „Fehler“, das ist Bans Absicht, nicht nur zur Blockfreienkonferenz Ende September nach Teheran zu reisen, sondern dort auch mit Ajatollah Ali Khamenei, dem religiösen Führer, und Präsident Mahmoud Ahmadinejad zu sprechen. „Wir erwarten, dass alle, die dennoch hinfahren nicht Irans Propaganda auf den Leim gehen“, hieß es aus Israels Außenamt. Ähnlich die Reaktion der USA.
Atomgespräche in Wien
Gleichzeitig ermahnte Washington Israel – kurz vor dem Beginn neuerlicher Verhandlungen über das iranische Atomprogramm am Freitag in Wien –, dass noch Zeit für Diplomatie bleibe. In Israel wird immer intensiver über einen Militärschlag gegen Irans Atomanlagen debattiert. Erst am Mittwoch hatte Generalstabschef Benny Gantz mit Blick auf den Iran gesagt: Wer meine, Israel „ausmerzen“ zu können, werde die „Wucht der israelischen Militärmacht zu spüren bekommen“.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2012)
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